Telegram Passport – Identifikation auf der Blockchain

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

Quelle: Police - young woman with policeman or cop on the street or traffic, she is showing her passport or driving license via shutterstock

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Telegram testet einen neuen Service zur Speicherung von Daten zur Identifikation. Mit Telegram Passport soll es möglich werden, persönliche Daten wie etwa Ausweisnummern, Bankdaten und Ähnliches auf der Plattform TON zu speichern.

Dass die Blockchain-Technologie längst nicht nur dazu dient, um Kryptowährungen wie Bitcoin zu verwalten, dürfte vielen inzwischen klar sein. Die Verwaltung von Gesundheitsdaten, Regierungsdokumenten, von Wahlen oder Daten der Schifffahrtsindustrie ist mit der Blockchain möglich – im Prinzip alles, was auf irgendeine Weise verwaltet werden kann, kann man auch auf der Blockchain speichern. So auch Ausweisdokumente und sonstige persönliche Daten. Und das macht Sinn: Denn die dezentrale Verwaltung solcher sensibler Informationen würde sie nicht nur fälschungssicher machen. Vielmehr ist es dadurch auch möglich, sich leichter, schneller und kostengünstiger zu identifizieren. Von dem großen Haufen Papier, der gespart wird, mal ganz zu schweigen. Der Messaging-Dienst aus Russland will sich dieser Aufgabe nun stellen. Mit seinem geplanten Telegram Open Network (TON) sollen künftig also nicht nur die Messaging-Dienste auf der Blockchain laufen, sondern eben auch Identifikationsprozesse.

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Erst kürzlich verkündete das Unternehmen, dass sie im Pre-Sale zum Telegram Open Network bereits genügend Geld eingesammelt haben. Allein die gesammelte Geldmenge von privaten Investoren genügte offenbar, dass dafür kein Public Sale mehr nötig sei.

Wie man russischen Medien nun entnehmen kann, verwendet Telegram dieses Geld nun unter anderem, um den neuen Service zur Speicherung von Identitätsdaten zu verwenden. Die Anwendung soll Telegram Passport heißen und Teil von TON sein. Da man auf der Plattform Waren und Services mit der Währung Gram kaufen können soll, muss man sich dafür auch identifizieren können. Damit man dabei nicht jedes Mal beim Amt vorstellig werden muss, plant das Team um Gründer Pawel Durov den Telegram Passport.

Nutzer können dafür ihre persönlichen Daten und Dokumente wie zum Beispiel Kopien von Ausweisdokumenten, Führerschein, Stromrechnungen, Bankinformationen und möglicherweise Fotos hochladen. Sobald sie auf der Plattform sind, können sie mit Telegram Passport innerhalb des Telegram Open Network geteilt werden. Aber auch außerhalb von TON soll dies möglich werden. Nur mit der jeweiligen Zustimmung der Inhaber, versteht sich.

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Telegram Passport kommt Regulationsanforderungen entgegen

In den letzten Wochen und Monaten bekam das Telegram-Team immer wieder Probleme mit den Behörden. Allen voran die Regierung in Russland äußerte Bedenken bezüglich der Anonymität und der damit verbundenen Gefahr illegaler Aktivitäten. Mit dem geplanten Identifikationssystem will sich das Team offenbar absichern.

Das weckt offenbar auch das Interesse von möglichen Partnerfirmen. Quellen zufolge hat der russische Service-Anbieter Qiwi bereits eine mögliche Kooperation angemeldet.

Die Kontrolle über die Daten soll letztlich allein bei den Nutzern liegen. Ganz im Sinne der Blockchain können sie ihre Daten selbst authentifizieren und sie nach eigenem Ermessen freigeben. Die Daten werden dann für die etwaigen Geschäftspartner oder Unternehmen einsichtbar und so wiederum überprüfbar.

Einen genauen Release-Termin gibt es bisher nicht. Der Vorstoß von Telegram ist wiederum als wichtiger Schritt in Richtung Adaption der Blockchain-Technologie zu werten.

BTC-ECHO


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