Durch erfolgreiche Wetten gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 zu Weltruhm gelangt, schwant Michael Burry nun Böses für Bitcoin und andere digitale Assets. In einem neuen Blogbeitrag warnt der Starinvestor: “Irgendwann in naher Zukunft könnten KI und Quantencomputer unsere digitalen Vermögenswerte in Bedrängnis bringen”. Das gelte nicht nur für Kryptowährungen, sondern gleichermaßen für “unsere Bankkonten, unsere Anlagekonten, unsere Renten, die Sozialversicherung und die Krankenversicherung”. In einem solchen Szenario könne sich zudem der bereits einsetzende Abstieg des US-Dollars als Weltreservewährung zugunsten “realer Vermögenswerte” beschleunigen.
In der Vergangenheit ging Burry zwar auf Distanz zu Bitcoin, Ethereum und Co., soll diese aber nicht aktiv geshortet haben. Wenn es um die Absicherung vor dem von ihm gemalten pessimistischen Zukunftsszenario geht, verfolgt er jedenfalls eine ungewöhnliche Strategie. Von unschätzbarem Wert sei es, wenn man den Bedarf der oberen 1 Prozent abdecken könne. Und betont: “Was seine charakteristischen Merkmale angeht, ist edler Wein geradezu beschämend reichhaltig”. Die besten Weine, darunter beispielsweise Pétrus, Domaine Romanée-Conti, Mouton Rothschild und Margaux, würden “eine beständige Nachfrage in guten wie in schlechten Zeiten” wecken.
Bitcoin als Opfer von Quantencomputer-Angriffen?
Allerdings büßte der Starinvestor zuletzt an Glaubwürdigkeit ein, weil seine regelmäßigen düsteren Prophezeiungen für die Finanzmärkte nur selten eintraten. Von edlen Weinen hält er nun offenbar insbesondere deshalb mehr als von Bitcoin, weil sie nicht mit den traditionellen Aktien- und Anleihemärkten korrelieren. Allerdings gibt es eine klare Investmenteinschränkung seinerseits: Der Trade sei nur für diejenigen geeignet, die “einen fünfstelligen Betrag für edle Weine aufwenden können”, wobei deren Anteil am Gesamtportfolio bei höchstens 10 Prozent liegen sollte.
Auch innerhalb der Krypto-Community kommt immer wieder Sorge auf in Hinblick auf mögliche Quantum-Attacken. Gegenüber BTC-ECHO gab Bitcoin-Experte Leon Wankum aber zu Bedenken: “Es gibt kein System, das so anpassungsfähig ist wie Bitcoin. Wenn Quantencomputer unsere digitalen Systeme und die elektronischen Systeme, die wir benutzen, knacken könnten, dann wäre BTC wohl als Letztes davon betroffen”. Dr. André Dragosch von Bitwise Europe erklärte, dass bis zum “Tag Q” noch einige Zeit ins Land gehen dürfte: “Mit KI und einer schnelleren Entwicklung mögen es vielleicht fünf Jahre sein, wenn man sehr großzügige Annahmen trifft. Das Risiko ist also da, aber es betrifft eher die Lost-Coins und der Q-Day ist weiter entfernt, als die meisten glauben.”



