Thema Netzwerkeffekte Wie sich Bitcoins Vormachtstellung immer weiter zementiert
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 4 Minuten

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Bitcoins Netzwerkeffekte machen die Kryptowährung zum wertvollsten digitalen Geldnetzwerk der Welt. Wieso dieser Trend Bitcoins Monopolstellung immer weiter zementiert.

Netzwerkeffekte sind ein mächtiges Phänomen. Hier ein Beispiel: Mal angenommen, es gäbe weltweit nur vier Telefone. Die Anzahl der möglichen Verbindungen zwischen diesen 4 Telefonen beträgt genau 6. Erhöht man die Zahl der Telefone auf, sagen wir, 10, wären bereits 45 Verbindungen möglich. Verzehnfacht man diese Zahl abermals, so wären immerhin schon 4.950 Verbindungen möglich. Man sieht: Netzwerkeffekte machen sich die Kraft exponentiellen Wachstums zunutze. In anderen Worten: Der Wert eines aus verschiedenen Knotenpunkten bestehenden Netzwerks steigt nicht proportional mit der Anzahl seiner Nutzer, sondern exponentiell.


Das exponentielle Wachstum von Netzwerken.

Gerade soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram bauen ihr Geschäftsmodell auf die schiere Macht von Netzwerkeffekten.

Nicht sehr anders verhält es sich bei Bitcoin. Der Wert der Kryptowährung bemisst sich vor allem am Grad seiner Akzeptanz – die wiederum bemisst sich an der Anzahl seiner Nutzer. Denn wem nutzt Geld, das keiner akzeptiert? Nicht zuletzt deshalb hat die Community immer ein Auge auf die Bitcoin-Adaption. Bei digitalem Geld gilt: je mehr Nutzer, desto besser.

Monopole können ersetzt werden, aber …

Das ist ja alles schön und gut. Aber was spricht dagegen, dass Altcoins wie Ethereum (ETH), Cardano (ADA) und Co. Bitcoin den Rang ablaufen? ETH-Enthusiasten werden nicht müde zu betonen, welche Vorteile die Kryptowährung gegenüber Bitcoin hat. Allein, es reicht nicht, Bitcoin vom Thron zu stoßen.

Monopolisten, die sich Netzwerkeffekte zunutze machen, sind kaum noch von ihrer marktbeherrschenden Stellung zu vertreiben. Das Zauberwort heißt “sozialer Konsens”. Denn Kryptowährungen wie Bitcoin sind Open-Source-Projekte; jeder hat das Recht, eine Kopie der Blockchain zu erstellen ein, zwei Stellschrauben zu ändern und das Netzwerk zu forken, wie man in Krypto-Sprech zu sagen pflegt.


Der soziale Konsens ist entscheidend

Was sich allerdings nicht forken lässt, ist die soziale Ebene des Protokolls. Anders gesprochen: Wer Bitcoin vom Thron stoßen will, muss einen kritischen Teil der Netzwerkteilnehmer davon überzeugen, dass der jeweilige Altcoin es wert ist, sein Erspartes in ihm anzulegen. Denn im Kern ist Bitcoin immer noch ein Wertspeicher und da sind Menschen zu recht wählerisch. Es reicht also nicht, eine inkrementelle Verbesserung der Plattform anzubieten. Damit über 100 Millionen BTC-Nutzer die Biege machen, muss der jeweilige Altcoin schon wirklich bahnbrechende Verbesserungen anbieten, oder Bitcoin erfährt einen existenziellen Softwarebug – aber das ist eine andere Geschichte.

Natürlich ist ein solches Szenario nicht gänzlich ausgeschlossen. Facebook etwa hatte es seinerzeit fertiggebracht, MySpace von der Pole Position zu verdrängen. Allen voran war das allerdings auf die frühe Bereitstellung einer mobilen Facebook App fürs Smartphone zurückzuführen, die einen riesigen Schwung neuer Nutzer ins System gespült hat. Und hier liegt des Pudels Kern: Netzwerk-Monopolisten lassen sich durchaus verdrängen. Aber eben nur, wenn der Mitbewerber nicht nur inkrementelle Vorteile bringt, sondern die Konkurrenz um Längen schlägt. Ein neuer Anstrich reicht nicht. Nutzer müssen einen radikal besseren Mehrwert haben, damit sie sich überzeugen lassen, von Bord zu gehen.

Bitcoins Marktmacht ist riesig

Bitcoin besetzt mit gut einer Billion US-Dollar Marktkapitalisierung (USD) rund 60 Prozent der Krypto-Gesamtmarktkapitalisierung. Die Hash Rate, also die akkumulierte Miningpower im Netzwerk, schreibt beinahe wöchentlich neue Allzeithochs. Währenddessen dümpeln die Bitcoin Forks seit Monaten auf einem konstant niedrigen Niveau herum.

BTC (blau), BCH (orange) und BSV (gelb) Hash Rate im Vergleich. Quelle: Bitinfocharts.

Für einen digitalen Wertspeicher wie Bitcoin ist die Hash Rate indes die entscheidende Bezugsgröße. Schließlich entscheidet sie über die Sicherheit des Netzwerks. Wieso es immer noch einen harten Kern an BCH-Enthusiasten gibt, die ihr Geld in einem nachweisbar unsichereren Protokoll speichert, weiß nur der Himmel. Geld ist ein “Winner-takes-it-all-Spiel”. Es gibt schlicht keinen Grund, seinen Wohlstand in einem unterlegenen Asset zu speichern.

Aufmerksamen Lesern von BTC-ECHO wird ferner nicht entgangen sein, dass institutionelle Anleger vermehrt in den Krypto-Markt einsteigen. Wobei “Krypto-Markt” eigentlich irreführend ist. Es ist nämlich genauer gesagt der Bitcoin-Markt, den MicroStrategy, Square, Tesla und Co. betreten. Von institutionellen Ether-Investments hört man indes kaum.


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