Marktupdate 

Iran-Eskalation belastet Krypto-Markt: Ethereum stürzt unter 2.000 US-Dollar

Bitcoin fällt unter 73.000 US-Dollar. Geopolitische Spannungen, hohe Liquidationen und Unsicherheit vor US-Inflationsdaten belasten den Krypto-Markt.

Johannes Dexl
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Ethereum- und Bitcoin-Münze vor fallendem Chart

Beitragsbild: Shutterstock, KI-bearbeitet

| Massenliquidierung am Krypto-Markt: Wie tief können BTC und ETH noch sinken?

Auch am Donnerstagmorgen stehen die Zeichen für den Krypto-Markt auf Talfahrt. Bitcoin fiel in der asiatischen Sitzung erstmals seit Monaten unter 73.000 US-Dollar, ein Minus von rund drei Prozent binnen 24 Stunden. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf gut sechs Prozent. Noch deutlicher zeigt sich die Schwäche bei Ethereum. Die zweitgrößte Kryptowährung verliert rund vier Prozent und rutscht wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar. Auf Sieben-Tage-Sicht liegt ETH damit fast acht Prozent im Minus.

Solana gibt ebenfalls rund vier Prozent nach und notiert bei knapp über 80 US-Dollar. XRP fällt um rund vier Prozent auf knapp 1,30 US-Dollar. Größter Verlierer am Krypto-Markt ist Worldcoin mit einem Minus von 17 Prozent. Stark zulegen kann in diesem Zeitraum jedoch Stellar mit einem Plus von 15 Prozent.

Massenliquidierung der Bullen

Der Crash traf vor allem gehebelte Marktteilnehmer. Daten von CoinGlass zeigen Liquidationen in Höhe von fast einer Milliarde US-Dollar binnen 24 Stunden. Davon entfiel der Großteil auf Long-Positionen. Insgesamt wurden mehr als 166.000 Trader liquidiert. Bitcoin führte die Statistik mit rund 386 Millionen US-Dollar an, gefolgt von Ethereum mit rund 246 Millionen US-Dollar. Die größte einzelne Liquidation war eine Bitcoin-Position über mehr als 15 Millionen US-Dollar auf Hyperliquid.

Die Zahlen zeigen, wie einseitig der Markt positioniert war. Viele Trader hatten offenbar auf eine Erholung gesetzt. Als Bitcoin die Handelsspanne nach unten verließ, löste das eine Kettenreaktion aus. Die über Wochen aufgebaute Hebelstruktur wurde in einer einzigen Sitzung weitgehend aus dem Markt gespült.

Geopolitik belastet Risk-Assets

Auslöser der Marktbewegung war die erneute Eskalation im Nahen Osten. Das US-Militär führte Luftangriffe auf eine iranische Militäranlage nahe der Straße von Hormus aus. Zudem schossen US-Streitkräfte vier iranische Angriffsdrohnen ab, die nach Angaben eines US-Beamten auf ein Handelsschiff gerichtet waren. Die Maßnahme wurde als defensiv beschrieben und sollte demnach den zuletzt vereinbarten Waffenstillstand sichern.

Die US-Regierung verschärfte den Druck zusätzlich mit neuen Sanktionen gegen die iranische Persian Gulf Strait Authority. Der Vorwurf lautet, die Behörde habe Schiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge erpresst. Iran reagierte mit einem Angriff auf die US-Basis, von der die Luftschläge ausgegangen sein sollen. US-Präsident Donald Trump betonte, keine einzelne Nation werde die Wasserstraße kontrollieren. “Es sind internationale Gewässer”, so Trump.

Die Eskalation belastet Risk-Assets weltweit. Der MSCI All Country World Index gab 0,4 Prozent von seinem Rekordhoch nach, asiatische Aktien verloren 1,7 Prozent. Auch die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 deuteten auf einen schwächeren Handelsstart hin.

Zusätzliche Unsicherheit kommt von der Makroseite. In den USA richtet sich der Blick auf den PCE-Index. Die Daten dürften zeigen, ob der Preisdruck wieder zunimmt und damit die Debatte über den geldpolitischen Kurs verschärft. Höhere Inflation würde den Spielraum für Zinssenkungen weiter einengen und Risikoanlagen zusätzlich belasten. Am Freitag veröffentlicht Deutschland die vorläufige Inflationsrate für Mai.

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