War der Ethereum-Bug monatelang bekannt? Das Meinungs-ECHO KW3

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Wie offensichtlich war die Reentrancy-Verwundbarkeit der abgeblasenen Constantinople Hard Fork? Hätte der Bug den Ethereum-Entwicklern bekannt sein müssen? Was hält die OECD von Initial Coin Offerings und was sind die Innovationstreiber im kommenden Jahr? Das Meinungs-ECHO.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Mark Preuss

Haben die Ethereum-Entwickler schon lange vor der Constantinople-Absage über die Schwachstelle, die zur Verzögerung der Hard Fork führte, Bescheid gewusst? Ein Bericht von Trustnodes legt das nahe. Konkret geht es um eine Aussage des Entwicklers Sergio Demian Lerner. Dieser hat bereits im September auf den Reentrancy-Bug hingewiesen, den das Update EIP1283 in sich birgt. Allerdings „nur“ auf Twitter:

„Hört auf anzunehmen, dass Solidity send() vor Reentrancy sicher ist. Das ist es nicht. Ein Low-Level-CALL ohne Wertübertragung kann einen Call-Back über etwas weniger als 2300 Gas durchführen. Man sollte immer eine logische Sperre verwenden, um sich vor dem Wiedereintritt zu schützen. Glaubt nicht, was FAQs sagen “

In bester „Ich hab’s euch ja gesagt!“-Manier legte Lerner am 15. Januar, dem Tag der Verkündung von ConstantiNOPEl nach:

„Bei @Coinspect haben wir vor einem Monat über die ‚Verwundbarkeit‘ gesprochen, die heute die Ethereum Hard Fork blockiert. Wir wussten, dass einige Smart Contracts über EIP1283 brechen würden. Tatsächlich hatten wir einen Mustervertrag erstellt, der anfällig war. Wir dachten, das sei offensichtlich und bekannt“

Winklevoss²: Revolution braucht Regeln

Die Gebrüder Winklevoss beharren indes auf ihrem Bitcoin-Bullentum. Wer könnte es ihnen verübeln? Haben die Zwillinge mit ihrer Handelsplattform Gemini doch ein berechtigtes Interesse an der Verbreitung digitaler Assets. Diese müsse jedoch geregelt vonstatten gehen. Weshalb Winklevoss² eine ganzseitige Anzeige in der New York Times geschaltet haben. Titel: „Revolution braucht Regeln“.

„Die Idee ist, dass Unternehmen, die auf Dingen wie Bitcoin aufbauen, eine Regulierung haben sollten, die durchdacht ist und die Innovationen nicht behindert“,

erklärt Tyler gegenüber Fortune. Bruder Cameron ist sich indes nicht zu schade, Äpfel mit Birnen gleichzusetzen:

„Das einzige, das Gold Bitcoin voraus hat, ist ein Vorsprung von 3.000 Jahren“,

meinen 50 Prozent des Investorengespanns.

Bitcoin Association: Stable Coins und Security Token werden Innovation befeuern

Die schweizerische Bitcoin Association prognostiziert derweil, dass sich Security Token Offerings (STOs) im laufenden Jahr verbreiten werden wie STDs. Das gleiche gelte für Stable Coins. Diese

„sind eine Voraussetzung dafür, dass durchschnittliche Unternehmen ihr Eigenkapital in die Blockchain einbringen können, denn wenn sie Anleihen oder Aktien ausgeben, wollen sie dies gegen US-Dollar, Euro oder Schweizer Franken tun, denn das sind die Währungen, in denen sie berechnen, nicht Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH)“,


meint Luzius Meissner, Vorstandsmitglied der Bitcoin Association Switzerland, gegenüber dem Cointelegraph.

OECD: ICOs könnten Mainstream-Lösung werden…

…aber nicht für jedes Unternehmen. So sei das Finanzierungsvehikel vor allem für Blockchain-Start-ups sinnvoll:

„Obwohl ICOs als Lösung für Finanzierungslücken von KMU [Kleine und Mittelgroße Unternehmen] begrüßt werden, sind ICOs ihrer Natur nach nicht die richtige Lösung für jedes Projekt. Es sollte zwischen blockchainunterstützten Projekten oder Produkten/Dienstleistungen unterschieden werden und Unternehmen oder Produkte/Dienstleistungen, die nicht blockchaingetragen sind, da erstere mit höherer Wahrscheinlichkeit von einem ICO-Angebot profitieren“,

heißt es in einem am 15. Januar veröffentlichten Bericht, in dem die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD sich mit den regulatorischen Rahmenbedingungen für Initial Coin Offerings (ICOs) befasst. Die Regulatoren sollten dabei mit Fingerspitzengefühl agieren:

„Die politischen Entscheidungsträger spielen eine Rolle bei der Schaffung der notwendigen Voraussetzungen, um die Entwicklung von ICOs auf sichere und faire Weise zu erleichtern, sodass die KMU die Vorteile der ICO-Strukturen auf tragfähige und nachhaltige Weise nutzen können, und gleichzeitig KMU und Investoren vor bestimmten Risiken zu schützen.“

Zum vollständigen OECD-Bericht gelangt man hier.


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