Covid-19-Bekämpfung Südkorea führt verbindliche Corona-App auf Blockchain-Basis ein

Christian Stede

von Christian Stede

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christian Stede

Christian ist freiberuflicher Journalist. Er ist davon überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ein noch ungeahntes Umweltschutz- und Nachhaltigkeitspotenzial bietet.

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In Südkorea greift man nun auf Blockchain-Technologie zurück, um die Ausbreitung von COVID-19 zu überwachen. Davon soll insbesondere der Tourismus auf der Insel Jeju profitieren.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 24. August 2020 10:08 Uhr von Christopher Klee

Die COVID-19-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Insbesondere Gegenden, die vom Tourismus leben, müssen mit großen Umsatzeinbußen rechnen. Während hierzulande die Corona-App mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte und immer noch hat, ist man im fernen Südkorea bereits einen oder mehrere Schritte weiter. Um die Infektionsdaten zu erfassen, greift man auf Koreas größter Insel Jeju auf die Blockchain-Technologie des Landesmarktführers Iconloop zurück. Dies geht aus übereinstimmenden Meldungen mehrerer Nachrichtenportale wie GlobeNewswire und Blockchain Wire hervor. 

Jeju ist eine südkoreanische Insel in der sogenannten Koreastraße zwischen dem Ostchinesischen und dem Japanischen Meer (auch bekannt als Ostmeer, die Namensgebung ist international umstritten). Sie zählt knapp 600.000 Einwohner und jährlich etwa 15 Millionen Touristen aus aller Welt. Ihre Vulkanlandschaft gilt als äußerst spektakulär, das Klima ist subtropisch.

ICONLOOP und die südkoreanische Selbstverwaltungsprovinz Jeju haben ein Kooperationsabkommen zur Einführung dieses innovativen Systems abgeschlossen. Es soll vornehmlich der Prävention von COVID-19 und  anderen Infektionskrankheiten dienen. In der Praxis wird das so aussehen, dass die Touristen eine mobile App nutzen. Mit dieser können sie sich an touristischen Reisezielen und Unternehmen auf der Insel Jeju einchecken. Das Unternehmen Iconloop versichert, dass die Daten der Besucher mittels der Decentralized Identity (‘DID’) Blockchain-Technologie absolut vertraulich behandelt werden.

Der mobile App-Service von Iconloop hört auf den Namen Zzeung. Ursprünglich kam die Anwendungen für Finanzdienstleistungen zum Einsatz. Als solche wurde sie bereits von der koreanischen Finanzdienstleistungskommission für ihre hohe Benutzerfreundlichkeit und vor allem Sicherheit als innovative Finanzdienstleistung gekürt. Iconloop ist zudem Teil der MyID Alliance, eines blockchain-basierten ID-Ökosystems, das insgesamt 73 verschiedene Organisationen und Unternehmen vereint.

Zzeung-App ist für Touristen verpflichtend

Jeder Besucher der Insel Jeju muss die Zzeung-App herunterladen, der koreanischen Telekommunikationsdienst überprüft anschließend dessen Identität. Im Hintergrund wird dann über ein öffentliches Sperrnetz ein verifizierbarer Ausweis ausgestellt, der absolut fälschungs- und manipulationssicher ist. Die Besucher beantragen anschließend über ein privates Blockchain-Netz einen separaten, verifizierbaren zweiten Ausweis. Beide überprüfbaren Berechtigungsnachweise sind anschließend sicher auf dem mobilen Gerät des Besuchers gespeichert. Dieser zweite Ausweis enthält allerdings keine persönlichen Informationen. Und nur diesen zweiten verifizierbaren Ausweis müssen die Touristen vor Ort an den Attraktionen über einen QR-Code scannen. Erst beim Auftreten einer COVID-19-Infektion werden die Behörden eine Rückverfolgung in die Wege leiten.

Es gab schon einmal die Kooperation von Iconloop mit den Behörden in Südkorea. Damals ging es um den Aufbau eines blockchainbasierten Stimmenzählersystems.

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