Studie: So kriminell ist Bitcoin gar nicht

Ein gängiges Vorurteil lautet, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen Kriminalität fördern. Ein amerikanischer Thinktank hat daher die illegale Nutzung des Bitcoins untersucht. Die Studie der Foundation for Defense of Democracies besagt, dass weniger als 1 % der Transaktionen auf illegale Aktivitäten hinweisen.



Deutliche Kritik an Kryptowährungen äußerte zuletzt etwa Bill Gates. Auf Reddit schrieb Gates, dass Kryptowährungen für den Drogenhandel genutzt werden und dadurch „Tode auf ziemlich direkte Weise“ verursachen. Dazu haben wir hier ausführlicher berichtet. Dieser Vorwurf wiegt schwer, wird Bitcoin jedoch nicht gerecht. So ist Bitcoin nicht vollständig anonym. Exchange-Plattformen fordern die Identifikation ihrer Nutzer und Bitcoins werden zumeist mit Fiatgeld gekauft oder in dieses zurückgetauscht. Da zudem alle Bitcoin-Transaktionen auf der Blockchain gespeichert sind, kann man Zahlungen nachverfolgen und Personen zuordnen.

Wie nutzen Kriminelle den Bitcoin?

Die Studie der Foundation for Defense of Democracies setzt aus diesem Grund bei der Bitcoin-Geldwäsche an. Um illegale Aktivitäten zu verschleiern, wird die Nachverfolgung auf der Blockchain erschwert. Dazu tauscht man Bitcoin in andere Währungen oder mischt sie mit anderen Kryptos. Dies ist zum Beispiel auf Glücksspielseiten, Exchange-Plattformen oder durch spezielle Mixer-Services möglich. In der Studie stammte eine „überwältigende“ Mehrheit der auf diese Weise verschleierten Bitcoins aus Geschäften aus dem Darknet.

Fördert der Bitcoin Kriminalität?

Man nutzt Bitcoin für kriminelle Aktivitäten. Das ist ein Problem, das sich nicht leugnen lässt. Zwischen „wird genutzt“ und „ist Schuld an“ liegt jedoch ein großer Unterschied. Gibt man Bitcoin die Schuld an einem blühenden Drogenhandel, kann man mit der gleichen Argumentation dem Internet, der Post und Autos die Schuld geben. Letztlich jedem Detail, das Dealern die Arbeit in irgendeiner Form erleichtert. Gleichzeitig klammert man auf diese Weise soziale Gründe für Drogenhandel und -konsum einfach aus. Eine Verbietet-den-Bitcoin-Mentalität kann daher keine Lösung für illegale Aktivitäten mit der Kryptowährung sein. Dagegen spricht außerdem der geringe Umfang an Bitcoin-Geldwäsche, den die Studie belegt.

Statt Kryptowährungen zu kriminalisieren, sollte die Strafverfolgung lernen, diese zu nutzen. Die genannte Studie konnte zeigen, dass für illegale Aktivitäten genutzte Bitcoin größtenteils bei Mixer-Services und Seiten für Online-Glücksspiel landen. Dort können Ermittlungen ansetzen. So kann man Drogenhandel, Terror-Finanzierung und Geldwäsche bekämpfen, ohne dass man die über 99 % legalen Bitcoin-Transaktionen unter Generalverdacht muss.

BTC-ECHO

Über Fabian Kaul

Fabian KaulFabian Kaul hat Neuere Deutsche Literatur in Göttingen studiert. Seit März 2018 schreibt er als freier Redakteur für BTC-ECHO. Sein Hauptinteresse gilt den Chancen und Risiken, die sich aus dem Themenkomplex Blockchains und Kryptowährungen für die Gesellschaft ergeben.

Ähnliche Artikel

Revolut hat jetzt auch Ripple und Bitcoin Cash im Sortiment

Der britische Zahlungsdienstleister Revolut hat kürzlich die Kryptowährungen XRP (Ripple) und Bitcoin Cash hinzugefügt. Damit stellt sich die Bankenalternative im Kryptobereich breiter auf. Eben erst hatte das Start-up eine Series-C-Runde von Investments beendet, die insgesamt 250 Millionen US-Dollar in die Kassen spülte. Das Fintech-Start-up mit Sitz in London bietet seit einiger Zeit verschiedene Zahlungsdienstleistungen an. […]

Ripple für Gorillas: Ashton Kutcher spendet 4 Mio. US-Dollar in XRP

Ashton Kutcher spendete vier Millionen US-Dollar in der Kryptowährung XRP im Namen von Ripple an Ellen DeGeneres. Der Schauspieler und Gründer von A-Grade Investments will damit DeGeneres Wildlife Fund unterstützen. Viele kennen ihn aus den Dunstkreisen Hollywoods. Während die etwas Älteren ihn wahrscheinlich noch als Dude aus „Ey Mann, wo is‘ mein Auto“ kennen, konnte […]

Malta: Regierung präsentiert drei neue Gesetzesentwürfe zur Krypto-Regulierung

Der Inselstaat Malta hat drei Gesetzesentwürfe auf den Weg gebracht, die die Regulierung von Kryptowährungen behandeln. Bisher war Malta vor allem durch eine freundliche und einladende Haltung gegenüber Krypto-Start-ups aufgefallen. Wie sich die neuen Reglungen jetzt auf diesen Status auswirken. Malta ist vielen in erster Linie als eine der großen europäischen Oasen für Finanzmarktgeschäfte bekannt. […]

ICO-Studie: Investiertes Kapital nimmt in 3 Jahren um 15.000 Prozent zu

In einer Analyse nähert sich das Center for Innovative Finance von der Uni Basel der Entwicklung von ICOs im Zeitraum zwischen 2014 und 2017. Die Analysen von Remo Nyffenegger und Dr. Fabian Schär ergeben unter anderem, dass das investierte Kapital um 15.000 Prozent gestiegen ist. Zudem schlagen die Forscher ein Framework zur Kategorisierung von Token […]