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Bank Run erwartet Südkorea: Ist das das Ende der Krypto-Börsen?

Die FSC schiebt Krypto-Börsen den Riegel vor und drückt damit circa zwei Drittel der Betreibenden aus dem Land. Das wird viele Menschen arm machen, fürchten Experten.

Marlene Müller
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Die im Juni von der südkoreanischen Financial Services Commission (FSC) in Kraft getretene Verordnung fordert nun ihre Opfer. Damals legte die FSC fest, dass alle Krypto-Börsen bis zum 24. September eine Lizenz beantragen müssen. Sie bekommen diese Lizenz aber nur dann, wenn sie nachweisen, dass sie mit Klarnamen-Konten bei südkoreanischen Banken operieren.

Das Problem vieler Krypto-Handelsplattformen ist jedoch, dass die südkoreanischen Banken keine Verpflichtungen mit ihnen eingehen wollen. Sie erklären die Geschäfte in vielerlei Hinsicht als zu risikoreich. Langsam beginnt die Uhr für die Krypto-Börsen-Betreiber:innen zu ticken. Denn wer innerhalb der nächsten zwei Wochen keinen Kooperationspartner findet, muss dicht machen. Infolgedessen erwarten Insider nun, dass fast zwei Drittel der Betreiber:innen noch diesen Monat dazu gezwungen werden könnten, Südkorea zu verlassen. Eine weitere Klausel erhöht den Druck zusätzlich. Diese besagt, dass alle Börsen, die bis zum 17. September keine Lizenz erhalten haben, ihre Kund:innen über das Risiko der Auflösung informieren müssen.

Die größten Krypto-Börsen des Landes bleiben

Aktuell haben nur vier Börsen eine solche Lizenz durch eine Banken-Kooperation beantragen können. Dabei handelt es sich um die größten Krypto-Börsen des Landes wie etwa: Upbit, Bithumb, Korbit und Coinone. Gemeinsam wickeln sie knapp 90 Prozent des gesamten Krypto-Handelsvolumens ab. Sollte es bei den vier Anbietern bleiben, würde sich die oligopolistische Stellung nochmal erheblich verschärfen.

Durch die Schließung der restlichen Börsen werden nun große Anlegerverluste erwartet. In einem Interview mit der Financial Times erklärte Lee Chul-yi, der Leiter der lokalen Kryptobörse Foblgate, dass besonders durch die Eliminierung der sogenannten Kimchi-Münzen viele Menschen ihr Geld verlieren werden.

Eine Situation, die einem Bank-Run ähnelt, wird kurz vor dem Stichtag erwartet, da Anleger ihre Bestände an ‚Alt-Coins‘, die nur an kleinen Börsen notiert sind, nicht auszahlen können. (…) Sie werden plötzlich arm sein. 

Lee Chul-yi, Financial Times, 13. September 2021

Hochrechnungen zufolge könnte sich der Schaden auf etwa 2,6 Milliarden US-Dollar belaufen.

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