Nigel Farage verzeichnet den größten Geldsegen in der Geschichte der britischen Parteienfinanzierung. Die beiden Krypto-Milliardäre Ben Delo und Christopher Harborne überwiesen seiner Partei Reform UK zusammen 72 Millionen britische Pfund, was etwa 83 Millionen Euro entspricht. Den Anfang machte BitMEX-Mitbegründer Ben Delo mit einer Zuwendung von 36 Millionen Pfund, die er in voller Höhe im Voraus beglich, um etwaigen gesetzlichen Blockaden zuvorzukommen. Nur einen Tag später zog der Unternehmer Christopher Harborne nach und verdoppelte die Gesamtsumme damit.
Beide Geldgeber gaben an, der rechten Oppositionspartei helfen zu wollen, bei den kommenden Wahlen auf Augenhöhe mit Labour und Tories zu konkurrieren. Delo, der 2022 in den USA wegen Verstößen gegen das Bankgeheimnis eine Geldstrafe zahlte und im März 2025 von US-Präsident Trump begnadigt wurde, betonte, er strebe keine persönlichen Vorteile an. Auch Harborne wies Vorwürfe einer versuchten politischen Einflussnahme zurück.
Dennoch rief die Summe heftige Kritik hervor. Abgeordnete der regierenden Labour-Partei diskutieren vor dem Hintergrund der Zuwendungen eine dauerhafte Sperre für Spenden aus dem Krypto-Sektor. Farage stand bereits in den vergangenen Monaten im Visier von Untersuchungen, da er Millionen-Geschenke aus der Branche erhalten haben soll.
Kritik an möglichem Krypto-Einfluss auf britische Politik
In Großbritannien wächst die Besorgnis über die direkte Finanzierung politischer Akteure durch die Krypto-Branche seit Monaten. Die Opposition sowie Transparenz-Initiativen befürchten eine unzulässige Einflussnahme auf die Gesetzgebung. Farage selbst begründet die Unterstützung hingegen mit der Notwendigkeit einer Deregulierung und der Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen im Land. Zudem sollen sämtliche Zuwendungen streng nach den Vorgaben der Wahlkommission geprüft werden.
Er bedankte sich in einem X-Post ausführlich für die Spenden: “Dank der Großzügigkeit von Christopher Harborne und Ben Delo kann Reform nun unter gleichen Voraussetzungen bei der kommenden Parlamentswahl um den Sieg kämpfen”, erklärte der 62-Jährige und betonte, sich durch die Spenden “geehrt” zu fühlen.
Bereits im April sorgte eine Werbeaktion für Aufsehen, bei der Farage gemeinsam mit dem ehemaligen Finanzminister Kwasi Kwarteng einen Bitcoin-Kauf über zwei Millionen Pfund für Stack BTC inszenierte. An dem börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen beteiligte sich Farage persönlich mit über 200.000 Pfund. Kritiker forderten damals die Finanzaufsicht FCA auf, eine mögliche Marktmanipulation zu prüfen.


