Morgan Stanley steigt mit seiner Plattform E*Trade tiefer in den Krypto-Markt ein und setzt dabei auf günstigere Gebühren als die Konkurrenz. Kunden zahlen künftig 0,50 Prozent des Dollarwerts pro Transaktion und damit weniger als bei Coinbase, Robinhood oder Charles Schwab. Das Angebot befindet sich aktuell noch in einer Pilotphase, soll jedoch im Laufe des Jahres allen 8,6 Millionen E*Trade-Kunden zur Verfügung stehen.
Mit dem Schritt versucht Morgan Stanley, stärker am wachsenden Markt für digitale Vermögenswerte zu partizipieren. Die Bank setzt darauf, dass klassische Finanzmärkte und Krypto-Anwendungen künftig enger zusammenwachsen. Laut Jed Finn, Leiter der Vermögensverwaltung bei Morgan Stanley, gehe es dabei um weit mehr als nur günstigere Gebühren. Ziel sei es, bestehende Zwischenhändler teilweise zu umgehen und eigene Marktanteile auszubauen.
Krypto wird für Banken attraktiver
Nach Jahren regulatorischer Unsicherheit hat sich die Stimmung in den USA deutlich verändert. Vor allem seit dem Wahlsieg von Donald Trump Ende 2024 sehen viele Banken neue Möglichkeiten im Krypto-Markt. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, die USA zur “Krypto-Hauptstadt der Welt“ machen zu wollen.
Morgan Stanley arbeitet bereits seit längerer Zeit an einer größeren Expansion im Bereich digitaler Assets. Schon im vergangenen Jahr kündigte die Bank eine Partnerschaft mit dem Infrastruktur-Anbieter Zerohash an. Kunden sollen dadurch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Solana handeln können.
Auch bei den Gebühren versucht die Bank, sich gut zu positionieren. Während Robinhood laut Bericht Gebühren ab 95 Basispunkten verlangt und Coinbase bei 60 Basispunkten startet, berechnet Morgan Stanley lediglich 50 Basispunkte pro Transaktion.
Zudem plant die Bank weitere Produkte rund um digitale Vermögenswerte. Neben Bitcoin-ETFs stehen laut Bericht auch Ether- und Solana-ETFs auf der Agenda. Zusätzlich arbeitet Morgan Stanley offenbar an Angeboten für tokenisierte Aktien.
“Es wird in den nächsten Jahren sehr wettbewerbsintensiv werden, insbesondere da die regulatorischen Wettbewerbsvorteile immer weniger werden“, so Finn abschließend.
