Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

Südkorea: Bitcoin-Börsen wandern ab

Quelle: Shutterstock

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Immer mehr südkoreanische Blockchain-Start-ups und Bitcoin-Börsen listen ihre Projekte in Übersee. Neben den USA und China ist auch Singapur ein beliebter Zufluchtsort für Krypto-Entrepreneure. Die Entscheidung, auf ausländischen Plattformen zu operieren, lässt sich auf ungünstige Bedingungen auf dem heimischen Markt zurückführen. Unterdessen reagieren große internationale Börsen erfreut und öffnen ihre Pforten für Südkoreaner.

Die Wirtschaftsnachrichten-Seite Business Korea veröffentlichte am 19. August einen Report zur Abwanderung von Blockchain-Start-ups und Bitcoin-Börsen aus dem Land. Demnach wächst die Zahl der Krypto-Unternehmen, die Südkorea verlassen, um ihre Produkte auf ausländischen Märkten anzubieten. Dies hätten Industrie-Experten bemerkt, als sie das Blockchain-Business im Land analysierten. Dabei sind insbesondere Projekte in einem frühen Stadium von der Abwanderung betroffen.

Die Gründe hinter der Abwanderung 

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Hier mag sich die Frage nach den Gründen für die Abwanderung aufdrängen. Schließlich gilt Südkorea mittlerweile als eines der krypto-freundlichsten Länder der Erde. Beinahe wöchentlich gibt es neue Meldungen vielversprechender staatlicher Projekte. Auch der private Sektor nimmt sich indes den neuen Technologien an und treibt die Adaption von Blockchain-Projekten voran. So verkündete die älteste Bank des Landes Shinhan kürzlich eine Kooperation mit Ground X und Haxlant, bei der es um die Entwicklung eines Private Key Management Systems für Kunden ging.

Als entscheidende Gründe gelten laut den Experten die strengeren Marktbedingungen für Bitcoin-Börsen in Südkorea. Demnach können Anleger ihre Investitionen nicht in koreanischen Won auf nationalen Börsen tätigen. Auch das Abheben ihrer Anlagen ist nicht in der nationalen Währung möglich.

Abseits der vier größten Börsen des Landes haben offenbar etwa 200 kleinere Unternehmen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da sie keine virtuellen Accounts unter ihrem echten Namen eröffnen können, profitieren sie folglich auch nicht von dem staatlichen Investorenschutz.

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Des Weiteren droht 97 Prozent der lokalen Börsen die Insolvenz. Dies führen die Experten auf ein niedriges Transaktionsvolumen zurück:

Nur fünf oder sechs koreanische Börsen rangieren nach Transaktionsvolumen unter den globalen Top 100. Es ist keine Übertreibung, wenn wir sagen, dass 97 Prozent der Börsen in Südkorea von der Gefahr eines Bankrotts betroffen sind. Dies liegt an ihrem niedrigen Transaktionsvolumen.

Bitcoin-Börsen: Von Südkorea in die USA und Singapur

Unterdessen bringen sich führende internationale Bitcoin-Börsen offenbar in Stellung, um aus der Lage in Südkorea Profit zu schlagen. Demnach zeigten vor allem Binance Labs und BW.com dem Report zufolge Interesse an den südkoreanischen Blockchain-Projekten. Indem sie sich für den südkoreanischen Won öffnen, schaffen sie die entsprechende Infrastruktur, um die abwandernden Blockchain-Start-ups bei sich aufzunehmen.

Neben US-amerikanischen und chinesischen Anbietern erfreuen die Zugewinne derweil auch Unternehmen aus Singapur. Bitholic, welches demnächst „Bithumb Singapur“ heißen wird, besitzt bereits eine hohe Anzahl von Blockchain-Projekten aus Südkorea in seinem Portfolio.

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