BMW setzt für ethische Kobalt-Produktion auf Blockchain

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 2 Minuten

David Scheider

David Scheider hat Philosophy & Economics an der Uni Bayreuth studiert. Getreu dem Krypto-Motto „Banking the Unbanked“ interessiert sich David vor allem für die Möglichkeiten der finanziellen Inklusion von Entwicklungsländern.

Quelle: Shutterstock

Der deutsche Autmobilkonzern BMW will Cobalt zukünftig nur noch aus ethisch vertretbaren Produktionsstätten beziehen. Um eine nachvollziehbare Produktionslinie zu gewährleisten, will der Automobilhersteller auf eine Blockchain zurückgreifen.

Eine Blockchain ist im Kern nichts anderes als eine fälschungssichere Datenbank. In kurz: Einträge, die es auf die Blockchain geschafft haben, können im Nachgang nicht von einzelnen Akteuren geändert werden. Wann und wo der Einsatz einer Blockchain als sinnvoll zu bewerten ist, darüber lässt sich trefflich streiten.

Das eine Extrem, man spricht von „Bitcoin-Maximalisten“, hält „die Blockchain“ für einen Scheinbegriff. Ein Einsatz sei demnach nur dann gerechtfertigt – und überhaupt durchführbar – wenn diejenigen, die für die Netzwerkintegrität sorgen, ein finanzieller Anreiz zu Gute kommt. Eben bei Finanzsystemen wie Bitcoin.

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen wie Hyperledger, die Einsatzzwecke gerade in der Industrie – etwa im Supply-Chain-Management – für sinnvoll erachten.

Blockchain für Transparenz


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Zu letzterer Kategorie zählt auch BMW. Denn wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, plant der Bayerische Automobilkonzern, zukünftig vollständig auf ethisch gewonnenes Kobalt zurückzugreifen. Um einen lückenlosen Nachweis über den Produktionsweg des Metalls erbringen zu können, will BMW daher alle Informationen auf einer Blockchain ablegen.

Anstatt dem Kongo will BMW für seine Produktionslinien 2020/21 nur noch auf Kobalt aus Australien und Marokko zurückgreifen.

Mit dem Start der fünften Generation unserer Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 2020/21 werden wir Kobalt nicht mehr aus dem Kongo beziehen,

sagte BMW-Vorstand Andreas Wendt gegenüber der Zeitung Automobil-Produktion.

Blockchain-Einsatz in der gesamten Wertschöpfung denkbar

Insbesondere der Kongo ist indes für seine menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bekannt. Gerade Kinderarbeit ist in dem zentralafrikanischen Staat, der einer der ärmsten der Welt ist, ein großes Problem. Der Automobilkonzern fürchtet offenbar entsprechende Imageschäden, sollte BMW am Kobalt aus dem Kongo festhalten. Auf das Metall verzichten kann BMW allerdings nicht. Schließlich benötigen Automobilhersteller den Rohstoff für die Herstellung von Akkus für Elektrofahrzeuge.

Gegenüber BTC-ECHO bestätigte die BMW Group den Einsatz der Blockchain-Technologie für diverse Anwendungsfälle. So ließe sich dadurch beispielsweise eine durchgängige Transparenz bei mehrstufigen Lieferketten herstellen. Auch die Herkunft der einzelner Bauteile ließe sich einwandfrei klären. Ein Pilotprojekt hierzu hat der Automobilhersteller bereits auf den Weg gebracht, bis Ende 2019 soll es konkrete Ergebnisse zu einem möglichen konzernweiten Einsatz der Technologie geben.


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