Trotz Bärenmarkt: Wieso Factom satte Kursgewinne verzeichnet

David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Scheider

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Deshalb studiert er jetzt Digital Currency an der Universität Nicosia – und schreibt nebenher für BTC-ECHO. Von Bitcoin hält David einiges, vom allgemeine Hype um die Blockchain-Technologie eher weniger.

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Wir befinden uns im Jahre 2018. Der Krypto-Markt schreibt rote Zahlen. Der ganze Krypto-Markt? Nein! Ein unbeugsamer Token hört nicht auf, den Bären Widerstand zu leisten.

Die Korrelation zwischen den Kursen von Bitcoin und denen der Altcoins ist bekanntermaßen hoch. Immer wieder tauchen allerdings Juwelen auf, die sich erfolgreich und allen Unkenrufen zum Trotz gegen den Trend des Zugpferds BTC behaupten. In diesem Fall geht es um Factom (FCT). Der Coin schafft sich seinen ganz eigenen Bullenmarkt, denn innerhalb der letzten 14 Tage konnte FCT satte 99 Prozent an Wert zulegen. Zeit, den Coin genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zunächst die nackten Zahlen. Das Kleinod Factom listet auf Rang 53 auf CoinGecko, hat eine Marktkapitalisierung von etwas über 78 Millionen US-Dollar und weist ein tägliches Handelsvolumen von über vier Millionen US-Dollar auf. Das Unternehmen existiert seit 2014, der Genesisblock wurde CoinGecko zufolge am 1. September 2015 gemint.

Was ist Factom?

In einem Satz: Factom ist ein Protokoll, dass Datenintegrität gewährleisten soll. Dies inkludiert eine ganze Reihe von Lösungen, um die Integrität der hinterlegten Dokumente wie digitale Identitäten, Rechnungen und Proof-of-Existence-Files zu garantieren. Veränderungen an den Dokumenten sind dann über die Blockchain einsehbar.

Wie funktioniert das?


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Ohne Token kommt auch diese Blockchain nicht aus. Bei Factom sind es gleich zwei: Factoids und die sogenannten Entry Credits (EC). Erstere können Investoren auf Exchanges frei handeln. Die Kurse, die auf CoinGecko mit dem Ticker FCT rekurrieren, gelten also genau genommen für die Factoid-Token.

Mit den Factoids können sich Nutzer sodann EC kaufen. Diese Entry Credits sind im nächsten Schritt der Weg auf die Blockchain. Jeder EC berechtigt Nutzer dem White Paper zufolge ein Kilobyte (KB) an Datenvolumen auf den Factom-Servern, den „Federated Servers“, für die eigene Verwendung zu blockieren.

Diese Server sind allerdings nicht in der Hand von Factom selbst. Für ihre Dienste, also die rechenintensive Verarbeitung des Protokolls, entlohnt das Unternehmen die Federated Servers fürstlich. Denn Factom stellt jeden Monat insgesamt 73.000 FCT zur Verfügung, die anteilig an die Betreiber der Server ausgeschüttet werden.

Letztlich ist der Kurs der Factoids stark korreliert mit der Nutzung des Netzwerks. Je mehr Firmen auf Factom für die blockchainbasierte Datenverarbeitung setzen, desto höher die Nachfrage nach Factoids. Ferner „verbrennt“ das Factom alle FCT, die für den Erwerb von Entry Credits genutzt werden. Das heißt, der Supply wird bei starker Nutzung der Blockchain knapper, was sich natürlich in einem höheren Preis manifestiert.

Dies führt uns alsdann zum nächsten Punkt.

Why Moon?

Wieso also lässt sich der Token keine Bären aufbinden und gehört seit Wochen zu den größten Gewinnern? Stichwort: Spekulation.

Investoren gehen davon aus, dass Factom in Zukunft viele Partnerschaften mit Unternehmen an Land zieht, welche die Plattform für ihre Datenstrukturen nutzen. Ein Beispiel dafür ist Equator Homes. Die US-Softwarefirma will einer Pressemitteilung zufolge die Factom Harmony-Plattform für ihre Darlehen nutzen. Nach der Ankündigung am 13. November startete FCT sodann seinen kleinen Bull Run. Innerhalb der nächsten 14 Tage legte der Token zeitweise um 300 Prozent zu, fiel danach allerdings wieder ab. Derzeit kostet ein FCT 8,49 US-Dollar.

Berichten zufolge ist auch das US Department for Homeland Security an dem Service interessiert und stellte im Juli dieses Jahres 192.000 US-Dollar für Forschung und Entwicklung an der Factom-Plattform zur Verfügung. Dieser Ritterschlag ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Spekulation.

Dass der Anstieg des Kurses nicht von einer stärkeren Nutzung getrieben ist, lässt sich indes recht sicher sagen. Wir erinnern uns: Factoids werden bei Umwandlung in Datensätze auf der Blockchain verbrannt. Daher ist die Anzahl an verbrannten FCT ein guter Indikator für den tatsächlichen Gebrauch der Dienstleistung. Wie in der folgenden Grafik allerdings zu sehen ist, ist die Anzahl der verbrannten FCT derzeit gering.

Fazit

Die blockchainbasierte Dokumentenrevision ist einer der großen Use Cases der Technologie. Da Factom Incorporated schon seit 2014 existiert, hat das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber all den ICO-Projekten von 2017. Derzeit sind die grünen Candlesticks von FCT allerdings spekulationsgetrieben. Bis sich darunter eine echte User Base bildet, dürfte noch einige Zeit ins Land ziehen.

Den aktuellen Factom-Kurs findest du hier.

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