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Kehrtwende in Simbabwe Zentralbank will Kryptowährungen regulieren

Die Zentralbank Simbabwes RBZ hat sich zu einer Kehrtwende entschieden. Künftig will das oberste Geldinstitut des Landes Leitlinien für Krypto-Unternehmen herausgeben. Bislang hatte die Regierung ortsansässigen Banken und Börsen den Handel mit Kryptowährungen untersagt. Im Zuge der anhaltenden Wirtschaftskrise scheint das Land damit nach jedem Strohhalm zu greifen.  

David Barkhausen
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Hyperinflation, Arbeitslosigkeit, Hungersnot – der Druck auf die Regierung des afrikanischen Binnenstaates Simbabwe ist dieser Tage so hoch wie nie. Im Kampf gegen die wirtschaftliche Misere greifen die Behörden zu jedem erdenklichen Mittel, um den ökonomischen Niedergang des Landes in den Griff zu bekommen. In diesem Zuge setzt dabei nun die Zentralbank RBZ zu einer überraschenden Kehrtwende an.

Während die Behörde zuletzt noch vor Digitalwährungen warnte und den Banken und Börsen des Landes erst 2018 ein striktes Krypto-Verbot auferlegte, will die RBZ Kryptowährungen künftig offiziell per Gesetz regulieren. Dies berichtet die ortsansässige Zeitung Chronicle an diesem Montag, dem 16. März.

Dem Bericht zufolge habe der stellvertretende Zentralbankdirektor Josephat Mutepfa bereits am vergangenen Freitag entsprechende Schritte angekündet. Demnach bereite sich die RBZ zur Stunde darauf vor, gesetzliche Vorgaben sowie eine regulatorische Sandbox für heimische Krypto-Unternehmen auf den Weg zu bringen.

Wir haben bereits begonnen, ein FinTech-Framework zu entwickeln, da in der Regulierung alles gut strukturiert sein sollte. Der Gesetzesrahmen, bei dem es sich um eine regulatorische Sandbox handelt, wird die Arbeitsweise von Krypto-Unternehmen bewerten [und somit unterstützen],

so Mutepfa über die Kehrtwende seiner Behörde. Diese wolle laut Chronicle mit dem Schritt vor allem auf den Boom von FinTechUnternehmen im Land antworten.

Eine solche regulatorische Sandbox könnte es Unternehmen künftig ermöglichen, ihre Produkte bereits vor offiziellem Markteintritt in einer Art Experimentierraum zu testen. Unter Anleitung und Aufsicht der Behörden können so Probleme und gesetzliche Fallstricke ausgelotet und behoben werden.

Eine transparenter Gesetzesrahmen wiederum soll dem Finanzsektor des Landes darüber hinaus weitere Sicherheit geben und diesen so „zum Blühen bringen“, beschreibt Mutepfa.

Simbabwe in der Abwärtsspirale: IWF warnt vor humanitärer Krise

Ob die neuen Regelungen die ortsansässige FinTech-Branche tatsächlich beflügeln werden, bleibt angesichts der desaströsen Wirtschaftslage Simbabwes abzuwarten. So drohen dem Land in diesem Jahr erneut Dürre, Hungersnot und damit wirtschaftlicher Stillstand. Erst im Februar hatte der internationale Währungsfonds (IWF) vor einer humanitären Krise gewarnt und zu Spenden aufgerufen. Den drohenden Kollaps werden dann auch Krypto-Unternehmen nicht aufhalten können.

Gleichzeitig ist es ungleich des krisengebeutelten Venezuela in Simbabwe wenig denkbar, dass die Bevölkerung auf die Potentiale von Kryptowährungen als Alternative zum Simbabwe-Dollar zurückgreift. Zwar erfreuten sich Bitcoin & Co. zuletzt vor allem aufgrund des offiziellen Verbots gegenüber dem Devisenhandel großer Beliebtheit im Land. Dass die Menschen künftig flächendeckend zu Kryptowährungen greifen, kann jedoch als unwahrscheinlich betrachtet werden. Nur ein Bruchteil der teils bitterarmen Bevölkerung hat Zugang zum Internet.

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