Whistleblower deckt auf Ukrainische Scam-Armada soll Millionen erbeutet haben

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Ein ukrainisches Call-Center soll weltweit mehr als tausend Menschen zu gefälschten Investitionen in Kryptowährungen und Aktien gedrängt und so Millionen erbeutet haben. Dies bezeugen Dokumente und Videoaufnahmen, die ein Whistleblower der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter zugespielt hat. Der Mutterkonzern Milton Group, zu dem das verdächtige Unternehmen gehört, weist jedoch alle Anschuldigungen von sich.

Eine Jahresbeute von knapp 63 Millionen Euro, eine Armada von 200 Angestellten, hunderte Betrugsversuche pro Tag, Opfer in mehr als 50 Ländern – gegen die Ausmaße dieser Scam-Operation scheint jeder Enkeltrick wie ein Kavaliersdelikt. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew soll ein Call-Center über die vergangenen Jahre über tausend Opfer mithilfe gefälschter Investitionen in Kryptowährungen um ihr Erspartes gebracht haben.


Das Treiben der mutmaßlichen Verbrecherorganisation hat ein Whistleblower aufgedeckt, der Insider-Informationen mit der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter teilte. Mithilfe des Investigativ-Netzwerks OCCRP, dem die Zeitung angehört, konnten nun weltweit zahlreiche Betrugsopfer ausfindig gemacht werden.

Diese berichten von einem ebenso simplen wie effektiven Rezept der ukrainischen Scammer. Zunächst wurden die Opfer über Facebook-Anzeigen oder Pop-ups im Internet auf vermeintlich lukrative Anlagemöglichkeiten in Kryptowährungen und Aktien aufmerksam gemacht. Wie der britische Guardian berichtet, dienten dabei vor allem gefälschte Empfehlungen von Prominenten wie Schauspieler Hugh Jackman oder Fernsehkoch Gordon Ramsay als Lockmittel.

Gingen die Interessierten den Betrügern daraufhin ins Netz, wurden sie zunächst per Telefon dazu gedrängt, Teile ihres persönlichen Vermögens anzulegen. Zudem sollten die häufig Ahnungslosen eine Fernsteuer-Software auf ihren heimischen Rechnern installieren. Was für die Betrogenen zunächst als Hilfe der Call-Center-Mitarbeiter erschien, entpuppte sich im Nachhinein einzig als weiterer Trick, um an die Bankkonten und persönlichen Daten der Opfer zu gelangen.

Call-Center drängt Opfer zu immer neuen Investments

Damit die hoffnungsvollen Anleger keinen Verdacht schöpften, wurden ihnen anschließend explodierende Gewinne ihrer Investment-Portfolios präsentiert. Dies sollte die Investment-Interessierten blenden und für weitere „Anlagen“ sorgen. Laut dem anonymen Whistleblower sei allein hierfür eine eigene Abteilung zuständig gewesen, welche Anleger „bis zum letzten Cent“ zu immer neuen Investments drängte – teils mit ausgefeilten, auf unterschiedliche Zielländer zugeschnittenen Strategien.

So sollten die Call-Center-Angestellten unter anderem gezielt Senioren ansprechen. Opfer in den USA wiederum waren für die Betrüger tabu, um nicht ins Visier der Bundespolizei FBI zu geraten.

Wer anschließend jedoch sein vermeintliches Vermögen abheben wollte, der stieß auf Granit. Stattdessen forderten die mutmaßlichen Betrüger weitere Gebühren und Abschläge. Zusätzlich erhielten die Betroffenen gefälschte Steuerbescheide. Auszahlungen jedoch habe bislang niemand erhalten.

Das war Geld von ihren Bankkonten, Geld von ihrem Monatslohn. Sie haben Kunden sogar dazu gedrängt, Geld von ihren Banken zu leihen […] Alles war gefälscht, nur um an das Geld der Menschen zu gelangen,

beschreibt die anonyme Quelle die dreiste Strategie der Betrüger.

Verdächtige weisen Anschuldigungen zurück

Welche Rolle der Whistleblower bei der großangelegten Betrugsoffensive spielte, geht aus den Berichten bislang nicht hervor. Hinter der Operation soll jedoch der ukrainische Konzern Milton Group stecken. Zu deren Töchtern gehört eine Reihe Technologie-Unternehmen wie etwa die Brokerage-Firma CryptoMB oder der Trader Cryptobase.

Mit den mutmaßlichen Enthüllungen des Insiders konfrontiert, wies Milton-Geschäftsführer Jacob Keselman jedoch bisweilen sämtliche Anschuldigungen zurück. Ihm zufolge handelt es sich beim dem Call-Center im Kiewer Geschäftsviertel um einen Software-Dienstleister.

Ob das Unternehmen auch in Zukunft an dieser Antwort festhält, bleibt angesichts des öffentlichen Drucks abzuwarten. Informationen über aktuelle Ermittlungen seitens der zuständigen Behörden liegen derweil keine vor. Unklar ist zudem, ob das Call-Center weiter in Betrieb ist.

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