Blockcerts: Blockchainlösung im Gesundheitssektor

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Die in den USA ansässige Federation of State Medical Boards (FSMB) ist die erste medizinische Organisation, die offizielle Dokumente mit der Blockchain-Technologie verwalten will. Dazu verwenden sie die Blockcerts-Software, mit der es möglich ist, Daten dezentral zu kontrollieren und ohne Drittparteien zu verifizieren, wie WDRB berichtet.

Die FSMB ist eine Non-Profit-Organisation, die die 70 Ärztekammern der Vereinigten Staaten vertritt. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Lizenzierung von Ärzten, jedoch auch um Beschwerden und Disziplinierungen bei Gesetzesverstößen. Außerdem kümmern sie sich um Bewertungen und Authentifizierungen von Medizinern, wofür nun Blockchain-Lösungen verwendet werden.

„Die FSMB hat es sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit ihrer Mitglieder zu unterstützen, in ihren Bestrebungen abzusichern, nur qualifizierte und fähige Ärzte praktizieren zu lassen“,

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so Michael Dugan, IT-Chef der FSMB.

„Die Nachprüfung der medizinischen Ausbildung und damit verbundenen Zeugnissen sind sehr wichtige Aufgabenbereiche der FSMB. Wir hoffen, dass der Fortschritt unseres Projektes ein neues Level der Sicherheit bereitstellt. Dieses ist nötig, um die Blockchain-Technologie in den medizinischen Lizensierungs- und Bewertungsprozess zu implementieren.“

Traditionellerweise hat die Verifizierung medizinischer Ausbildung darauf beruht, dass Organisationen wie die FSMB Medizinerprofile überprüft und validiert. Diese Profile werden dann häufig nochmals von dritten Parteien in Augenschein genommen. Solche sind beispielsweise Krankenhäuser oder staatliche Ausschüsse.

Aufgrund des Zeit- und Personalaufwands kann es dahingehend vorkommen, dass die Bearbeitung der Anträge oft mangelhaft ausfällt. Offizielle Dokumente wie Noten, Abschriften und Verifizierungsformulare in der Blockchain zu verankern, würde es Medizinern und anderen Teilnehmenden erlauben, ihre eigenen privaten Profile zu pflegen. Damit wäre es den Menschen möglich, ihre vor Betrug geschützten Daten leichter selbst zu verwalten.

Weniger Aufwand und mehr Sicherheit durch Blockcerts

Blockcerts ist Teil von Learning Machine, einer Plattform für digitale Datenverwaltung. Die Software besteht zunächst aus Open-Source-Bibliotheken, Tools und mobilen Apps. Diese bilden ein dezentrales und auf Nutzer ausgerichtetes Ökosystem, das Validierungsprozesse ohne Drittparteien ermöglicht. Die Idee einer selbstverwalteten Identität soll es den Nutzern erlauben, wieder mehr Macht über ihre Daten zu erlangen.

Blockcerts wurde als Grundlage dafür entwickelt, dass Nutzer ihre digitalen Profile verwalten“, sagt Natalie Smolenski, Vizepräsidentin für Business Development von Learning Machine. „Das ist das große Versprechen der Blockchain-Technologie: Nun können Individuen ihr digitales Eigentum selbst verwalten, ohne sich auf Zwischenhändler verlassen zu müssen. Learning Machine bildet eine soziale Infrastruktur die jegliche Unternehmen oder Institution überdauert.“

Was auf der Blockchain gespeichert wird, sind nicht die Informationen selbst, sondern nur die dazugehörigen Hashs, die tatsächlichen Dateien werden andernorts gespeichert. Blockcerts ist also vorrangig dazu da, Zertifikate zu validieren. Durch die Vorzüge der Blockchain-Technologie werden Daten damit fälschungssicher, was den Verwaltungsaufwand deutlich senkt.

Wallets für die eigenen Daten

Nutzer von Blockcerts erhalten ihre eigenen Wallets, ähnlich wie bei Kryptowährungen. Die Wallets beinhalten dann die Informationen zu den Zertifikaten, Zeugnissen etc. Die Wallets sind in diesem Sinne eine Art digitales Portfolio, über das die Nutzer die Vollmacht haben. Alle teilnehmenden Parteien, sowohl Institutionen als auch Einzelpersonen können solche Wallets kreieren, indem sie die Open-Source-Software benutzen. Die Software ist schließlich auch auf iOS und Android verfügbar.

Zwei Seiten der Medaille

Die Blockchain-Technologie und ihre Anwendungsformen erscheinen immer mehr als zweischneidiges Schwert. Einerseits untersucht der Vatikan die Rolle von Bitcoin und der ihr zugrunde liegenden Technologie im Menschenhandel. Andererseits hat das UK-Justizministerium erst letzte Woche eine auf Blockchain basierende Lösung zur Verwaltung von Videoaufnahmen in der Verbrechensbekämpfung vorgestellt. Auch die Nutzung der Technologie für die Verteilung von Nutz- und Rauschmitteln wird derzeit diskutiert.

Nichtsdestotrotz scheint Blockchain zur Verwaltung von Daten gerade in Sachen Datenschutz und Privatsphäre ein wichtiger Vorstoß zu sein. In Zeiten, in denen der Begriff „gläserner Bürger“ allgegenwärtig ist, ist es sicher erstrebenswert, die Macht über die eigenen Daten wieder zurückzuerlangen.

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