Die amerikanische Krypto-Industrie könnte auch ohne eine Verabschiedung des Clarity Act neue Marktstrukturregeln erhalten. CFTC-Chef Michael Selig erklärte, dass seine Behörde notfalls auf bestehende Befugnisse zurückgreifen werde. Aus seiner Sicht ist eine gesetzliche Lösung zwar der sicherste Weg, die Regeln für digitale Vermögenswerte festzulegen, doch die CFTC könne auch selbst regulatorisch aktiv werden.
Der Clarity Act steckt derzeit im US-Senat fest. Streit gibt es vor allem über Ethikbestimmungen und mögliche Interessenkonflikte rund um Donald Trumps Krypto-Geschäfte. Für Mitte September ist zwar eine Verfahrensabstimmung vorgesehen, offen bleibt jedoch, ob sich vor den Zwischenwahlen im November eine ausreichende Mehrheit findet.
Krypto-Regeln könnten auch ohne Gesetz kommen
“Wenn wir diese Befugnisse nutzen müssen, um Regeln ohne entsprechende Gesetzgebung zu erlassen, werden wir das tun“, sagte Selig.
Die CFTC prüft daher bereits eigene Ansätze für den Krypto-Markt. Dazu zählt ein neuer regulierter Krypto-Asset-Marktplatz, über den künftig auch gehebelter Handel und Margin-Produkte angeboten werden könnten.
Selig erklärte außerdem, dass die CFTC mit Entwicklern von On Chain Finance-Unternehmen über einen legalen Marktzugang in den USA spricht. Solche Gespräche könnten dazu führen, dass heute noch im Ausland ansässige Plattformen künftig unter amerikanischer Aufsicht in den Markt eintreten.
Ein Beispiel dafür ist Hyperliquid: Donald Trump hatte zuletzt erklärt, dass die CFTC Möglichkeiten prüfe, die Plattform auf rechtssichere Weise in den US-Markt zu bringen.
Auch Prognosemärkte bleiben ein wichtiges Thema. “Als ich diesen Posten übernahm, war die Büchse der Pandora sozusagen geöffnet. Auf unseren Märkten wurden all diese neuartigen Instrumente und Verträge gehandelt“, so Selig.
