Südkorea: Neuer Chef der Finanz-Aufsichtsbehörde äußert sich positiv zu Kryptowährungen

Die Finanz-Aufsichtsbehörde (FSS) in Südkorea hat mit Yoon Suk-heun einen neuen Chef. Noch bevor dieser am 8. Mai seine Arbeit aufnimmt, äußerte sich Yoon Suk-heun laut Korea Times positiv zu Kryptowährungen. Was bedeutet das für einen der größten Kryptomärkte der Welt?



„Kryptowährungen betreffend gibt es einige positive Aspekte,“ sagte Yoon direkt nach seiner Ernennung durch Präsident Moon Jae-in. Weiter sieht der als Aktivist und Reformer bekannte Yoon eine bessere Regulierung als Mittel, ein stabileres Finanzsystem zu erschaffen. Durch ein stabileres System können auch damit verbundene Produkte und Dienstleistungen brauchbarer gemacht werden. Das verbessert laut Yoon wiederum weiter das Krypto-Finanzsystem. Auch zum Thema Exchange-Plattformen äußerte sich Yoon, wenn auch eher ausweichend: „Da gibt es viele Aspekte, die angesprochen und geprüft werden müssen. Wir werden uns damit Schritt für Schritt auseinandersetzen.“

Welche Rolle spielt die Finanz-Aufsichtsbehörde in Südkorea?

Die FSS ist dem Finanz-Dienstleistungs-Ausschuss (FSC) unterstellt. Während der FSC Politik und Gesetze beaufsichtigt, ist die FSS für die Begutachtung und Kontrolle von Finanz-Institutionen zuständig. „Die FSS wird mit der FSC zusammenarbeiten, wenn eine Überprüfung von Politik und Finanzinstitutionen verschiedene Gestaltung in unterschiedlichen Bereichen zeigt,“ so Yoon.

In der Vergangenheit fiel der FSC mit Regulierungsbemühungen auf. So ist der Handel mit Kryptowährungen in Südkorea nur nach einem Identitätsnachweis möglich. Auf diese Weise werden illegale Aktivitäten unterbunden. Auch Jugendliche können in Südkorea nicht mehr mit Kryptowährungen handeln.

Südkorea und Kryptowährungen

Zwischenzeitlich wurde in Südkorea sogar ein komplettes Verbot für Kryptowährungen diskutiert. Dieses wurde jedoch nicht umgesetzt. Dennoch gibt es immer wieder Regulierungsmaßnahmen. Zuletzt wurde etwa südkoreanischen Beamten untersagt, mit Kryptowährungen zu handeln. Im September 2017 hat die Regierung zudem Initial Coin Offerings (ICOs) verboten. Ein Ende dieses Verbotes unter bestimmten Auflagen zeichnet sich jedoch ab. Auch von der Bank of Korea kamen zuletzt positive Nachrichten. So möchte die Bank Kryptowährungen und Blockchain-Anwendungen dazu nutzen, Südkorea bis 2020 in eine bargeldlose Gesellschaft zu verwandeln.

Kryptowährungen sind in Südkorea ein kontroverses und viel diskutiertes Thema. Dass der neue FSS-Chef Yoon sich diesem Thema gegenüber aufgeschlossen zeigt, ist daher ein gutes Zeichen für die Krypto-Community.

BTC-ECHO

Über Fabian Kaul

Fabian KaulFabian Kaul hat Neuere Deutsche Literatur in Göttingen studiert. Seit März 2018 schreibt er als freier Redakteur für BTC-ECHO. Sein Hauptinteresse gilt den Chancen und Risiken, die sich aus dem Themenkomplex Blockchains und Kryptowährungen für die Gesellschaft ergeben.

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