Nokia schafft Blockchain-Lösung im Gesundheitssektor

Nokia schafft Blockchain-Lösung im Gesundheitssektor
Kryptokompass

Auch der finnische Telekommunikationskonzern Nokia springt nun auch auf den Blockchain-Zug auf. Aktuell suchen sie Lösungen, um Daten aus dem Gesundheitssektor zu speichern. In Zusammenarbeit mit der OP Financial Group haben die Finnen ein Pilotprojekt gestartet, um Bewegungs- und Gesundheitsprofile sicher, anonym und dezentral zu speichern.

Gesundheitsdaten sind ein sensibles Thema. Während die patientenbezogenen Informationen nämlich zwischen Ärzten und Krankenkassen zirkulieren, sind sie ständig einer gewissen Öffentlichkeit ausgesetzt. Im gleichen Moment beinhalten sie jedoch auch persönliche Informationen der Patienten zu Krankheitsverlauf und -geschichte. Zu diesen (Meta-)Daten gehören darüber hinaus auch Daten, die sich über mobile Endgeräte erfassen lassen. Fitness-Apps erfassen so, wie viel wir gehen, schwitzen und schlafen. Dadurch entstehen Persönlichkeitsprofile, die einerseits sehr nützlich sind, wenn sie ausgewertet werden. Andererseits sind sie jedoch persönlich und schützenswert.

Um diese Kluft zwischen Öffentlichkeit und Privatheit so effizient wie möglich auszuloten, entwickelt Nokia nun eine Blockchain-Lösung. Laut einem öffentlichen Statement haben sie ihr Projekt zusammen mit der OP Financial Group begonnen. Aktuell testen 100 Teilnehmer Möglichkeiten, wie man Gesundheitsdaten am besten speichern und teilen kann, während man die Privatsphäre bestmöglich schützt.

Die Technologie erlaubt es dem vor allem für seine Mobiltelefone bekannten Konzern, den Überblick über gesammelte Daten zu wahren. Gleichzeitig ermöglicht es die Blockchain, nur verifizierten Parteien den Zugriff auf die Daten zu erlauben. In ihrem Statement stellen sie fest:

“Obwohl das Potential von miteinander verbundenen Gesundheitsdaten in großen Teilen anerkannt ist, wird es oft nicht ausgeschöpft. Das geschieht gerade aus Gründen der Authentizität, Verfügbarkeit und Privatsphäre. Vertrauen ist ein wichtiger Anspruch, dass Gesundheitsdaten den größten Vorteil für Individuen, Familien und unserer globalen Gesellschaft bieten können.”

Um Vertrauen zu schaffen, bietet sich die Blockchain-Technologie vor allem in Bezug auf Daten an. Allen voran mit seiner Dezentralität bietet sie zunächst Schutz vor der Verwaltung und einem möglichen Missbrauch durch Konzerne. Auch die Verwendung von Smart Contracts kann dazu beitragen, die Daten geschützt zu verwenden. So können die einzelnen Nutzer im Endeffekt mehr Kontrolle über ihre Daten bewahren, als das in einem zentralisierten, institutionellen Ansatz der Fall ist.

Nokia will mit der Blockchain Vertrauen schaffen

Dahingehend werden alle Daten, die die Nutzer der Technologie übergeben, verschlüsselt. Zugriff hat dann letztendlich nur eine verifizierte Autorität, in diesem Fall die OP Financial Group. Nokia sorgt dann zusätzlich für die Verifizierung der Daten. Was sie letztendlich auswerten, sind nur die relevanten (Meta-)Daten, ohne direkten Bezug zur Person.

Kristian Luoma, Chef bei OP, freut sich über diese Kooperation:

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Nokia. Es ist großartig, zu sehen, wie die Blockchain in einem Feld, das Vertrauen braucht, angewendet wird […]. Dieses Pilotprojekt ist ein Beispiel für die Technologien, die wir in der Zukunft in innovativer Zusammenarbeit nutzen werden, um Werte zu schaffen.”

In dem Testprogramm verwenden sie unter anderem tragbare Geräte, um die tägliche Schrittzahl und das Schlafpensum zu erfassen. Diese Daten speichert man dann auf der Blockchain. Die Ergebnisse vergleichen die Entwickler folglich mit den Fitnesszielen der Nutzer. Die Nutzer, die sich ihrem Ziel annähern und das Programm nutzen, bekommen abschließend digitale Treuepunkte.

Laut eigenen Angaben will Nokia mit dem Pilotprojekt Einblicke und Lösungsvorschläge für globale Gesundheitsfragen finden. Eine Annäherung zwischen Blockchain und dem Gesundheitswesen gibt es bereits in den USA. Dort liegt der Fokus jedoch eher auf dem Umgang mit Patientenakten. Gerade im Bereich der Datensicherung hat man dort die Vorzüge der Technologie erkannt.

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch hat im Oktober 2017 sein Masterstudium in Literatur-Kunst-Medien an der Uni Konstanz abgeschlossen. Bereits während des Studiums arbeitete er bei diversen Redaktionen und ist nun Redakteur bei BTC-ECHO. Im Fokus seiner Arbeit steht das disruptive sozio-ökonomische Potenzial der Blockchain-Technologie.

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