Staatliche Kryptowährung Venezuelas Bürgermeister erlauben Steuerzahlungen in Petro

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Petro-Schriftzug auf einer Fassade in Venezuela

Quelle: Shutterstock

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Venezuela treibt die Adaption der staatseigenen Kryptowährung Petro weiter voran. Ob die Annahme des Petro als Mittel für Steuerzahlungen etwas am dubiosen Ruf der Währung ändern kann, bleibt fraglich.

In Venezuela hat der Rat der Bürgermeister am 10. August ein „Abkommen zur nationalen Steuerharmonisierung“ verabschiedet. Durch diesen Beschluss des Gremiums, das die städtischen Führungskräfte des Landes versammelt, kann die staatseigene Kryptowährung Petro (PTR) künftig für Steuerzahlungen angewendet werden.

Von 335 abstimmenden Bürgermeistern des Landes stimmten 305 für den Beschluss. Sie alle gehören der herrschenden Vereinigten Sozialistischen Partei von Staatschef Nicolas Maduro an. Lediglich die 30 Oppositionsbürgermeister zogen vor, Steuern weiterhin in der staatlichen Fiatwährung Bolivar zu erheben. Ursache dafür ist unter anderem die fehlende technische Infrastruktur, um Petro-Zahlungen zu verarbeiten.

Steuererhebung soll vereinfacht werden

Mit der Umsetzung der Steuerreform ist Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez betraut. Sie versprach, dass der Prozess der Besteuerung künftig einfacher und sicherer vonstatten gehen soll. Die neue Regelung soll Industrieunternehmen zudem vor einer doppelten Steuerbelastung schützen. Ihr war ein Urteil des obersten Gerichtshofs des Landes vorausgegangen, das ein Angleichen von örtlichen Steuersätzen einforderte.


Die Umstellung der Steuerzahlungen auf den Petro soll ferner bei der Erstellung eines nationalen Steuerregisters helfen. Die neue Regelung verbietet außerdem das Erheben von Steuern in ausländischen Währungen.

Petro bleibt weiter umstritten

Die Regierung von Präsident Maduro hatte den Petro bereits im Jahr 2018 eingeführt. Der Schritt erfolgte als Reaktion auf die desolate wirtschaftliche Lage und den anhaltenden Wertverlust der Staatswährung Bolivar. Venezuelas Machthaber hofften insbesondere auch, mit dem Petro US-amerikanische Sanktionen umgehen zu können.

Hierbei versprachen sie, dass der Petro mit den Erdölvorkommen des Landes abgedeckt sein soll. Experten zogen dies indessen wiederholt in Zweifel. Denn Venezuela verfügt zwar in der Theorie über die nötigen Ölreserven, hat jedoch nicht die technischen Ressourcen, um eine solche Menge an Erdöl abzubauen.

Nichtsdestoweniger versuchte die Regierung in Caracas durch Geldgeschenke und vergleichbare Maßnahmen wiederholt, die Adaption des Petro anzukurbeln. Am 11. Juni ließen offizielle Stellen verlautbaren, dass 15 Prozent aller Benzinzahlungen an Tankstellen des Landes in Petro abgewickelt wurden.

US-Präsident Trump ist der Petro unterdessen ein Dorn im Auge. Trump verbot den Petro-Handel in den USA. Die USA setzten mit Joselit de la Trinidad Ramirez Camacho zudem Venezuelas obersten Krypto-Beamten auf eine Fahndungsliste. Ihm werden Verbindungen zu ranghohen Drogenschmugglern nachgesagt. Auf Hinweise, die zu seiner Verhaftung führen, setzte die US-Regierung ein Kopfgeld in Höhe von 5 Millionen US-Dollar aus.

In Anbetracht der anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten und des geringen Vertrauens in den Petro erfreuen sich schließlich auch Bitcoin, Dash und andere Kryptowährungen in Venezuela einer steigenden Beliebtheit.


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