Auf der Stellar Blockchain ist seit vergangenem Donnerstag ein neuer Euro-Stablecoin verfügbar. Der „EURB“ ist Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Krypto-Darlehensvermittler Bitbond und dem Bankhaus von der Heydt (BVDH). Das geht aus einer Pressemitteilung der beiden Unternehmen hervor, die BTC-ECHO vorliegt. Der EURB ist der erste Stablecoin eines Bankinstituts, der im Stellar-Nezwerk ausgegeben wird. Sowohl Kunden als auch Drittplattformen können den EURB nutzen, um Zahlungstransaktionen on-chain abzuwickeln. Inbegriffen ist das automatische Prägen (Minting) und Verbrennen (Burning) von Token. Auf dem Stellar-Netzwerk ist damit eine neue Möglichkeit für Ein- und Auszahlungen in Euro geschaffen worden.
BVDH folgt dem Trend der Stablecoins
Das Bankhaus von der Heydt entdeckt nun den Krypto-Space für sich. Das Kreditinstitut und der Krypto-Dienstleister Bitbond bezeichnen Ausgabe des EURB dabei sogar als „historisch“. Das BVDH sei die erste Bank, die einen eurogebundenen Stablecoin auf der Stellar-Plattform veröffentlichte. Könnten nun andere Banken folgen?
Tatsächlich gibt es schon länger andere Stablecoins, die ebenfalls an den Euro gebunden sind. Ein Beispiel wäre der EURS von Stasis, der 2018 eingeführt wurde. Anders als bei den Vorgängern jedoch, kommt der EURB erstmalig von einem in der EU ansässigen Unternehmen. Das BHVD möchte offenbar als Bankenpionier in den Blockchain-Bereich vorstoßen.
Phillip Doppelhammer, Geschäftsführer des BVDH äußerte sich zu der Emission folgendermaßen:
Uns haben Bitbond und Stellar überzeugt, weil die Ausgabe und Verwaltung von Assets über
das Netzwerk so einfach ist.
EURB als E-Euro-Pionier?
Die Emission des EURB ist insofern interessant, als sie zu einem Zeitpunkt kommt, in der die europäische Krypto-Gemeinde sowie die EZB über einen europaweiten digitalen Euro nachdenken. Die Zentralbank befindet sich aktuell nach wie vor in der Testphase des E-Euro. Eine Entscheidung, ob und vor allem wann ein digitaler Euro eingeführt werden könnte, steht noch aus. Die EZB dürfte deshalb mit Argusaugen die Entwicklungen des EURB verfolgen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in seine Bewertungen einfließen lassen.