In einer deutlichen Abkehr von der bisherigen restriktiven Politik hat der französische Finanzminister Roland Lescure eine stärkere Förderung von Euro-Stablecoins gefordert. Das berichtet Reuters zuerst. Während sein Vorgänger Bruno Le Maire private Stablecoins noch als Bedrohung für die staatliche Souveränität einstufte, sieht Lescure in ihnen nun ein notwendiges Instrument, um der Dominanz von US-Dollar-basierten digitalen Währungen entgegenzuwirken.
Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht die Unterstützung für Qivalis. Dabei handelt es sich um ein Konsortium aus zwölf führenden europäischen Finanzinstituten, darunter BNP Paribas, ING und UniCredit. Die Gruppe plant für die zweite Jahreshälfte 2026 den Start eines Euro-gestützten Stablecoins. Lescure bezeichnete das aktuelle Übergewicht an Dollar-Stablecoins als nicht zufriedenstellend und betonte, dass Europa eigene digitale Lösungen benötige.
Zusätzlich forderte der Minister die Banken innerhalb der Europäischen Union dazu auf, die Einführung tokenisierter Einlagen aktiv voranzutreiben. Dieser Vorstoß markiert einen Wendepunkt in der französischen Krypto-Politik. Bisherige Warnungen der Zentralbank vor einer Privatisierung des Geldes treten damit zugunsten einer strategischen Positionierung im digitalen Zahlungsverkehr in den Hintergrund.
