85 Millionen vor Crash verkauft 

Terra-Crash: Insolvenzverwalter verklagt Jane Street wegen Verdacht auf Insiderhandel

Der Insolvenzverwalter von Terraform Labs verklagt Jane Street wegen mutmaßlicher Marktmanipulation kurz vor dem Terra-Crash. Es geht um Millionenverkäufe, interne Chats und den Vorwurf gezielter Informationsausnutzung.

Dominic Döllel
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Das Symbol von Terra vor einem Chart und dem Schriftzug Terra.

Beitragsbild: picture alliance

| 40 Milliarden US-Dollar sollen Anleger beim Kollaps von Terra (Luna) verloren haben
  • Der Insolvenzverwalter von Terraform Labs, Todd Snyder, hat in New York Klage gegen das Handelshaus Jane Street eingereicht. Er wirft dem Unternehmen, Mitgründer Robert Granieri sowie den Mitarbeitern Bryce Pratt und Michael Huang Insiderhandel und Marktmanipulation im Vorfeld des Terra-Zusammenbruchs vor.
  • Konkret soll Jane Street vertrauliche, nicht öffentliche Informationen von Insidern bei Terraform Labs erhalten und für eigene Handelsgeschäfte genutzt haben. Laut der Klageschrift habe das Handelshaus Token des Terra-Ökosystems in erheblichem Umfang verkauft – und zwar zu einem Zeitpunkt, der den späteren Kollaps beschleunigt habe.
  • Im Zentrum der Vorwürfe steht der 7. Mai 2022. An diesem Tag zog Terraform Labs 150 Millionen TerraUSD aus einem Liquiditätspool für Stablecoins ab, ohne dies öffentlich anzukündigen. Innerhalb von zehn Minuten soll Jane Street 85 Millionen TerraUSD in denselben Pool verkauft haben. Laut Klage handelte es sich um den größten Einzeltausch des Unternehmens in diesem Markt. Dieser Vorgang habe einen Abverkauf ausgelöst, der schließlich in der vollständigen Destabilisierung des Ökosystems mündete.
  • Snyder argumentiert, Jane Street habe dank interner Kontakte “nicht öffentliche Informationen” erhalten. Eine zentrale Rolle spiele dabei Bryce Pratt, ein ehemaliger Praktikant von Terraform Labs, der später für Jane Street tätig war. Er habe Kommunikationskanäle zu früheren Kollegen wiederbelebt und damit einen inoffiziellen Informationsfluss ermöglicht. Über diese Kontakte habe Jane Street demnach sensible Unternehmensinformationen erhalten und ihre Marktposition entsprechend angepasst. Laut Klage habe das Unternehmen so “hunderte Millionen US-Dollar” an potenziellen Risiken rechtzeitig abbauen können.
  • Jane Street weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen bezeichnete die Klage als unbegründet und opportunistisch. Die Verluste von Terra- und Luna-Investoren seien auf einen milliardenschweren Betrug durch das Management von Terraform Labs zurückzuführen.
  • Terraform war im Mai 2022 zusammengebrochen, nachdem der algorithmische Stablecoin TerraUSD seine Bindung an den US-Dollar verloren hatte. In der Folge gerieten TerraUSD und der Schwester-Token Luna in eine Abwärtsspirale, durch die rund 40 Milliarden US-Dollar an Marktwert vernichtet wurden. 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Mitgründer Do Kwon bekannte sich in den USA in zwei Anklagepunkten schuldig und wurde im Dezember zu 15 Jahren Haft verurteilt.
  • Snyder fordert Schadenersatz sowie die Abschöpfung mutmaßlich erzielter Gewinne. Über die Klage soll ein Geschworenengericht entscheiden.
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