Gram-Token Telegram übergibt Bankdaten und Dokumente an SEC

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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sec-wappen auf einem betongebäude

Quelle: Shutterstock

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Telegrams Vorstoß in die Krypto-Welt war bislang nicht von Erfolg gekrönt. Anstelle einer eigenen Blockchain-Plattform und Kryptowährung muss sich der Messaging-Dienst mit Rechtsstreitigkeiten und enttäuschten Investoren herumschlagen – und kooperiert nun mit der Börsenaufsicht.

Der  Messaging-Anbieter Telegram hat sich im Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) zur Kooperation verpflichtet. Zuvor hatte die Börsenaufsichtsbehörde dem von Telegram für Oktober 2019 geplanten Start einer eigenen Blockchain-Plattform einen Riegel vorgeschoben. Als Stein des Anstoßes figurierte dabei der plattformeigene Gram-Token, der nach Meinung der SEC als Wertpapier einzustufen sei. Da Telegram keine entsprechende Genehmigung eingeholt hatte, unterband die Börsenaufsicht die Ausschüttung des Token – einen Gram-Vorverkauf aus dem Jahr 2018 stufte sie deshalb ebenfalls als rechtswidrig ein. In der anhaltenden gerichtlichen Auseinandersetzung um diesen Vorverkauf erklärte sich der Messaging-Anbieter nun bereit, alle relevanten Dokumente an die SEC weiterzuleiten.

Die neuerliche Einigung ist in einem Gerichtsdokument vom 8. Mai festgehalten. Telegram willigte im Rahmen einer gerichtlichen Voruntersuchung ein, alle Kommunikationsunterlagen und Bankdaten weiterzugeben, die mit dem Gram-Vorverkauf und der darauffolgenden Auflösung der Kaufverträge zusammenhängen. Die Übergabe der Daten soll klarstellen, wie viel Gelder Telegram durch den Vorverkauf einnahm. Die SEC möchte ebenfalls wissen, ob der Messaging-Dienst bereits Assets an Teilnehmer des Vorverkaufs ausschüttete.

Telegram verpflichtet sich ferner, die SEC über alle neuerlichen Änderungen an den Vorverkaufsverträgen in Kenntnis zu setzen. Der Messaging-Dienst war in den letzten Monaten bestrebt, eine Kompensationslösung für Gram-Investoren zu erarbeiten.

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Da Telegram einen möglichen Konflikt mit den Behörden erahnt hatte, erteilte es den Teilnehmern des Gram-Vorverkaufs einen vertraglichen Kompensationsanspruch. Schon nach der ersten Verschiebung des Starttermins für das Telegram Open Network konnten Investoren deshalb 72 Prozent ihres Investments zurückerhalten. Zahlreiche Gram-Käufer entschieden sich damals gegen eine derartige Lösung.

Nachdem am 30. April die nächste Deadline für den Start der Blockchain-Plattform verstrichen war, ist die Geld-zurück-Option erneut auf dem Tisch. Der Messaging-Anbieter lockt geduldige Käufer jedoch mit einem weiteren Angebot. Wenn diese sich zu einem Verzicht auf die sofortige Auszahlung der 72 Prozent bereit erklären, sollen sie in einem Jahr 110 Prozent ihres ursprünglichen Investments zurückerhalten. US-Investoren steht diese Möglichkeit indessen nicht offen.

Telegram sprach ferner davon, die für den April 2021 geplanten Auszahlungen in Gram durchzuführen. Voraussetzung dafür sei, dass der Messaging-Anbieter bis dahin grünes Licht für sein Krypto-Projekt erhält. Laut einem Brief, der dem Branchenmagazin Coindesk vorliegt, ist diese Option jedoch mittlerweile wieder vom Tisch.

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