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Landflucht in Japan Unternehmen wollen Geisterstädte tokenisieren

Gemeinsam mit dem Investment-Unternehmen LIFULL hat der Finanzdienstleister Securitize eine Plattform zur Tokenisierung von Immobilien entwickelt. Mithilfe entsprechender Crowdfunding-Initiativen wollen die Unternehmen den unter der anhaltenden Landflucht leidenden japanischen Dörfern und Kleinstädten neues Leben einhauchen.

David Barkhausen
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Japans Gesellschaft befindet sich im Umbruch. Seit Jahren wachsen die Metropolregionen des Inselstaats. Aufgrund besserer Berufsaussichten, des Schulangebots oder aber der öffentlichen Versorgung zieht es immer mehr Menschen in die großen Ballungsgebiete Tokio, Nago­ya und Osa­ka. Allein die Metropolregion Tokio zählt mit einer Anzahl von 38 Millionen bereits rund halb so viele Bewohner wie Deutschland. Die Folge der anhaltenden Urbanisierung: Im japanischen Hinterland stehen Millionen Häuser leer, die Immobilienpreise fallen in den Keller.

Um wieder Leben in die Geisterstädte zu bringen, hat der Token-Dienstleister Securitize gemeinsam mit dem japanischen Investment-Unternehmen LIFULL nun eine Finanzierungsplattform für Immobilien entwickelt. Mit ihrer Hilfe sollen Anbieter einzelne Wohnobjekte künftig leicht und sicher tokenisieren können. Dies geht aus einem Blog Post hervor, den die Unternehmen an diesem Dienstag, dem 10. März, gemeinsam veröffentlichten.

Über die Plattform sollen Anbieter künftig Security Token Offerings (STO) durchführen und so beispielsweise Renovierungsarbeiten per Crowdfunding stemmen können. Für ihre Beteiligung erhalten Investoren dann eine bestimmte Menge Token und damit eine Art digitales Wertpapier der Gebäude. Steigt der Marktwert der Immobilien, dürfen sie sich über höhere Dividenden freuen.

Die Investoren von LIFULL sind zuversichtlich, dass dieses Konzept dem japanischen Wohnungsmarkt neue Impulse geben wird:

Um leerstehenden Häusern im ganzen Land zu begegnen, ist es notwendig, die Renovierung und den Umbau dieser Häuser für andere Zwecke zu fördern sowie den Wert der Immobilien zu erhalten und zu steigern. Dies ist ein schwieriges Problem […] Wir glauben, dass die Anwendung der Blockchain-Technologie eine Lösung hierfür ist.

Wann die Unternehmen mit ihrer Plattform an die Öffentlichkeit gehen, lässt die Ankündigung offen. Zunächst wolle man die rechtlichen Hintergründe einer solchen Markteinführung prüfen.

Crowdfunding: Kein Allheilmittel gegen Landflucht

Zwar lassen sich weltweit zahlreiche Beispiele für die erfolgreiche Tokenisierung von Immobilien finden. Ob das Konzept in Japan Früchte tragen und den Markt tatsächlich ankurbeln kann, wird sich jedoch erst zeigen müssen. Denn ohne eine bessere ländliche Versorgung und neue wirtschaftliche Möglichkeiten, ist es alles andere als sicher, dass Crowdfunding-Initiativen die Landflucht – ob in Japan oder anderswo – nachhaltig unterbinden werden.

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