Offene Wallet für offenes Web: Brave 1.0 soll das Internet retten

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Offene Wallet für offenes Web: Brave 1.0 soll das Internet retten

Brave bringt eine neue Browser-Version heraus. Mit Brave 1.0 können zukünftig auch Nutzer von iPhone und iPad auf den Browser zugreifen, der Datenschutz und Privatsphäre verspricht. Der Ansatz von Brave könnte das Internet grundlegend verändern: Mit einem eigenen Token (BAT) können Benutzer über die Plattform Brave Rewards für Inhalte spenden – und im Gegenzug BAT für angezeigte Werbeinhalte erhalten.

Das Unternehmen Brave Software, Hersteller und Namensgeber des Brave Browsers, hat am Mittwoch, den 13. November, in einer Pressemitteilung den offiziellen Start von Brave 1.0 bekannt gegeben. Der Brave Browser verbindet Datenschutz-Einstellungen mit einer Blockchain-basierten Werbeplattform. Neben Desktop- und Android-Geräten ist die private Werbe- und Zahlungsplattform Brave Rewards mit Brave 1.0 zukünftig auch für iPhones und iPads verfügbar.

Der Brave Browser hat sich den Schutz von Daten und Privatsphäre auf die Fahnen geschrieben. Dafür werden Tracker und Anzeigen durch Brave Shields blockiert, ebenso wie Phishing, Malware und Malvertising. Zudem sind eingebettete Plugins in den Standardeinstellungen des Browsers deaktiviert. Darüber hinaus verspricht Brave, dass Benutzerdaten nicht auf Servern gespeichert oder an Dritte weitergegeben werden.

Das Blocken unerwünschter Anwendungen hat noch einen weiteren Effekt: Seiten sollen sich drei bis sechs Mal schneller laden lassen als bisher. Der Browser befand sich bislang in der Beta-Version und hat monatlich 8,7 Millionen aktive Nutzer weltweit.

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Brave stellt sich gern als der kleine Fisch neben Haien im Internet-Teich dar. Zur medienwirksamen Rhetorik des Unternehmens gehört daher die Kampfansage an große Browser-Anbieter und Tech-Konzerne. Brendan Eich, Mitbegründer und CEO von Brave Software, findet folglich deutliche Worte für die derzeitige Verfassung des Internets:

Das heutige Internet ist kaputt, und die Nutzer leiden am meisten. Sie werden verfolgt, gekennzeichnet und ausgebeutet; dies verletzt nicht nur die Privatsphäre, sondern verlangsamt auch das Laden von Seiten, entleert Batterien und sorgt für ein miserables Nutzer-Erlebnis. In der Zwischenzeit verlieren die Verlage durch einige gigantische Superfirmen und zu viele Werbetechniker Einnahmen in Rekordhöhe. Werbetreibende verschwenden Zeit und Geld für eine Branche voller Betrug. Jeder, der einen legitimen Anteil am offenen Web hat, verliert in diesem Umfeld.

Brave verspricht also, die Versprechen eines offenen Internets einzulösen. Neben dem Schutz der Privatsphäre und der Daten von Anwendern, ist der Software-Entwickler insbesondere mit dem Anspruch angetreten, dem Internet einen personalisierten Wert zu geben.

Braveheart: Ein Herz für Content

Benutzer können Publisher und Content-Ersteller finanziell unterstützen, indem sie Brave Rewards und die integrierte Wallet auf Desktop und Handy aktivieren. Mit dieser Funktion können Benutzer den Basic Attention Token (BAT) als Spenden für liebgewonnene Inhalte einsetzen. Drückt die Wallet also mal wieder in der Spendierhose, können Nutzer bestimmten Content monetarisieren.

Brendan Eich ergänzt kampfeslustig:

Der Überwachungskapitalismus hat das Web viel zu lange geplagt, und wir sind an einem kritischen Wendepunkt angelangt, an dem die Privatsphäre standardmäßig nicht mehr schön, sondern ein Muss ist. Nutzer, Werbetreibende und Publisher haben endlich genug, und Brave ist die Antwort. Brave 1.0 ist der neu gestaltete Browser, der das Web so verändert, dass die Nutzer mit einer privaten, browserbasierten Werbe- und Zahlungsplattform an erster Stelle stehen. Mit Brave kann das Web ein lohnendes Erlebnis für alle sein, ohne dass die Nutzer mit ihrer Privatsphäre bezahlen müssen.

Brave möchte ein Ökosystem schaffen, in dem sich Benutzer und Anbieter gegenseitig finanzieren. Mit Brave Ads können Nutzer für die Anzeige von Werbeinhalten BAT erhalten. Die verdienten BAT können aus der Brave-Rewards-Wallet übertragen und laut Unternehmensangaben in viele digitale Assets und Fiat-Währungen umgewandelt werden. Zuvor müsse jedoch ein Verifizierungsprozess über die Plattform Uphold abgeschlossen werden. Zumal Brave daran gelegen ist, den Umlauf der Token im Ökosystem zu belassen.

Internetwende oder heiße Luft?

Laut Eich stehe man als Verbraucher vor einer richtungsweisenden Entscheidung:

Entweder wir alle akzeptieren die 330 Milliarden US-Dollar Ad-tech-Industrie, die uns als ihre Produkte behandelt, unsere Daten ausbeutet, mehr Datenverstöße und Datenschutzskandale anhäuft und die Einnahmen der Verlage schmälert; oder wir lehnen die Überwachungswirtschaft ab und ersetzen sie durch etwas Besseres, das für Alle funktioniert. Das ist die Inspiration hinter Brave.

Große Worte und vor allem: gutes Marketing. Als Nutzer ist man in den Augen des Unternehmens Teil eines größeren Projekts, das nicht weniger als das „kaputte“ Internet retten soll. Ob sich der Browser gegen die Konkurrenz behaupten kann, bleibt abzuwarten. Die Idee eines durch Nutzer finanzierten unabhängigen Internets klingt zunächst verführerisch. Nun muss Brave die nötige Infrastruktur bereitstellen, um dem Selbstanspruch gerecht zu werden. Ein Verifizierungsprozess, der für die Auszahlung der Token erforderlich ist und über die Plattform Uphold die Preisgabe der Identität inklusive Passbild verlangt, klingt nicht gerade nach geschützter Privatsphäre.

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