Storj stellt dezentrale Cloud-Lösung mit eigener Währung vor

Storj stellt dezentrale Cloud-Lösung mit eigener Währung vor

Wer seine Daten online in der Cloud speichert, muss sich zunehmend auch um die Sicherheit seiner Daten sorgen. Hat man die Nutzungsbedingungen einmal akzeptiert, gewährt man dem Anbieter unter Umständen Rechte, die ihm eigentlich nicht zustehen sollten. Storj stellt ein neues Konzept vor: Die dezentralsiierte Cloud soll Abhilfe schaffen.



Storj: Verschlüsselte, dezentrale Cloud

Storj bietet Cloudspeicher mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung an. Diese Sicherheitsmaßnahme ist wichtig, weil die Daten nicht etwa zentral auf den Servern von Storj gespeichert werden (wie es bei den meisten Cloudanbietern üblich ist), sondern dezentral verteilt werden.

Das Unternehmen hat gestern die Betaphase angekündigt. Softwareentwickler sollen nun die Möglichkeit haben, die Daten aus ihren Applikationen in der Cloud zu speichern. Der Austausch von Speicher funktioniert über die Blockchain Technologie, das heißt: Die Benutzer stellen Speicherkapazität zur Verfügung (bei Bitcoins ist es die Rechenleistung) und werden dafür mit der hauseigenen Währung vergütet: Storjcoin. Das Unternehmen nennt die bereitstellenden Nutzer Farmer.

Partnerschaft mit Microsoft

Das Unternehmen hat kürzlich bekanntgegeben, eine Partnerschaft mit Microsoft Azure geschlossen zu haben. Storj wird über die Azure Plattform verfügbar sein und das Konzept als Blockchain As a Service Modell anbieten. Zunächst wird der Service nur für Enterprise Kunden verfügbar sein. Diese können dann über Azure mit dem Dienst arbeiten.

Storj bereits als Open Source Projekt bekannt

Das Gesamtkonzept des Unternehmens ist nicht neu: Das neue Produkt ist der Nachfolger des Storj Open Source Projekts. Die Storj Gemeinschaft besteht aus Entwicklern und Spezialisten für Cloud- und Blockchaintechnologien. Nun baut man die dezentralisierte Cloud aus und entwickelt ein Geschäftsmodell daraus.

Meinung des Autors (Max):

Eine dezentralisierte Cloud ist eine technische Neuheit, wie man sie selten erlebt. Momentan ergeben sich deshalb viele offene Fragen, auf die es seitens der Unternehmen noch keine vollständigen Antworten zu geben scheint. Beispielsweise muss sichergestellt werden, dass das Angebot an Speicherplatz jederzeit groß genug ist. Wie sieht es aus, wenn viele Teilnehmer gleichzeitig „zurücktreten“ und ihren Speicher nicht mehr zur Verfügung stellen?

Das Gesamtkonzept ist durchaus umsetzbar, wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungen in einigen Jahren serienreif sind und auf die breitere Akzeptanz der Nutzer stoßen werden.

BTC-Echo

Originalbeitrag via newsBTC: Storj, the New Decentralized Cloud Storage Platform Goes Live

Über Max Kops

Max KopsMaximilian Kops arbeitet als Analyst und Autor für BTC-ECHO und ist spezialisiert auf Fragen zur technischen Entwicklung von Blockchains als auch zu FinTech-Startups. Zudem ist er Experte für die Analyse von Initial Coin Offerings (ICOs). Er studiert Wirtschaftsinformatik und begann bereits im Alter von 17 Jahren, Bitcoins im Wohnzimmer seines Elternhauses zu minen.

Bildquellen

  • Storj_io-logo: Storj.io

Ähnliche Artikel

Identität 4.0: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen

Wir begeben uns auf die Reise zur Persönlichkeit: Was bedeutet Identität? Wie kommt man von der analogen zur digitalen Identität? Nachdem geklärt ist, was Identität ist und wie wir sie ins Netz bringen, geht es nun um den Wert unserer digitalen Identität. Heute: Identität 4.0.: Der goldene digitale Fußabdruck – Von Daten und Konzernen. Teil […]

Was tun im Bärenmarkt? Gedanken zum fallenden Bitcoin-Kurs

Der Bärenmarkt nimmt kein Ende. Analysten versuchen den Grund für den fallenden Bitcoin-Kurs zu erklären und wecken Hoffnung auf einen neuen Bullenmarkt in diesem Jahr. In diesem Artikel werden Denkanstöße in andere Richtungen gegeben. Eine Kolumne von Philipp Giese Nachdem der Kurs ein seit Monaten durchlaufenes Triangle Pattern durchbrach und einen seit einem halben Jahr […]

ETHBerlin: Hackathon erhält eigenen Token

Im September findet in Berlin ein Ethereum-Hackathon statt. Für die Veranstaltung soll eigens ein Token erschaffen werden. Der auf den Namen BRLNCoin getaufte Token wird Teil eines Ethereum-basierten Belohnungssystems sein.  Berlin hat sich als idealer Nährboden für Startup-Unternehmen einen Namen gemacht. Auch die Kryptoszene pulsiert in der Hauptstadt, was sich in zahlreichen Veranstaltungen rund ums Thema […]

Bitconnect: Polizei vermutet Mord an Ehefrau des CEO

Die australische Polizei geht drei Monate nach dem Verschwinden der Ehefrau von John Bigatton, dem ehemaligen Geschäftsführer von Bitconnect, von einem Mord aus. Man hat die Ermittlungen intensiviert, um eine mögliche Erpressung oder andere monetäre Hintergründe des Verschwindens aufzudecken. Unter anderem bemühen sich die Ermittler auch darum, das Geschäftsmodell des Unternehmens zu durchleuchten. Die zweifache […]