Alle Jahre wieder Venezuela: Maduro verschleudert Petros zu Weihnachten

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro kündigte an, dass die Regierung diese Woche einen halben Petro an venezolanische Rentner und Arbeitnehmer des öffentlichen Sektors als Weihnachtsgeld zahlt. Dadurch soll die staatliche Kryptowährung weiter in Umlauf gebracht werden und dem Land nötige wirtschaftliche Impulse verleihen.

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Das hält den Präsidenten Nicolás Maduro jedoch nicht davon ab, pünktlich zu Weihnachten einem Teil der Bevölkerung ein Geschenk zu machen. Der Präsident erklärte nun öffentlich, dass acht Millionen Venezolaner, darunter Rentner, Mitglieder des Militärs und Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor, einen halben Petro als Weihnachtsbonus ausgezahlt bekommen. Zuvor müssen sich die Berechtigten aber an der staatlichen Krypto-Zahlungsplattform registrieren.

Um den Petro in Empfang nehmen zu können, müssen sich die Bürger zunächst über die PetroApp registrieren, der offiziellen Krypto-Wallet der Regierung, die bereits im Mai eingeführt wurde. PetroApp ist bislang die einzige Plattform, die die Kryptowährung unterstützt. Über die PetroApp lassen sich Waren und Dienstleistungen erwerben sowie andere Kryptowährungen handeln. Zudem versprach Maduro, Städte und Gemeinden mit 500.000 Petros aus der leeren Staatskasse unterstützen zu wollen.

Ist das Geld oder kann das weg?

Der Petro soll einem von der Regierung festgelegten Wert von 60 US-Dollar entsprechen. Der Petro-Bonus beziffert sich demnach auf 30 US-Dollar pro Person, sofern man den offiziellen Angaben der Regierungsseite Glauben schenken mag. In Summe ergibt das einen Betrag von 240 Millionen US-Dollar, die Maduro aus der leeren Staatsschatulle zaubert.


Zur Erinnerung: Der Wert des Petro soll an die Ölvorkommen im Land gebunden sein. In der Theorie entspricht ein Petro einem Barrel Öl. Durch die Währung soll sich das Land aus der Hyperinflation befreien und die von der US-Regierung verhängten Wirtschaftssanktionen umgehen. Der seit Juli 2019 als offizielles Zahlungsmittel anerkannte Petro basiert jedoch auf hypothetische Vorkommen der Ölreserven im Land. Venezuela hat zwar mit 300 Milliarden Barrel das weltweit größte Vorkommen an Erdöl, koppelt die Wirtschaft jedoch an den Ölexport. Der Ölpreis ist aber alles andere als stabil und von globalen konjunkturellen Entwicklungen abhängig. So hat die Finanzkrise einen Preisverfall von 50 Prozent ausgelöst.

Der angekündigte Weihnachtsbonus stellt den jüngsten Impuls der Regierung dar, die Kryptowährung landesweit zu verbreiten und in die Wirtschaft einzubinden. Bereits im Sommer hatte Maduro die Bank of Venezuela (BoV), eine der größten Banken des Landes, angehalten, den Petro Token ihren Kunden zur Verfügung zu stellen. Im September ordnete Maduro zudem an, die Finanzierung einer Sozialwohnungsinitiative in Petros auszuzahlen.

Obwohl Maduro nicht müde wird, den Petro mit Heilsversprechen zu etikettieren, hat die Kryptowährung in der gesamten Wirtschaft des Landes bislang kein Wachstum ausgelöst. Es gab nur 400 Unternehmen, die Petro-Zahlungen ab dem letzten Monat akzeptierten, so eine Pressemitteilung der Regierung.


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