Droht der Chain Split? Streit bei Ethereum: Für und wider ProgPOW

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Ethereum vor einer Spaltung?

Quelle: Shutterstock

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Beim Core Devs Meeting vom 21. Februar entschlossen sich die Core Developer Ethereums für die Implementierung von ProgPow. Dabei handelt es sich um eine ASIC-resistente Variante von Ethereums Proof-of-Work-Konsens, die das Mining wieder dezentralisieren soll. Doch nicht alle sind von der Idee begeistert.

Ethereum 2.0 steht am Horizont. Dieses Upgrade soll durch einen Wechsel zu Proof of Stake und verschiedenen Off-Chain-Lösungen die Skalierbarkeit von Ethereum nachhaltig verbessern. Der Wechsel zu diesem neuen Ethereum soll jedoch nicht abrupt sein; vielmehr schwebt den Ethereum-Entwicklern ein sanfter Übergang vom Proof of Work zum Proof of Stake vor.

Was ist ProgPoW?

Zu diesem Übergang zählt auch der Progressive Proof of Work oder kurz ProgPoW. Dieser ProgPoW ist im EIP 1057 definiert. Bei dieser Variante des Proof of Work handelt es sich um einen ASIC-resistenten Konsensmechanimus. Mining würde nicht mehr über ASICS, sondern über GPUs funktionieren.

ASIC Resistenz ist bei Proof-of-Work-Kryptowährungen wie Ethereum ein heiß diskutiertes Thema. Befürworter betonen, dass dies an verschiedenen Stellen das Mining-Ökosystem dezentralisieren würde: Mit dem Fokus auf GPUs würde Mining wieder mehr einfachen Leuten offenstehen. Noch wichtiger ist, dass man sich so nicht abhängig von wenigen Mining-Herstellern wie Bitmain machen würde. Ein weiterer positiver Punkt ist die Versatilität. Sind bestimmte ASIC-Typen nur für eine konkrete Variante eines Proof-of-Work-Mechanismus nutzbar, können GPUs für unterschiedliche Algorithmen verwendet werden.


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Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass ASIC-Resistance die Sicherheit eines Mining-Systems unterwandert. Zum einen wirkt sich der Wechsel auf ASIC-Resistance negativ auf die Hash Rate des Systems aus. Dadurch wird das System angreifbarer. Kritiker sehen außerdem in der Versatilität eine Schwäche: Miner, die viel Geld in ASICs investieren, die nur für einen bestimmten Proof of Work nutzbar sind, sind an diesen Algorithmus gebunden. Sie werden entsprechend Entscheidungen zugunsten dieses Mining-Ökosystems treffen. Im Kontrast dazu können GPU-Miner schnell zu einer anderen Kryptowährung wechseln. Die verschiedenen Angriffe auf ASIC-resistente Kryptowährungen in den letzten Jahren geben den Kritikern ein wenig recht. Schließlich betonen diese, dass ASIC-Resistance auch immer ein temporäres Phänomen ist. Auch Ethash, der aktuelle Proof-of-Work-Algorithmus von Ethereum, war ASIC-resistent ausgelegt, jedoch existieren inzwischen Ethash-fähige ASICs.

Mehr über ASIC-Resistance könnt ihr in unserem Podcast hören.

Ethereum-Nutzer um ProgPoW zwiegespalten

Soweit zur Übersicht über ProgPoW und ASIC-Resistance. Die Core Developer haben nun beschlossen, dass ProgPoW im Juli eingeführt werden soll. Konkret soll es drei Wochen nach der Realisierung eines Updates mit Fokus auf Privatsphäre und Skalierbarkeit, dem EIP-1962, geschehen, was im Juni geplant ist.

Warum soll es (hoffentlich) so kurz vor dem Übergang zu Proof of Stake zu einer Änderung des Proof-of-Work-Algorithmus kommen? Der Koordinator der Ethereum Hard-Fork sieht darin eine Absicherung gegen Double-Spending-Attacken kurz vor dem Übergang zu Proof of Stake:

Die größte Gefahr an einem nicht-ASIC-resistenten Proof-of-Work ist, dass wir kurz vor dem Übergang zu POS angreifbar sind. ASICs werden bald unbrauchbar sein und haben dann keinen Anreiz mehr, den Wert von Ethereum zu erhalten.

Nicht alle sind mit dieser Entscheidung zufrieden. Dabei geht es weniger um die angesprochenen Kritikpunkte um ASIC-Resistance, sondern um die Gefahr eines Chain Splits. Ebenso wurde aus ihrer Sicht die Entscheidung gegen das Gros der Nutzer getroffen. Martin Köppelmann von Gnosis wird dabei sehr deutlich:

Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass Ethereum nicht ProgPOW adaptiert. Ich bin mir sogar zu 100 Prozent sicher, dass ich keine Token halten will, die aus einer von der Mehrheit der Nutzer abgelehnten Hard Fork entsprungen sind. Deshalb werde ich auf jeden Fall meine ProgPoW Token verkaufen.

Er ist nicht der einzige, der sich scharf gegen ProgPoW äußert. Ameen Soleimani von MolochDAO und Spankchain, Hayden Adams von Uniswap und Igor Lilic of ConsenSys sind weitere namhafte Kritiker der Entscheidung der Core Developer. 

Ob er sich tatsächlich von Ethereum nach einer ProgPoW-Hard-Fork lossagen wird, sei dahin gestellt. Diese Äußerung zeigt jedoch, dass viele außerhalb der Core-Developer-Kreise die Entscheidung nicht nachvollziehen können.

Was bei derartigen Debatten am meisten hilft, ist, den Originalton genauer zu studieren. Wer in dem Sinne an dem Core Dev Meeting in seiner Gesamtheit Interesse hat, kann dieses auf YouTube anschauen.

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