Seoul: Eine Stadt auf dem Weg zum Blockchain-Hub

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Seoul: Eine Stadt auf dem Weg zum Blockchain-Hub

Es vergeht kaum eine Woche, an der es keine Bitcoin-News aus Südkoreas Hauptstadt gibt. Seoul pirscht mit großen Schritten in eine Krypto-Zukunft. Neben blockchainbasierten öffentlichen Dienstleistungen stehen auch digitale Wahlen zur Diskussion.

Auf Seouls selbst erklärtem Weg zu einem „Blockchain-Hub“ weitet die Stadtverwaltung Blockchain auf immer neuere Bereiche des öffentlichen Managements aus. Nachdem die Verwaltung des Seouler Stadtteils Yeongdeungpo kürzlich damit begonnen hat, öffentliche Aufträge mithilfe der Blockchain-Technologie auszuschreiben, erforscht man nun zusätzliche Möglichkeiten blockchainbasierter Bürgerdienste.

„Seoul Blockchain Governance Team“ entwirft Ideen für die Smart City

Laut eines Reports von Yonhap News hat sich ein Team aus etwa 100 Angestellten der zentralen Stadtregierung formiert. Dieses sei eigens ins Leben gerufen worden, um das Potenzial von Blockchain-Anwendungen in verschiedenen Regierungsservices zu erforschen. Dabei nehme man auch Online-Wahlsysteme ins Visier.

Aktuell konzentriere sich das Team, bestehend aus Entwicklern, Projektmanagern, Wirtschafts- und Lobbyvertretern sowie Studenten zwischen 21 und 77 Jahren, auf integriertes Management, digitale Dokumentenverifizierung und automatisierte Auftragszahlungen.

123,3 Milliarden Won für Blockchain-Technologie

Park Won-soon, seit 2011 Bürgermeister von Seoul, hält mit den laufenden Investitionen seine Wahlversprechen ein. Am 3. Oktober präsentierte Park, der sich aktuell in seiner dritten Amtszeit als Seouls Regierungsoberhaupt befindet, den „Blockchain-Stadtplan für 2018 bis 2022“ (BTC-ECHO berichtete). Dieser Plan, mit 123,3 Milliarden koreanischen Won (etwa 94,5 Millionen Euro) finanziert, sieht großzügige Investitionen in öffentliche Dienste, etwa Arbeitsschutz und Gewerberegulierung, vor.

Die Blockchain-Innovationen betreffen neben dem öffentlichen Sektor aber auch private Unternehmen. Seoul plant, die Infrastruktur für 200 Blockchain-Start-ups auszubauen und bis 2021 60 Milliarden Won in entsprechende Räumlichkeiten zu investieren.

Lies auch:  Südkorea zeigt ICOs weiter die kalte Schulter

Südkoreas Krypto-Regulierung: Stable Coins statt ICO

Indes bleibt die koreanische Regierung hart, was das Verbot von ICOs (Initial Coin Offerings) angeht. Sie begründet dies mit dem hohen Risiko ausländischen Finanzbetruges und spekulativen Einflüssen über ICOs.

Auf der anderen Seite der südkoreanischen Krypto-Szene gibt es erfreulichere Entwicklungen. Das FinTech BxB brachte erst vor wenigen Tagen einen ERC20-basierten Stable Coin namens KRWb auf den Markt, welcher 1:1 an den koreanischen Won gekoppelt ist. Damit bleibt Südkorea seiner Strategie treu, auf den Bitcoin-Trend offensiv zu reagieren. Wachstums- und Profitpotentiale werden ausgeschöpft, während Risiken durch zügige und restriktive Regulierung eingedämmt werden sollen.

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