Michael Saylor wurde im Sommer 2025 beinahe als Bitcoin-Prophet verehrt, nur der mysteriöse Erfinder Satoshi Nakamoto dürfte innerhalb der BTC-Community wohl noch größeren Respekt genossen haben. Doch der Wind hat sich gedreht. Ein Jahr später besitzt seine Treasury-Firma Strategy (ehemals: MicroStrategy) zwar fast 850.000 BTC, deutlich mehr als jedes andere Unternehmen der Welt – aber das Saylor’sche Playbook scheint nicht mehr zu funktionieren. Der Abbau der Dollarreserve im Bitcoin-Bärenmarkt erschütterte das Vertrauen vieler Anleger offenbar so stark, dass die eigentlich “sichere” Vorzugsaktie Stretch derzeit bei nur 76 US-Dollar handelt.
Eigentlich sollte das als “Digital Credit” beworbene Wertpapier dauerhaft in Nähe der 100 US-Dollarmarke notieren und Investoren gleichzeitig eine Dividende von 11,5 Prozent jährlich bescheren. Aber die Dividendendeckung durch die Cashreserve brach zuletzt von über 7 Jahren auf nur noch 14 Monate ein. Zudem sitzt Strategy infolge des Bitcoin-Kursrückganges auf einem nicht-realisierten Verlust in Höhe von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Laut einem neuen CryptoQuant-Report würde daher jeder erzwungene Verkauf von BTC zu den aktuellen Kursen “den Unternehmenswert für die Aktionäre zerstören”.
Will Saylor nun weiter Bitcoin kaufen, dann muss er dafür neue MSTR-Aktien ausgeben und dementsprechend die Aktionäre verwässern, wird Strategy doch derzeit niedriger bewertet als die gehaltenen BTC-Bestände. Als Konsequenz fiel die Stammaktie gegenüber dem Vormonat um 47 Prozent und notierte bei Öffnung der US-Börsen bei nur mehr 83 US-Dollar. “Volatilität stellt jede Kapitalstruktur auf die Probe”, verteidigt sich Saylor in einem neuen X-Post. Der Fokus von Strategy liege weiterhin auf Bitcoin, einer disziplinierten Kapitalallokation, der Bonität und der langfristigen Wertschöpfung.
