BMW setzt für ethische Kobalt-Produktion auf Blockchain

Quelle: Shutterstock

BMW setzt für ethische Kobalt-Produktion auf Blockchain

Der deutsche Autmobilkonzern BMW will Cobalt zukünftig nur noch aus ethisch vertretbaren Produktionsstätten beziehen. Um eine nachvollziehbare Produktionslinie zu gewährleisten, will der Automobilhersteller auf eine Blockchain zurückgreifen.

Eine Blockchain ist im Kern nichts anderes als eine fälschungssichere Datenbank. In kurz: Einträge, die es auf die Blockchain geschafft haben, können im Nachgang nicht von einzelnen Akteuren geändert werden. Wann und wo der Einsatz einer Blockchain als sinnvoll zu bewerten ist, darüber lässt sich trefflich streiten.

Das eine Extrem, man spricht von „Bitcoin-Maximalisten“, hält „die Blockchain“ für einen Scheinbegriff. Ein Einsatz sei demnach nur dann gerechtfertigt – und überhaupt durchführbar – wenn diejenigen, die für die Netzwerkintegrität sorgen, ein finanzieller Anreiz zu Gute kommt. Eben bei Finanzsystemen wie Bitcoin.

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen wie Hyperledger, die Einsatzzwecke gerade in der Industrie – etwa im Supply-Chain-Management – für sinnvoll erachten.

Blockchain für Transparenz

Zu letzterer Kategorie zählt auch BMW. Denn wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, plant der Bayerische Automobilkonzern, zukünftig vollständig auf ethisch gewonnenes Kobalt zurückzugreifen. Um einen lückenlosen Nachweis über den Produktionsweg des Metalls erbringen zu können, will BMW daher alle Informationen auf einer Blockchain ablegen.

Anstatt dem Kongo will BMW für seine Produktionslinien 2020/21 nur noch auf Kobalt aus Australien und Marokko zurückgreifen.

Mit dem Start der fünften Generation unserer Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 2020/21 werden wir Kobalt nicht mehr aus dem Kongo beziehen,

sagte BMW-Vorstand Andreas Wendt gegenüber der Zeitung Automobil-Produktion.

Blockchain-Einsatz in der gesamten Wertschöpfung denkbar

Insbesondere der Kongo ist indes für seine menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bekannt. Gerade Kinderarbeit ist in dem zentralafrikanischen Staat, der einer der ärmsten der Welt ist, ein großes Problem. Der Automobilkonzern fürchtet offenbar entsprechende Imageschäden, sollte BMW am Kobalt aus dem Kongo festhalten. Auf das Metall verzichten kann BMW allerdings nicht. Schließlich benötigen Automobilhersteller den Rohstoff für die Herstellung von Akkus für Elektrofahrzeuge.

Gegenüber BTC-ECHO bestätigte die BMW Group den Einsatz der Blockchain-Technologie für diverse Anwendungsfälle. So ließe sich dadurch beispielsweise eine durchgängige Transparenz bei mehrstufigen Lieferketten herstellen. Auch die Herkunft der einzelner Bauteile ließe sich einwandfrei klären. Ein Pilotprojekt hierzu hat der Automobilhersteller bereits auf den Weg gebracht, bis Ende 2019 soll es konkrete Ergebnisse zu einem möglichen konzernweiten Einsatz der Technologie geben.

Aufgepasst: Der Kryptokompass ist das erste digitale Magazin für digitale Währungen und Blockchain-Assets. Er liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen, spannende Insights und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Nur jetzt und nur solange der Vorrat reicht: Im Monatsabo inkl. GRATIS Bitcoin Whitepaper (Deutsche Fassung gedruckt)

 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Blockchain

Dr. Julian Hosp zählt zu den bekanntesten Köpfen in der deutschsprachigen Bitcoin- und Blockchain-Community. Mit seinen zahlreichen Vorträgen, Büchern und YouTube-Beiträgen hat er sich zum Ziel gesetzt, die Menschen „cryptofit“ zu machen. Entsprechend gehört auch er zu der Gruppe der Publisher, ergo Verlage, Medienplattformen oder Blogger, die Inhalte produzieren, um sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen das Verlagswesen zukünftig verändern können. Wir haben nach seiner Einschätzung gefragt und über die Chancen von Mikrotransaktionen gesprochen.

Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Unternehmen

Die Diskussionen um Libra reißen nicht ab. Facebooks geplante Kryptowährung stand diese Woche in beiden Kammern des US-Kongresses auf der Tagesordnung. Auch jenseits der Politik wollen viele das Währungsprojekt stoppen. US-Verbraucherschützer starteten nun einen weiteren Versuch. Ihre Strategie: ein offener Appell an die Mitglieder der Libra Association.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Blockchain

Dr. Julian Hosp zählt zu den bekanntesten Köpfen in der deutschsprachigen Bitcoin- und Blockchain-Community. Mit seinen zahlreichen Vorträgen, Büchern und YouTube-Beiträgen hat er sich zum Ziel gesetzt, die Menschen „cryptofit“ zu machen. Entsprechend gehört auch er zu der Gruppe der Publisher, ergo Verlage, Medienplattformen oder Blogger, die Inhalte produzieren, um sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen das Verlagswesen zukünftig verändern können. Wir haben nach seiner Einschätzung gefragt und über die Chancen von Mikrotransaktionen gesprochen.

Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Unternehmen

Die Diskussionen um Libra reißen nicht ab. Facebooks geplante Kryptowährung stand diese Woche in beiden Kammern des US-Kongresses auf der Tagesordnung. Auch jenseits der Politik wollen viele das Währungsprojekt stoppen. US-Verbraucherschützer starteten nun einen weiteren Versuch. Ihre Strategie: ein offener Appell an die Mitglieder der Libra Association.

Bitcoin-ATM an jeder Ecke: Zuhause sein in 80 Ländern
Bitcoin-ATM an jeder Ecke: Zuhause sein in 80 Ländern
Bitcoin

Die Mainstream-Adaption von Bitcoin & Co. lässt sich kaum besser beobachten, als an der Verbreitung von Automaten (ATM). Die USA führen die Liste der Nationen an. Das größte Bitcoin-ATM-Netzwerk namens LibertyX hat einen Meilenstein erreicht: 1.000 Automaten, verteilt im ganzen Land. Wie Bitcoin Grenzen überwindet.

Stellar Rewards: Binance verschenkt XLM und unterstützt Staking
Stellar Rewards: Binance verschenkt XLM und unterstützt Staking
Altcoins

Binance will Stellar Lumen (XLM) im Wert von rund 745.000 Euro an seine Community verschenken. Die weltweit führende Krypto-Börse hat – selbst unbemerkt – eine beachtliche Menge an Staking Rewards von Stellar erhalten und will diese nun an Nutzer ausschütten, die den Token halten. Künftig wird Binance außerdem das Staken von XLM anbieten.

Angesagt

Konkurrenz für Tether: Stable Coin von Huobi steht vor dem Launch
Altcoins

Die Krypto-Börse Huobi hat den Launch des eigenen Stable Coins HUSD angekündigt. Das Gemeinschaftsprojekt von Huobi, Stable Universal und der Paxos Trust Company
soll am 22. Juli auf den Markt kommen. Die Partner kündigen den Token als bessere Option für Nutzer von Stable Coins an – und damit als Alternative zu Marktführer Tether.

YCash: ZCash Fork erfolgreich verlaufen
Altcoins

Der Privacy Coin ZCash hat Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommen. Howard Loo, langjähriger ZCash-Supporter fürchtet um die Zukunft des Projekts und hat daher die Fork YCash ins Leben gerufen. Die Fork fand am heutigen Freitag, dem 10. Juli, statt.

Bitcoin & Co.: Warum Dezentralisierung nicht alles ist
Sponsored

Seit Satoshi Nakamoto Bitcoin ins Leben gerufen hat, hat sich ein gewaltiges Ökosystem gebildet. Die Nischenwährung entwickelte sich sehr schnell zum Anlagevehikel und löste eine technologische Umwälzung aus. Dabei stand vor allem ein Schlagwort im Mittelpunkt: Dezentralisierung. So gut diese im Finanzwesen auch sein mag, sollte sie dennoch nicht als Non-Plus-Ultra gelten.

MOBI: BMW, Ford & Co. präsentieren Blockchain-Lösung
Blockchain

MOB: BMW, Ford und andere Automobil-Unternehmen lancieren eine Blockchain-Lösung für Identitätsstandards bei Mobilfahrzeugen.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: