Futures brechen zusammen Ölpreis-Crash bei WTI: Was der Öl-Markt mit Bitcoin Mining zu tun hat

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Roter Chart zeigt Preisverfall von Öl (WTI) und rote Zahlen zeigen Minus

Quelle: Shutterstock

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Das amerikanische Rohöl – West Texas Intermediate (WTI) – ist heute, Stand 20. April 16:45 MEZ, um rund 40 Prozent eingebrochen. Für die bald auslaufenden Terminkontrakte (Öl-Futures) gibt es kaum Käufer. Warum gerade die amerikanische Ölsorte WTI betroffen ist und wieso das Mining von Kryptowährungen zukünftig auch für die Öl-Branche relevant werden könnte.

Die US-Sorte WTI ist so günstig wie seit 21 Jahren nicht mehr und allein seit Jahresanfang beträgt das Minus mehr als 70 Prozent. Auch das Nordesse-Öl Brent (aktuell 26 US-Dollar) ist unter Preisdruck geraten, allerdings längst nicht so stark wie WTI. Dies liegt vor allem daran, dass die Lagerkosten bei WTI explodiert sind, da die US-Öllager durch die Überproduktion kaum noch freie Kapazitäten haben. Anders als bei der Ölproduktion in Küstennähe oder auf hoher See wie beim Brent kann nicht auf Öltanker ausgewichen werden.

Future-Händler unter Druck


Händler von Terminkontrakten, die keine physische Lieferung von Öl wollen, sind nun gezwungen ihre Kontrakte mit hohen Abschlägen zu verkaufen. Schließlich fehlt es an Lagerkapazitäten für das überschüssige Öl. Aus diesem Grund kam es an der Rohstoffbörse New York Mercantile Exchange (NYMEX) zum Preisverfall für Mai-Kontrakte. Bei Öl-Futures, die später auslaufen, sind die Preisabschläge daher nicht so hoch.

Man muss sich nicht in den Komplexitäten des Öl-Handels verlieren, um zu erkennen, dass die aktuelle Situation an den Rohstoffmärkten eine negative Gesamtlage für alle Ölproduzenten illustriert. Nicht nur die USA, sondern auch die Länder der OPEC wie Saudi-Arabien oder der Iran haben mit den niedrigen Ölpreisen zu kämpfen. Darüber hinaus wird die kürzlich getroffene Vereinbarung zur Reduktion der Fördermengen voraussichtlich nicht in den nächsten Monaten zu den Kursen führen, wie sie vor kurzem noch üblich waren.

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Ungefähr 50 US-Dollar müsste ein Barrel WTI kosten, damit sich Fracking in den USA rentiert. Die Produktionskosten in anderen Ländern wie Saudi-Arabien liegen zwar deutlich darunter, aber auch sie haben massiv an dem Preisverfall zu knabbern. Die Folge ist klar: Viele Öl-Produktionsfirmen müssen schließen und können nicht mehrt wirtschaftlich arbeiten. Entsprechend verzweifelt müssen neben Kostensenkungen, auch alternative Einnahmemöglichkeiten erschlossen werden. Auch solche, die erstmal abwegig erscheinen.

Öl-Abfallprodukte für Bitcoin Mining nutzen

Ein spannender Ansatz wurde von dem Amerikaner Marty Bent geäußert, der für die Firma Great American Mining (GAM) Company arbeitet. Es geht darum, dass bei der Öl- und Gasproduktion viele Abfallstoffe entstehen, die wiederum zur Energiegewinnung genutzt werden können. So gab Bent an, dass seine Firma bei der Ölproduktion das Gas, welches als Ausschuss entsteht, nutzen konnte, um damit Bitcoin zu minen. Neben dem Ölfeld hatte GAM also Container mit Bitcoin-Mining-Rigs platziert, die mit dem überschüssigen Gas versorgt werden konnten.

