Die Inflation in den USA ist im Juli auf 3,5 Prozent gefallen und damit deutlicher zurückgegangen als von Analysten erwartet. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einer Teuerungsrate von 3,8 Prozent gerechnet. Die Kerninflation (Core CPI) ist auf 2,6 Prozent gefallen und liegt damit unter den Erwartungen von 2,8 Prozent. Die neuen Verbraucherpreisdaten (CPI) gelten als einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren für die US-Notenbank Fed, da sie maßgeblich die weitere Zinspolitik beeinflussen.
Eine schwächere Inflation erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit künftiger Zinssenkungen und verbessert damit die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Anleger. Die Fed verfolgt langfristig ein Inflationsziel von zwei Prozent, liegt davon mit den aktuellen Daten jedoch weiterhin entfernt. Dennoch werteten die Märkte die Veröffentlichung als positives Signal, da der Preisdruck stärker nachlässt als befürchtet.
Krypto profitiert von Zinshoffnungen
Die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik sorgte unmittelbar nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten für Kursgewinne an den Finanzmärkten. Bitcoin stieg auf 63.760 US-Dollar, während Ethereum auf 1.835 US-Dollar zulegte. Auch zahlreiche Altcoins verzeichneten deutliche Gewinne. Parallel dazu legte Gold auf 4.078 US-Dollar zu.
Auch an den traditionellen Finanzmärkten überwog die Kauflaune. Die Futures auf den S&P 500 notierten vorbörslich 0,21 Prozent im Plus, während die Nasdaq-100-Futures um 1,07 Prozent anzogen.
Trotz der positiven Inflationsdaten bleibt die geopolitische Lage ein entscheidender Unsicherheitsfaktor. Anleger beobachten die Entwicklungen im Nahen Osten sowie neue Aussagen der US-Regierung zum Iran-Krieg und zur strategisch wichtigen Straße von Hormus. Ob die positive Marktreaktion nachhaltig bleibt, dürfte daher nicht nur von den nächsten Konjunkturdaten, sondern auch von der geopolitischen Entwicklung abhängen.
