Ripple vs. SWIFT, Ripple vs. SWIFT: Der Kampf um den internationalen Geldtransfer

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Ripple vs. SWIFT: Der Kampf um den internationalen Geldtransfer

Ripple vs. SWIFT. Ripple will mit seinen Produkten xRapid und dem XRP-Token nichts Geringeres, als den internationalen Zahlungsverkehr erobern. CEO Brad Garlinghouse betonte in der Vergangenheit, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis man SWIFT überhole. Doch die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication arbeitet ebenfalls an einem eigenen System: Global Payments Innovation, kurz: GPI.

Der Ripple-Kurs spielt neben Bitcoin und Ethereum laut Marktkapitalisierung nach wie vor in der ersten Liga der Kryptowährungen. Zwar kämpft er auf dem Kursindex noch immer mit Ethereum um Platz zwei, hat sich im Krypto-Ökosystem jedoch durchaus einen Namen gemacht. Erst kürzlich verkündete etwa Binance, eine der größten Bitcoin-Börsen weltweit, ihr Interesse, künftig die Technologie von Ripple in ihr System mit einzuschließen. Dazu gehört unter anderem xRapid, ein System, das als Zahlungsplattform für den internationalen Geldtransfer dienen soll. Der XRP-Token, die Kryptowährung zum System, dient dabei als Brückenwährung, die Liquidität gewährleisten soll. Mit dieser technologischen Infrastruktur will Ripple auf lange Sicht den internationalen Geldtransfer einnehmen und damit SWIFT den Rang streitig machen.

SWIFT vs. Ripple: Internationaler Geldtransfer in Echtzeit?

SWIFT steht auf der anderen Seite für die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication und hat seit der Gründung im Jahr 1973 den internationalen Geldtransfer fest im Griff. Es setzt den Standard für weltweit mehr als 10.000 Banken, bei der nationale IBAN-Formate registriert werden. Sie leitet die Transaktionen zwischen Zahlungsdienstleistern über SWIFT-Nachrichten weiter, standardisiert den Austausch zwischen Finanzinstituten und ist Leitungsanbieter für SEPA-Überweisungen. SWIFT leitet den Nachrichtenaustausch, nicht jedoch die Abwicklung der Zahlungen selbst.

Ripple tritt nun gegen SWIFT vornehmlich an, um grenzüberschreitende Zahlungen zwischen verschiedenen Banken in Sekundenschnelle abzuwickeln. Dazu setzt das Unternehmen auf die Distributed-Ledger-Technologie. Grenzüberschreitende Zahlungen waren lange Zeit sehr langsam, was offenbar unter anderem daran lag, dass die Monopolstellung von SWIFT bisher kaum angegriffen wurde. Es gab also keine Notwendigkeit zur Innovation.

Global Payments Innovation (GPI) und zentrale Cloud Server


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Doch mit der wachsenden Akzeptanz von Kryptowährungen und dem Druck, der mutmaßlich vonseiten Ripples kommt, begann auch SWIFT, an einer Lösung zu arbeiten: Global Payments Innovation, kurz: GPI. Um internationale Standards einzuhalten, beinhaltet GPI einen Cloud-basierten Zahlungstracker, ein Mitgliederverzeichnis und ein Service-Level-Agreement (SLA), also eine Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Dienstleister bei wiederkehrenden Dienstleistungen. Dabei geht es vor allem um eines: um Transparenz.

Dieser Zahlungstracker ermöglicht nun offenbar die Nachverfolgung internationaler Zahlungen in Echtzeit. Letztlich also genau der Use Case von Ripple. Wie SWIFT nun berichtet, verwenden bereits 100 Finanzinstitutionen rund um den Globus die Global Payments Innovation. Der Hauptunterschied zu Ripple: GPI verwendet eine Cloud-Lösung, also eine Gruppe von Servern unter der Kontrolle eines Einzelnen: ein zentralisiertes System.

Ripple, xRapid und die Distributed Ledger

XRapid hingegen funktioniert als öffentlicher Distributed Ledger (streng genommen also keine Blockchain). Das kann letztlich dafür sorgen, dass man eben keinen zentralen Abwickler benötigt. Transaktionen wickelt xRapid dezentral ab. Die Notwendigkeit zentraler Institutionen wie SWIFT fällt hier weg. Das Problem: SWIFT setzt den Standard, der letztlich auch an die Regulierung der einzelnen Staaten angepasst ist. Ripple hingegen hat laut eigenen Aussagen jedoch auch 100 Banken und Zahlungsanbieter auf ihrer Seite.

Auch xRapid kann volle Transparenz bieten. Die technologische Ausgestaltung des Ledger erlaubt es dementsprechend, jegliche Transaktionen nachzuverfolgen. Man erinnere sich: Bitcoin ist nicht anonym, wie oft fälschlich behauptet, sondern pseudonym. Ripple verspricht jedenfalls Transparenz:

Zahlungen sind unmittelbar, 24/7. Mit einer Echtzeit-Bestätigung von Eingängen und der Sicherheit und Transparenz von […] Gebühren, die festgelegt sind, bevor die Transaktion zurückverfolgt wird.

Doch um dies tatsächlich auch bewerkstelligen zu können, ist SWIFT Ripple noch meilenweit voraus. Denn für die internationale Durchsetzung von DLT-basierten internationalen Zahlungstransaktionen fehlt (größtenteils noch) die Übereinstimmung mit regulatorischen Richtlinien. So fällt für SWIFT die Verbreitung der Global Payments Innovation (noch?) deutlich leichter.

Denn nach eigenen Angaben hat GPI laut SWIFT bereits einige Verbreitung gefunden. So werden 50 Prozent aller GPI-Zahlungen innerhalb von 30 Minuten bestätigt. Diese bewegen sich zwischen 220 verschiedenen Ländern, ferner wickelt das Unternehmen täglich mehr als 100 Milliarden US-Dollar ab.

Zum Vergleich: Laut XRPcharts liegt das tägliche Transaktionsvolumen, also das gesamte geschätzte durch Ripple bewegte Kapital, bei 0,5 Milliarden US-Dollar. In Anbetracht des bewegten Volumens hat SWIFT also klar die Nase vorn. Ripple hingegen ist deutlich schneller. Laut Ripple liegt die Bestätigungszeit für Transaktionen im Sekundenbereich.

Ripple vs. SWIFT: Ein Fazit

SWIFT hat gegenüber Ripple einen klaren Vorteil: Es ist etabliert, verfügt über deutlich mehr Partner und erfüllt bereits die gesetzlichen Vorschriften der Staaten, um internationale Zahlungen regelkonform abzuwickeln. Allerdings arbeitet SWIFT über zentralisierte Cloud-Server, während Ripple auf eine dezentrale Abwicklung über das verteilte Ledger setzt. Während SWIFT wiederum vorgibt, Zahlungen in Echtzeit überprüfen zu können, dauert es aktuell offenbar noch eine halbe Stunde. Ripple hingegen verschickt seine XRP innerhalb von Sekunden. Dabei hat Ripple jedoch weitaus weniger zu tun: Das Unternehmen unter CEO Brad Garlinghouse wickelt täglich 0,5 Prozent des Volumens ab, das die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication schafft.

Es wird letztlich also vor allem eine Frage der Adaption und der Regulierung sein, die die Stoßrichtung des Kampfes vorgeben wird. Beendet werden wird dieser jedoch voraussichtlich nie, denn keines der Unternehmen wird ausscheiden und das Geschäft an den Nagel hängen. Es wird keine Frage des Entweder-Oder, sondern auf eine (unfriedliche) Ko-Existenz hinauslaufen.

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