Ein Bündnis aus europäischen Krypto- und Finanzverbänden sowie etablierten Börsenbetreibern hat in einem gemeinsamen Brief an den Europäischen Rat und das Europäische Parlament eine grundlegende Überarbeitung des DLT-Pilotregimes verlangt. Die Unterzeichner, zu denen die französische Digital Asset Association Adan, der Crypto Council for Innovation, das European Ethereum Institute sowie Nasdaq und die Börse Stuttgart gehören, fordern die Abschaffung der Obergrenzen für tokenisierte Wertpapierplattformen oder eine Anhebung des Limits auf mindestens 1,5 Billionen Euro.
Kritik an der Berechnungsbasis
Zuvor hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, die bestehende Schwelle von 6 Milliarden Euro auf 100 Milliarden Euro anzuheben, was das Bündnis aber als unzureichende Einschränkung des Marktwachstums bewertet. Das DLT-Pilotregime gestattet Betreibern das Testen von Handel und Abwicklung tokenisierter Aktien, Anleihen und Investmentfonds unter Befreiung von einzelnen Finanzmarktregeln. Die Koalition betont, dass sich die vorgeschlagenen Schwellenwerte auf den Marktwert der zugelassenen Instrumente beziehen und nicht auf das tatsächliche Handelsvolumen, was die Kapazität der Plattformen stark einschränke.
Wettbewerbsnachteil gegenüber den USA
Im internationalen Vergleich verweist die Allianz auf die Regulierung in den USA, wo dominierende Abwicklungsplattformen Wertpapiere ohne entsprechende Volumengrenzen tokenisieren können. Sollten die EU-Gesetzgeber dennoch an einer Obergrenze festhalten, fordert das Bündnis einen dynamischen Anpassungsmechanismus. Demnach müsse die Europäische Kommission die Befugnis erhalten, die Limits parallel zum Marktwachstum ohne starre gesetzliche Höchstgrenzen anzuheben, um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Finanzstandorts nicht dauerhaft zu gefährden.


