Makro-Wochenausblick 

Was wird für Bitcoin und Krypto diese Woche wichtig?

Bitcoin blickt auf den Fed-Zinsentscheid, neue US-Konsumdaten und die Bank of Japan. Diese Termine könnten die Krypto-Kurse in der neuen Handelswoche bewegen.

Jan-Malte Minnerup
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Vor der Steinfassade der New Yorker Börse ist ein Straßenschild der Wall Street angebracht, das die Überschneidung von traditionellem Finanzwesen und modernen Vermögenswerten wie Bitcoin hervorhebt.

Beitragsbild: Shutterstock

| Auch in dieser Woche stehen Termine an, die die Krypto-Kurse beeinflussen könnten

Die Krypto-Leitwährung notiert derzeit bei 77.300 US-Dollar, was mit einem leichten Minus von 2,7 Prozent gegenüber der Vorwoche entspricht. Mehrere Versuche, die Marke von 82.000 US-Dollar nachhaltig zu überwinden, scheiterten zuletzt. Mit Ethereum, Solana und XRP konnten sich die anderen Vertreter der Big Four nicht von Bitcoin entkoppeln und mussten ebenfalls Verluste hinnehmen. Auch an der Wall Street belasten der steigende Ölpreis sowie neue Zinssorgen die Stimmung der Anleger. Welche Wirtschaftsdaten werden in der neuen Handelswoche jetzt besonders wichtig für Bitcoin und Krypto?

Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Woche

Bis zur Wochenmitte bleibt der Wirtschaftskalender zunächst überschaubar, ehe die Handelswoche am Mittwoch deutlich an Fahrt aufnimmt. Zunächst veröffentlicht das US-Handelsministerium am Nachmittag die Einzelhandelsumsätze für August, gefolgt von dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend. Zudem legt die Fed ihre neuen Wirtschaftsprojektionen vor und Kevin Warsh stellt sich den Fragen der Presse.

Am Donnerstag folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosengeld und der Philadelphia-Fed-Index. Zeitgleich entscheidet die Bank of England über ihren weiteren Zinskurs. Zum Wochenschluss richtet sich der Blick dann bereits am frühen Freitagmorgen auf die japanische Notenbank, die ihrerseits über eine mögliche Zinserhöhung entscheiden wird, bevor am Nachmittag die US-Industrieproduktion für den August veröffentlicht wird.

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor bleibt der ungelöste Iran-Konflikt. Die Straße von Hormus ist weiterhin faktisch blockiert und eine Barrel Öl kostet inzwischen wieder mehr als 100 US-Dollar. Hält sich der Ölpreis auf diesem Niveau, dürfte der damit verbundene Inflationsdruck auch bei der Federal Reserve eine Rolle spielen und die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik weiter dämpfen.

US-Einzelhandelsumsätze geben ersten Impuls

Mittwoch, 16. September 2026: Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Handelsministerium die Einzelhandelsumsätze für August. Im Vormonat waren die Umsätze noch um 0,6 Prozent zurückgegangen, aber die Ökonomen erwarten hier nun ein Wachstum von 0,3 Prozent. Damit bekommen die Anleger nur wenige Stunden vor dem Fed-Entscheid einen wichtigen Hinweis darauf, wie robust sich der US-Konsum im weiterhin hohen Zinsumfeld und bei steigenden Energiepreisen präsentiert.

Die Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze zeigen, wie robust sich der Konsum trotz hoher Zinsen ist I FRED

Sollten die Einzelhandelsumsätze die Prognose erreichen oder gar übertreffen, würde ein weiterhin konsumfreudiger US-Markt der Fed zusätzlichen Spielraum für eine straffere Geldpolitik verschaffen. Eine Zinserhöhung am Abend könnte dadurch noch wahrscheinlicher werden und den Bitcoin-Kurs entsprechend belasten.

Fed-Zinsentscheid: Kommt die erste Erhöhung seit Jahren?

Mittwoch, 16. September 2026: Um 20:00 Uhr deutscher Zeit verkündet die Federal Reserve ihre Zinsentscheidung und eine halbe Stünde später tritt Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse. Aktuell liegt der US-Leitzins seit drei Sitzungen unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent und die letzte Zinserhöhung ist schon mehr als drei Jahre her. Doch die Stimmung am Zinsmarkt hat sich zuletzt deutlich gedreht. Nach starken Arbeitsmarktdaten und mehreren Aussagen in Richtung einer strafferen Geldpolitik rechnen die Märkte inzwischen mit einer überwiegend mit einer Erhöhung der Zinsen um 25 Basispunkte. Dabei hatten die Investoren noch vor wenigen Wochen auf sinkende Zinsen gesetzt.

Hebt die Fed den Leitzins tatsächlich auf 3,75 bis 4,00 Prozent an und stellt Warsh weitere Straffungen in Aussicht, dürfte das vor allem den US-Dollar stärken. Für Risiko-Assets wie Bitcoin wäre dieses Szenario dagegen weniger erfreulich und es könnte zu möglichen Gewinnmitnahmen am Krypto-Markt kommen. Größeres Überraschungspotenzial bietet daher mittlerweile eher eine Zinspause. Sollte die Fed den Leitzins wider Erwarten nicht verändern und auf die noch unklaren wirtschaftlichen Folgen der hohen Energiepreise verweisen, könnte sich die Stimmung an den Märkten deutlich aufhellen.

US-Arbeitsmarkt liefert neue Signale

Donnerstag, 17. September 2026: Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlich das US-Arbeitsministerium die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosengeld, gefolgt von dem Philadelphia-Fed-Index, der als wichtiger Stimmungsindikator für das verarbeitende Gewerbe gilt. Gegenüber der letzten Woche rechnen Ökonomen mit einem leichten Anstieg der neu gestellten Arbeitslosenhilfe von 206.000 auf 208.000 Anträge. Sollten die Zahl dagegen unter den 206.000 Anträgen bleiben, würde sich auf Seiten des Arbeitsmarktes weiterhin kaum Abkühlung zeigen. Das dürfte die Argumente für eine straffe Geldpolitik stärken und die Aussicht auf Zinssenkungen zusätzlich reduzieren.

BoJ-Zinsentscheid: Steht die nächste Straffung an?

Freitag, 18. September 2026: Bereits um 05:00 Uhr deutscher Zeit entscheidet die Bank of Japan über ihren Leitzins. Dieser liegt aktuell bei 1,00 Prozent und Ökonomen rechnen mehrheitlich mit einer weiteren Anhebung um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent.

Für Bitcoin dürfte dabei die Reaktion am Devisenmarkt entscheidend sein. Eine erneute Straffung könnte den Yen gegenüber dem US-Dollar stärken und würde eine Verteuerung des sogenannten Yen-Carry-Trades bedeuten. Bei dieser Strategie nehmen Investoren günstige Kredite in der japanischen Währung auf und stecken das Kapital anschließend in höher verzinste oder risikoreichere Anlagen.

Müssen Anleger solche Positionen aufgrund steigender Finanzierungskosten zurückfahren, kann das auch an den internationalen Aktien- und Krypto-Märkten Verkaufsdruck erzeugen. Verzichtet die japanische Notenbank dagegen überraschend auf eine Zinserhöhung, dürfte der Yen zunächst schwächer reagieren. Für Bitcoin sollte die Entscheidung insgesamt jedoch deutlich weniger Gewicht haben als der Fed-Entscheid zur Wochenmitte.

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