FBI-Chef Kash Patel sorgt in den USA für Ärger. Laut einem Bericht von NOTUS hat Patel einen sechsstelligen Kauf von Strategy-Aktien zu spät offengelegt. Demnach kaufte der Direktor der US-Bundespolizei am 21. November MSTR-Aktien im Wert von 100.001 bis 250.000 US-Dollar, meldete die Transaktion aber erst am 26. Mai. Nach dem STOCK Act müssen hochrangige Regierungsbeamte einzelne Aktiengeschäfte über 1.000 US-Dollar innerhalb von 45 Tagen offenlegen.
Brisant ist der Fall vor allem wegen der Nähe von Strategy zur Krypto-Branche. Das Unternehmen von Michael Saylor gilt als größter börsennotierter Bitcoin-Halter der Welt. Zuletzt hielt Strategy 847.363 BTC. Der Wert des Bestands lag Ende Juni bei rund 50 Milliarden US-Dollar.
Patel begründete die verspätete Meldung mit einem Versehen. In einem Schreiben an die Office of Government Ethics erklärte er demnach, die Transaktion sei wegen einer “Misskommunikation” versehentlich nicht angegeben worden. Das Justizministerium sieht laut Bericht keinen Interessenkonflikt. Ein Beamter des FBI erklärte zudem, die Offenlegung sei inzwischen korrigiert und genehmigt worden.
Aufsicht über Krypto-Ermittlungen
Der Fall sorgt dennoch für Kritik. Das FBI ist direkt in Ermittlungen zu Krypto-Betrug, Anlagebetrug und anderen Finanzdelikten involviert. Genau deshalb sehen Watchdogs den Aktienkauf kritisch. Der Fall befeuert in Washington die Debatte darüber, ob Regierungsbeamte überhaupt einzelne Aktien handeln dürfen.
Für Strategy kommt die Debatte zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die MSTR-Aktie ist seit Patels Kauf deutlich gefallen. Zugleich bleibt das Unternehmen einer der wichtigsten institutionellen Bitcoin-Player am Markt. Das Geschäftsmodell hängt stark am Bitcoin-Kurs, an der Nachfrage nach Strategy-Wertpapieren und am Vertrauen der Investoren in Saylors Kapitalmarktstrategie. Zuletzt passte das Unternehmen jedoch seine Strategie an: Das ändert sich bei MSTR und STRC.

