Krypto-Rubel soll Mitte 2019 kommen

Der Launch der vom Staat kontrollierten Kryptowährung Krypto-Rubel ist nun für Mitte nächsten Jahres angekündigt worden. Ein Versuch, den Krypto-Handel in kontrollierte Gefilde zu bringen.



Wie man einem Statement der russischen Kryptowährungs- und Blockchain-Vereinigung entnehmen kann, soll der Krypto-Rubel nächstes Jahr kommen. Bei dem geplanten Zahlungsmittel handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige Kryptowährung. Vielmehr soll der Krypto-Rubel ein digitales Abbild des analogen Rubels sein.

Von dieser Digitalisierung der Währung erhoffen sich die Behörden einige Vorteile. Durch die Anbindung an den Rubel wollen die Behörden zunächst verhindern, dass die Kryptowährung Gegenstand von Spekulation wird. Darüber hinaus wollen die Behörden jegliche Transaktionen in einem geschlossenen Netzwerk aufzeichnen. Dahingehend können die Behörden jegliche Zahlvorgänge mit der „Kryptowährung“ zurückverfolgen. Der Vorsitzende der russischen Krypto- und Blockchain-Vereinigung Arseniy Shcheltsin betonte in der Veröffentlichung, dass man mit dem Launch der Kryptowährung vor allem die Effizienz von Zahlungsvorgängen innerhalb öffentlicher Institutionen verbessern will.

Einen weiteren Vorteil erhofft sich die Regierung davon, dass ausländische Investoren ohne größere Aufwände in russische Projekte investieren können. Dadurch wollen sie auch mit einem möglichen Umtausch von Kryptowährungen in den Krypto-Rubel im Feld von digitalen Währungen anschlussfähig bleiben.

Die entsprechenden Gesetzesentwürfe sollen letztlich im November dieses Jahres kommen. Sowohl die Zentralbank, das Kommunikationsministerium als auch der Verwaltungsrat um Putin müssen sich bis dahin einigen.

Krypto-Rubel: Versuch einer Re-Zentralisierung

Die aktuellen Vorgänge in Russland zeugen, ganz ähnlich wie in Südkorea, von einer Uneinigkeit in Regierungskreisen, vor allem was Kryptowährungen und deren Regulierung betrifft. Während Personen aus dem öffentlichen Raum Russlands Bitcoin & Co. verurteilt hatten, diskutierte man erst kürzlich die Legalisierung des Krypto-Handels. Dies aber auch wieder nur eingeschränkt – letztlich sollte der Handel nur auf zentral kontrollierten Plattformen stattfinden. Was hier versucht wird, ist letztlich eine Re-Zentralisierung dezentraler Vorgänge. Es bleibt abzuwarten, ob sich die zentralen Institutionen mit ihren Regulationsversuchen durchsetzen werden.

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch hat im Oktober 2017 sein Masterstudium in Literatur-Kunst-Medien an der Uni Konstanz abgeschlossen und arbeitet seitdem als freier Journalist. Bereits während seinem Studium hat er für verschiedene Magazine geschrieben und fasst nun in Berlin Fuß. Im Fokus seines journalistischen Schaffens stehen vor allem die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, sodass er sich seit einiger Zeit auch mit dem Themenkomplex Blockchain und Kryptowährungen befasst.

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