Gerade im aktuellen Preisverfall von fossilen Rohstoffen gewinnt die Alternative an wirtschaftlicher Attraktivität hinzu. Schließlich muss man das Gas als Abfallprodukt teilweise mit Verlust verkaufen. Anstatt das Gas wenig lukrativ über eine Pipeline zu verkaufen, kann damit deutlich profitabler – angeblich um den Faktor 5 – Bitcoin Mining betrieben werden. Je stärker sich die Situation aktuell zuspitzt, desto attraktiver könnte die Kopplung an Krypto-Mining-Anlagen werden.

WTI-Produzenten immer offener gegenüber Krypto-Mining

Auch die bekannten Winklevoss-Brüder – Betreiber der Krypto-Börse Gemini – haben in einen Energieproduzenten investiert, der das überschüssige Gas für das Mining von Kryptowährungen nutzt. Dabei handelt es sich um das texanische Unternehmen Crusoe Energy Systems. Auch das kanadische Ölunternehmen Black Pearl Resources soll auf diese Weise seine Profitabilität steigern. Das Unternehmen Upstream Data wiederum hat sich sogar auf Mining Rigs für Energieproduzenten spezialisiert.

Zudem profitiert das Bitcoin-Netzwerk von dem Mining auf amerikanischen sowie kanadischen Öl- und Gas-Feldern. Schließlich befinden sich die meisten Mining-Anlagen in China – rund 70 Prozent. Entsprechend kritisch sehen viele Bitcoin-Anhänger den hohen regionalen Zentralisierungsgrad, den man durch „Öl-Bitcoin-Mining“ reduzieren kann.

Ölproduzenten wird auch Bitcoin nicht retten können

Selbstverständlich kann das Bitcoin-Mining nicht die Verdienstausfälle der produzierenden Unternehmen und Einnahmeausfälle der Staaten kompensieren. Die Milliardenbeträge, um die es geht, sind zu gewaltig, als dass man mit ein paar Bitcoins schwarze Zahlen schreiben könnte. Dennoch kann es zumindest in Teilen die Profitabilität erhöhen.

Der Trend, überschüssige Energie für Rechenoperationen zu nutzen und gewinnbringend in Mining umzuleiten, wird aber dennoch nicht aufhören. Auch wird der Ölhandel zukünftig immer stärker durch Blockchain- und Tokenanwendungen disruptiert werden. Gerade der US-Dollar als Leitwährung im Rohstoffhandel könnte hier zukünftig noch deutlich unter Druck geraten.

Saudi Aramco: Erdöl auf der Blockchain

Einen guten Ausblick über die Zukunft der Erdöl-Branche gibt die größte Erdölfirma, die nebenbei auch das teuerste Börsenunternehmen der Welt ist: Saudi Aramco. So hat das staatliche Erdölunternehmen Saudi Arabiens fünf Millionen US-Dollar in die blockchainbasierte Öl-Handelsplattform Vakt investiert.

Das Start-up Vakt möchte den Handelsprozess im Rohstoffhandel, insbesondere bei Erdöl, mithilfe von Smart Contracts, Tokenisierung und neuen Blockchain-Infrastrukturen deutlich effizienter machen. Die Interessen und Standards, die man mit einer neu aufgestellten Handelsinfrastruktur verfolgt, können unterschiedlicher Natur sein. Da wäre zum einen die Handelsfinanzierung, die vor allem für Banken und Logistikdienstleister interessant ist. So kann man beispielsweise Akkreditive via Smart Contract schnell und im Einvernehmen mit allen Akteuren abgewickeln. Klassische Rohstoffhändler wiederum können vor allem Interesse an der Tokenisierung von Öl oder Gas haben, um beispielsweise von liquideren Märkten zu profitieren.

Die Möglichkeiten wie der Rohstoffsektor also von der Blockchain-Technologie profitieren kann, ist vielfältig. Wir können jedenfalls festhalten: Die Wege von Rohstoffbranche und Krypto-Ökonomie, ganz gleich, ob es um Mining, Tokensierung oder Handelsabwicklung geht, werden sich in den nächsten Monaten und Jahren noch öfter kreuzen.

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