"Über vier Monate vollständig versorgt" 

Bitcoin Mining in Deutschland: So viel Strom wie Berlin – und kaum noch rentabel

Bitcoin Mining in Deutschland verbraucht jährlich 4.673 GWh Strom. Das entspricht dem Bedarf von über 445.000 Haushalten – wirtschaftlich kaum rentabel.

Dominic Döllel
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Nahaufnahme eines Krypto-Stromzählers, der hinter einer transparenten Abdeckung den Wert 385359 Kilowattstunden (kWh) anzeigt.

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoin Mining ist teuer in Deutschland
  • Trotz eines temporären Allzeithochs im Oktober 2025 beendete Bitcoin das Jahr mit einem Minus von sieben Prozent. Insbesondere Miner standen vor wirtschaftlichen Herausforderungen – viele von ihnen verlagern ihr Geschäft inzwischen in Richtung künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechner.
  • Laut einer aktuellen Auswertung des Analysehauses BestBrokers auf Basis des Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index entfallen auf Deutschland derzeit rund 3,06 Prozent der globalen Bitcoin-Produktion. Täglich werden hierzulande durchschnittlich 13,85 Bitcoin geschürft. Der Energiebedarf dafür: rund 12,8 GWh pro Tag – oder 4673,16 GWh pro Jahr.
  • Zum Vergleich: Mit dieser Strommenge könnte die Stadt Berlin für über vier Monate vollständig versorgt werden. Oder: Mehr als 445.000 deutsche Haushalte ließen sich damit ein Jahr lang mit Energie beliefern. Das entspricht knapp über einem Prozent des deutschen Stromverbrauchs.
  • Spitzenreiter war der 13. Dezember: An diesem Tag verbrauchten deutsche Mining-Farmen 13,34 GWh – nur für das Schürfen von Bitcoin. Rechnet man den Strompreis für gewerbliche Abnehmer laut Eurostat von durchschnittlich 0,1877 Euro pro kWh ein, belaufen sich die täglichen Stromkosten für das Mining in Deutschland auf über 2,4 Millionen Euro. Damit kostet ein einziger in Deutschland geschürfter Bitcoin im Schnitt 173.525 Euro – mehr als doppelt so viel wie der Marktpreis Ende 2025.
  • Diese Diskrepanz macht deutlich: Der Mining-Sektor steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Während kleinere Anbieter mit veralteter Hardware oder hohen Strompreisen kämpfen, profitieren vorwiegend große Betreiber mit Zugang zu günstiger Energie. Die Folge: Konsolidierungstendenzen im Bitcoin-Netzwerk.
  • Laut BestBrokers könnten die für das Mining verwendeten Energiemengen auch alternativ eingesetzt werden – etwa zum Laden der rund 3,3 Millionen batterieelektrischen Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Die Menge würde ausreichen, um jedes E-Auto im Schnitt 31-mal vollständig aufzuladen.
  • Welche Altcoins für Solo Mining profitabel sind und wie sich Stromkosten auf deine Rentabilität auswirken, liest du hier: Diese Altcoins lohnen sich besonders.
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