Geisterkonten Wash-Trading-Verdacht: Razzia bei Bitcoin-Börse Coinbit

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

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Um Handelsvolumen künstlich aufzublähen, gibt es die Praxis des meist illegalen „Wash-Tradings“. In Südkorea ist die drittgrößte Handelsplattform nun deswegen in den Fokus der Ermittler geraten.

Paukenschlag in Seoul: wie die gleichnamige Zeitung berichtet, gibt es Ermittlungen der Polizei gegen Coinbit. Die drittgrößte Krypto-Börse des Landes soll das Gros ihrer Umsätze erfunden haben, so der Vorwurf. Die Polizei hat laut des Berichtes eine Razzia im Hauptquartier von Coinbit vorgenommen. Dieses liegt in der Stadt Gangnam. Auch in anderen Niederlassungen des Unternehmens wurden Akten konfisziert. 

Der Vorwurf lautet indes auf massives „Wash-Trading“. Firmeneigentümer Choi Mo und andere Manager von Coinbit sollen folglich die Handelsvolumina an der Börse künstlich aufgebläht haben. Dazu benutzten sie dem Anschein nach „Geisterkonten“ um Geschäfte vorzutäuschen, die de facto nicht stattgefunden haben. Es ist nicht das erste Mal, dass einer Krypto-Börse Wash-Trading vorgeworfen wird. Zuletzt wurde in Kanada ein ähnlicher Fall publik gemacht, über den wir bei BTC-ECHO ebenfalls berichteten

Laut des Zeitungsberichtes haben sich einige Insider mit ihren Hinweisen schon vor Monaten an das Blatt gewandt. Die Zeitung hat jedoch ihre Berichterstattung über ihre Ergebnisse auf Antrag der Untersuchungsabteilung der Stadtregierung von Seoul bis zu den Razzien aufgeschoben. Sage und schreibe 99 Prozent aller Transaktionen sollen in Wirklichkeit vorgetäuscht gewesen sein. Deren Gesamtvolumen beläuft sich auf schätzungsweise 100 Milliarden Won, umgerechnet rund 84 Millionen US-Dollar.

Fremde Börsen blieben bei Coinbit außen vor


Auch das Nachrichtenportal bitcoin.com schreibt zu diesem aktuellen Fall. Laut Erkenntnissen der Polizei hat Coinbit seine Börsenplattform sozusagen in zwei operative Accounts geteilt. Der Betrug innerhalb des ersten Accounts betraf die großen Kryptowährungen Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Ripple (XRP) und Tether (USDT), die die Coinbit-Mitarbeiter intern zwischen den Geisterkonten hin und her schoben.

Im zweiten operativen Account soll ein Handel mit Altcoins und Tauschangeboten stattgefunden haben. Um diese internen Machenschaften noch besser verschleiern zu können, verhinderte Coinbit stets Transaktionen mit fremden Börsen. Dergestalt waren Eigentümer Choi Mo und sein Management stets in der Lage, den alleinigen Überblick zu behalten.

Coinbit ist die drittgrößte Kryptobörse in Korea, nur Bithump and Upbit weisen im Vergleich noch höhere Nutzerzahlen auf. Die Untersuchungen dauern derzeit noch an. Aufgrund der Arbeit der Behörden an verbindlichen Gesetzen und Regularien für Krypto-Unternehmen in Südkorea ist es gut möglich, dass folglich auch bald andere Börsen in den Fokus der Ermittler geraten könnten.


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