Biodiversität in Gefahr Weltwirtschaftsforum: Ohne Blockchain geht es nicht

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Ein vertrockneter Baum auf vertrocknetem Boden.

Quelle: Shutterstock

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In einem Paper spricht das Weltwirtschaftsforum erstmals von der Blockchain als Weltretter-Technologie. Doch der tatsächliche Impact bleibt vage.

Die Biodiversität des Planeten ist in Gefahr. Was seit geraumer Zeit als wissenschaftlicher Konsens gilt, hat es nun auch auf die Agenda des Weltwirtschaftsforums (WEF) geschafft. Wie aus einem Konzeptpapier der Stiftung mit Sitz im Schweizer Kanton Genf hervorgeht, droht die Erde mit nie dagewesener Geschwindigkeit an biologischer Vielfalt zu verlieren. Bis zu einer Million Tiere und Pflanzen sind demnach vom Aussterben bedroht. Die Konsequenzen: fatal. Über die Hälfte des globalen Bruttoinlandsproduktes sieht das WEF durch den Klimawandel sowie unsere Lebens- und Arbeitsweise gefährdet.

Daher könne es kein „Business as usual“ geben. Man erreiche einen Tipping Point, durch den der Verlust von etwa 44 Billionen Dollar an Weltwirtschaftsleistung gefährdet sei.

Blockchain solls richten

Doch es gibt Hoffnung. Denn anstatt den Tag des jüngsten Gerichts zu prophezeien, zeigt The Future Of Nature And Business Lösungen auf, die den Trend bis 2030 umkehren können. Neben Maßnahmen wie CO₂-Neutralität, einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion, dem nachhaltigen Städtebau sowie besseren Lieferketten nennt das 111 Seiten starke Paper auch die Blockchain als eine der Kernlösungen für die Rettung der Welt.

Fortschrittlichere Technologien, die durch die Vierte Industrielle Revolution ermöglicht wurden, bergen ebenfalls ein immenses Potenzial zur Verringerung des Nahrungsmittelverlustes. Ein Beispiel dafür ist der IBM Food Trust, der sich für Blockchain-basierte Lieferketten einsetzt,


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heißt es in dem Stiftungspapier. Beim IBM Food Trust handelt es sich um eine Blockchain-Lösung, die für die Herkunft von Lebensmitteln garantiert. So lässt sich etwa nachvollziehen, ob der vermeintlich norwegische Lachs auch tatsächlich aus Skandinavien stammt.

Durch Technologien wie die Blockchain ließe sich der Trend indes nicht nur stoppen, sondern umkehren, schreiben die Autoren. Demnach hätten die 15 im Bericht genannten Kerninnovationen in der internationalen Wirtschaftswelt das Potenzial, für über 10 Billionen US-Dollar an Wirtschaftsleistung zu sorgen und knapp 400 Millionen Jobs zu schaffen.

Ein weiteres Beispiel für den positiven Impact von Distributed-Ledger-Technologien (DLT) sind die Lieferketten von Kobalt. Das Mineral wird vornehmlich in Lithium-Ionen-Akkus verbaut und gilt damit als unersetzlich, etwa für Smartphones. Leider liegt über die Hälfte der globalen Vorräte an dem Metall in den Böden des bürgerkriegsgebeutelten Kongo. Dort sorgt der Bodenschatz weniger für ein Erstarken der Wirtschaft als eher für Ungleichheit, Ausbeutung und Gewalt. Die Blockchain könnte die ethische Produktion von Kobalt fördern, so die Autoren, indem man Lieferketten transparent gestaltet. Großabnehmer wie Ford, BMW und IBM haben bereits Interesse bekundet.

Welche Rolle DLTs bei der Rettung der Welt wirklich spielen werden, lässt sich allerdings kaum vorhersagen. Bisher verliefen viele aussichtsreiche Projekte im Sand. Schließlich braucht es bei der Komplexität von globalen Lieferketten ein einheitliches System, auf das sich alle Zulieferer einigen können. Doch das scheint eher Zukunftsmusik zu sein.


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