Vereinte Nationen UN warnt vor Nordkoreas Krypto-Konferenz: „Halten Sie sich fern“

Moritz Draht

von Moritz Draht

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Moritz Draht

Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Alle, die ihre Koffer bereits gepackt und keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen haben, dürfte die Meldung der UN verärgern. Die Vereinten Nationen warnen ausdrücklich vor einer Teilnahme an der diesjährigen Krypto-Konferenz in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.

Im Februar findet im Land der begrenzten Möglichkeiten die diesjährige Konferenz für Kryptowährungen und Blockchain-Technologie statt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters warnen die Vereinten Nationen jedoch vor einer Teilnahme an der Krypto-Konferenz in Nordkorea. Diese stelle eine Verletzung der UN-Sanktionen dar, berichtet Reuters unter Berufung auf einen bislang noch nicht veröffentlichten UN-Report.

Krypto-Einnahmen für Waffenprogramme


Zum zweiten Mal ist Pjöngjang Austragungsort der „Blockchain and Cryptocurrency Conference“. Wer an der diesjährigen Konferenz vom 22. bis zum 29. Februar teilnimmt, macht sich jedoch unter Umständen strafbar und muss rechtliche Konsequenzen hinnehmen. Daher haben die Vereinten Nationen nun vor einem Besuch gewarnt.

Grund sind die auferlegten Sanktionen gegen Nordkorea. Diese verlangen von den Ländern, die Bereitstellung von „finanziellen Transaktionen, technischer Ausbildung, Beratung, Dienstleistungen oder Hilfe“ zu verhindern. Mit dem Austausch von Informationen leiste man jedoch indirekt einen Beitrag zur Förderung von Waffenprogrammen.

Nordkorea wird unter anderem verdächtigt, gestohlene Kryptowährungen zur Finanzierung seiner Nuklearwaffen zu verwenden. Bereits im August letzten Jahres haben unabhängige UN-Experten dem Sicherheitsrat mitgeteilt, dass Nordkorea schätzungsweise zwei Milliarden US-Dollar aus Cyberangriffen für die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen erbeutet hat.

Ethereum-Entwickler muss sich vor Gericht verantworten

Dass die Warnung der UN durchaus ernst zu nehmen ist, zeigt sich an der Festnahme von Virgil Griffith. Die US-amerikanische Staatsanwaltschaft wirft dem Ethereum-Entwickler vor, durch seinen Vortrag in der letzten Konferenz Dienstleistungen für Nordkorea erbracht zu haben. Damit habe Griffith gegen den „International Emergency Economic Powers Act“ verstoßen, der den Austausch von Technologien, Dienstleistungen oder Gütern mit Nordkorea untersagt. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Programmierer 20 Jahre Haft. 

Laut Staatsanwaltschaft habe Griffith sich an Diskussionen beteiligt, wie Kryptowährungen zur Geldwäsche und zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden könnten. Griffith wurde inzwischen auf Kaution freigelassen. In den kommenden Tagen beginnt der Prozess.

Nordkorea bemüht sich aber trotzdem um Interessenten aus Übersee. Auf der Website der Konferenz wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass US-Amerikaner sich gerne zur Teilnahme anmelden können und ihre Pässe nicht abgestempelt werden:

Für Ihre Bequemlichkeit stellen wir Ihnen ein von Ihrem Reisepass getrenntes Papiervisum zur Verfügung, sodass es keine Beweise für Ihre Einreise in das Land gibt.

Die Presse ist von der Konferenz im Übrigen ausgeschlossen.

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