Verbraucherzentrale Hessen: Bitcoin noch „Randerscheinung“

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die Verbraucherzentrale Hessen hat in einer repräsentativen Umfrage Internetnutzer nach ihrer Meinung zu Bitcoin & Co. befragt. Das entstandene Meinungsbild zeigt, dass in Sachen Krypto-Adaption und -Akzeptanz noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten ist.

Deutschland ist noch weit davon entfernt, eine Krypto-Nation zu werden. Zumindest wenn es um die Akzeptanz von digitalen Währungen als Zahlungsmittel geht. Diese stand nämlich im Fokus der von der Verbraucherzentrale Hessen veröffentlichten Umfrage, deren Ergebnisse am 5. November in einer Pressemitteilung veröffentlicht wurden.


Demnach sind Kryptowährungen zwar über der Hälfte der Befragten ein Begriff – deren Funktionsweise zu erklären, fühlte sich jedoch nur ein Drittel der befragten im Stande. Elf Prozent derjenigen, die schon einmal von Kryptowähungen gehört haben, könnten sich vorstellen, in diese zu investieren. Besonders interessiert zeigten sich dabei die 18- bis 29-Jährigen. Von diesen könnte sich knapp ein Drittel den Kauf von Bitcoin & Co. vorstellen. Rolf Brandes von der Verbraucherzentrale Hessen gibt den potenziellen Jung-Investoren und -Investorinnen zu bedenken:

„Anleger müssen jedoch wissen: Kryptowährungen als Geldanlage sind Grauer Kapitalmarkt. Regulierung und Anlegerschutz gibt es nicht.“

Bitcoin noch „Randerscheinung“

Dass Investitionen in Kryptowährungen mit nicht unerheblichen Risiken verbunden sein können, ist indes einem Großteil der Befragten bereits bewusst. 70 Prozent stuften derartige Investitionen als „eher riskant“ oder „sehr riskant“ ein – dabei zeigten sich die 30- bis 39-Jährigen noch am mutigsten: Lediglich 54 Prozent dieser Altersgruppe lassen sich von Berichten über die mitunter hohe Volatilität des Krypto-Markts oder betrügerische Initial Coin Offerings abschrecken. Letztere seien in letzter Zeit verstärkt in den sozialen Medien präsent, so Brandes:

„Die damit einhergehenden Risiken reichen bis zum Totalverlust des angelegten Geldes. Zudem beobachten wir schon seit Längerem, dass zwielichtige Anbieter besonders in Sozialen Medien aktiv sind. Sie locken offenbar gezielt jüngere Verbraucher, zum Beispiel mit einem vielversprechenden Investment rund um die neuen Kryptowährungen. Dahinter stecken aber oft mehrstufige Vergütungspläne, die vermutlich Schneeballsysteme sind – oder das investierte Geld ist am Ende einfach weg und der Anbieter nicht mehr erreichbar.“

Auf Ablehnung stoßen Bitcoin & Co. laut der Verbraucherzentrale Hessen bei rund 21 Prozent der Befragten. Lediglich elf Prozent sehen in Kryptowährungen ein Mittel zur einfachen und schnellen Abwicklung von Transaktionen. Kein Wunder: Ist die Bitcoin-Akzeptanz bei deutschen Händlern doch – gelinde gesagt – ausbaufähig. Ob sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird, steht laut Kerstin Schultz von der Verbraucherzentrale Sachsen noch in den Sternen:

„[…] bei Kryptowährungen überwiegt insgesamt die Skepsis gegenüber dem Vertrauen. Daneben akzeptieren momentan wenige Anbieter Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Ob diese von einer Randerscheinung zu einer echten Zahlungsalternative für Verbraucher werden, ist derzeit noch völlig offen“

Es ist also noch ein weiter Weg zur Bitcoin-Republik Deutschland – vielleicht lohnt sich ein Blick auf den pragmatischen Ansatz unserer Nachbarn in Österreich.

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