Auf der Bitcoin Asia 2026 in Hongkong ruft Metaplanet-CEO Simon Gerovich eine fundamentale Wende im Krypto-Markt aus: “Ich bin seit langer Zeit professioneller Investor, und das ist das asymmetrischste Setup, das mir je begegnet ist”. Die größte Chance bestehe nun darin, dass das meiste asiatische Kapital noch immer keinen Zugang zu Bitcoin besitzt. “Die vorherigen Zyklen gehörten dem Westen, aber der erste asiatische Zyklus hat bereits begonnen. Die einzige verbleibende Frage ist, wer ihn baut”, meint der Chef der japanischen Treasury-Firma.
Noch vor drei Jahren betrieb Metaplanet ein kriselndes Hotelgeschäft mit nur 14 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung und leeren Stühlen bei Aktionärsversammlungen. Durch den Aufkauf von mittlerweile 43.000 BTC entwickelte sich das Unternehmen aber binnen kürzester Zeit zur drittgrößten börsennotierten Bitcoin-Treasury der Welt. Als neuen BTC-Kurstreiber nennt Gerovich passend zur Konferenz den makroökonomischen Wandel in Fernost: “30 Jahre lang war es in Japan die kluge Entscheidung, nichts mit seinem Geld zu tun. Diese Welt ist jetzt vorbei”. Gerade die anhaltende Inflation und der schwache Yen verändern das Verhalten vieler Anleger.
Allein japanische Haushalte halten etwa 14 Billionen US-Dollar an Finanzaktiva, wovon die Hälfte beinahe unverzinst auf Bankkonten liegt. Da Japan die Ertragssteuer auf Bitcoin aber von bis zu 55 Prozent auf 20 Prozent senkt und verschiedene Nachbarstaaten positivere institutionelle Rahmenbedingungen schaffen, öffnet sich der Markt laut dem Metaplanet-CEO allmählich: “Der Großteil des Kapitals in der Welt kann Bitcoin nicht kaufen. Nicht, dass sie nicht wollen. Sie können schlichtweg nicht”.
Metaplanet verkauft keine Bitcoin und expandiert in die Vereinigten Staaten
Seine Treasury-Firma ging mittlerweile auch in die USA und erwarb 96 Prozent der Super League Enterprise, die künftig als “Super Planet” an der Nasdaq gelistet ist. Dafür setzte das Unternehmen 2.100 BTC aus der eigenen Bilanz ein. “Bitcoin auf der Bilanz ist produktives Kapital, produktiv genug, um ein an der Nasdaq gelistetes Unternehmen zu erwerben”, erklärte der Metaplanet-CEO. Und ergänzte unter Bezugnahme auf historische Handelszentren wie Venedig oder Amsterdam: “Der Preis ging in der Finanzgeschichte nie an denjenigen, der das neue Geld nur gehalten hat, sondern an den, der den Markt darauf aufgebaut hat”.
Dass seine japanische Treasury-Firma ihre Akkumulationsstrategie selbst in schwierigsten Marktphasen fortsetzt, unterstrich Gerovich erst Mitte August nach Spekulationen über größere Bitcoin-Verschiebungen in den sozialen Medien: “In den letzten 24 Stunden haben wir 5.014 BTC zwischen den Verwahrungsadressen von Metaplanet transferiert. Es wurden keine Bitcoin verkauft”. Trotz der Buchverluste im Bärenmarkt hält Metaplanet am ehrgeizigen Ziel fest, den eigenen BTC-Bestand bis Ende 2027 auf 210.000 Coins auszubauen.
