Rettungsanker? 

MiCA-Deadline rückt näher – jetzt geht BitGo auf Kundenfang

Die Deadline der MiCA könnte einige Krypto-Anbieter aus der EU treiben – direkt in die Arme von BitGO. Die Firma geht jetzt auf Kundenfang.

Daniel Hoppmann
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BitGo-CEO Mike Belshe beim Börsengang seines Unternehmens.

Beitragsbild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Richard Drew

| BitGo-CEO Mike Belshe wittert offenbar die Chance auf gute Geschäfte

Der Krypto-Custodian BitGo will offenbar Dienstleistern ohne MiCA-Lizenz einen Weiterbetrieb der Geschäftstätigkeiten in der Europäischen Union anbieten. Statt den Betrieb einzustellen, könnten Anbieter einfach auf die Infrastruktur des US-Unternehmens ausweichen, erklärt CEO Mike Belshe in einem Post auf X.

“Falls Sie noch auf die Genehmigung warten oder lieber eine lizenzierte Infrastruktur nutzen möchten, anstatt diese selbst aufzubauen, können wir Ihnen dabei helfen, sicher und unter Einhaltung aller Vorschriften weiterzuarbeiten”, schreibt er.

BitGo ist seit Mai letzten Jahres in der EU lizenziert. Die deutsche Finanzbehörde BaFin übernimmt die Aufsicht über den Dienstleister. In der gesamten Wirtschaftszone darf das Unternehmen beispielsweise Assets verwahren, Orders durchführen oder auch Coins untereinander oder in Fiatwährungen umwandeln. Dienstleistungen wie Trading oder Portfolio-Management sind nicht erlaubt.

1. Juli wird zum Stichtag

Hintergrund der BitGo-Offerte ist eine Deadline innerhalb der Krypto-Verordnung MiCA. Der europäische Gesetzgeber schreibt vor, dass Anbieter bis zum 1. Juli 2026 eine entsprechende Lizenz vorweisen müssen. Eine weitere Gnadenfrist für Anträge im Prüfprozess sieht die Verordnung nicht vor.

In der Konsequenz drohen einigen Anbietern empfindliche Strafen, sollten nach dem Stichtag noch Dienstleistungen erbracht werden. Im schlimmsten Fall droht der Rausschmiss aus dem EU-Markt. So mancher Big Player könnte dann seine Dienste zunächst einstellen und gegebenenfalls Dienstleistungen auf regulierte Anbieter wie BitGo verlagern.

Aktueller Fall: Binance. Die größte Krypto-Börse der Welt arbeitet hinter den Kulissen mit Hochdruck an einer MiCA-Lizenz. Einen Bericht von Reuters, wonach Aufsichtsbehörden dem Handelsplatz die Erlaubnis verweigert hätten, wies Binance zurück.

Was das konkret für europäische Kunden bedeuten würde, haben wir hier erklärt: Ärger mit MiCA? Droht Binance das Aus in Europa?

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