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Ukraine-Krise Wie die Bitcoin Hashrate den steigenden Energiepreisen trotzt

Während sich die Sanktionen gegen Russland häufen, schießen die Energiepreise in die Höhe. Das könnte vor allem Proof-of-Work-basierten Kryptowährungen schaden, allen voran Bitcoin. Doch die Hashrate trotzt dem explodierenden Preis von Erdgas und Co. Gegenüber BTC-ECHO erklärt Mining-Experte Peter Marggraff, warum das so ist.

Marlen Kremer
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Bitcoin Miner

Beitragsbild: Shutterstock

Während des aktuellen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, ist immer wieder die Rede von den Folgen der westlichen Sanktionen gegen den Kreml. Als einer der wichtigsten Energielieferanten der Welt dürfte sich Putin seine Machtposition bald zunutze machen. Neben steigenden Kosten für Erdgas könnte sich das auch in Lieferengpässen bemerkbar machen.

In der Krypto-Szene sind Energiepolitik und Strompreise vor allem für das Mining von Proof-of-Work-basierten Kryptowährungen ausschlaggebend, allen voran Bitcoin. Während sich Deutschland wegen zu hoher Energiekosten lange schon nicht mehr als Mining Hotspot eignet, gilt die Bundesrepublik gleichzeitig als wichtigster Abnehmer für russisches Erdgas innerhalb der Europäischen Union (EU).

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge hat sich der Preis für die Erdgasimporte Deutschlands im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Derweil ist das Volumen nur leicht angestiegen. Durch den Angriffskrieg Russlands könnte sich die Situation um ein vielfaches verschlimmern. Die Industrie und Verbraucher müssten demnach mit überproportional wachsenden Kosten kämpfen.

Bitcoin und die Energiedebatte

Mit einer aktuellen Bitcoin Hashrate im 7-Tages-Durchschnitt von etwa 195 Exahashes pro Sekunde (EH/S) hat sich ein gefürchteter Zusammenbruch der Rechenleistung durch zu hohe Energiekosten jedoch nicht bestätigt. Während die Hashrate seit etwa Mitte Februar abgenommen hat, verzeichnete die kumulierte Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk erst am gestrigen 2. März wieder einen kleinen Anstieg.

Das Mining-Geschäft scheint also noch intakt zu sein, trotz explodierender Energiepreise. Warum bei signifikanten Kosten für Gas und Co. die Bitcoin Miner weiterhin die Rechenleistung aufrechterhalten, dürfte einige überraschen. Schließlich sorgen höhere Stromkosten auch für schmälere Gewinne – kippt dieses Verhältnis, lohnt sich das digitale Schürfen nicht mehr, siehe etwa das Beispiel Deutschlands.

"Der größte Anteil der Bitcoin Miner und der Hashrate befindet sich in Übersee, weswegen wir nur einen kleinen Impact beziehungsweise eine kleine Korrektur der Hashrate beobachtet haben, welcher auf steigende Energiepreise in Europa zurückgeführt werden kann", sagt Peter Marggraff, Managing Director von Crypto Supply, gegenüber BTC-ECHO.

Bitcoin Miner in den USA sind also schlicht nicht abhängig von steigenden Erdgaspreisen in Europa, so Marggraff. Doch ist diese Abhängigkeit tatsächlich nur in Übersee gegeben? Auch könnte man spekulieren, dass die Mining-Industrie eventuell nicht so stark auf fossile Brennstoffe wie Erdgas setzt, wie viele Kritiker regelmäßig beanstanden. Durch einen Energiemix mit größeren Anteilen von nachhaltigen Energiequellen wäre das Bitcoin Mining jedenfalls weniger abhängig von der Energiepolitik Putins.

Laut Marggraff ist das tatsächlich so: "Wir haben aktuell nachweislich mehr als 50 Prozent erneuerbarer Energiequellen, die für das Mining verwendet werden und damit macht man sich heute als auch auf lange Sicht unabhängiger von steigenden Energiepreisen fossiler Energieträger", sagt der Experte.

Bitcoin Mining in Russland in Gefahr?

Doch auch abseits steigender Energiepreise liegt die Befürchtung nahe, dass der Krieg, den Putin gegen die Ukraine führt, sich negativ auf den Krypto-Space und insbesondere Bitcoin auswirken könnte. Denn infolge des Mining-Verbotes in China sind viele Miner ins benachbarte Russland gezogen. Gleichzeitig muss Russland infolge der Sanktionen, die gegen das Land verhängt wurden und eventuell noch verhängt werden, auf Alternativen umsteigen – eine dieser Alternativen stellt Bitcoin dar.

Letztendlich, so Marggraff, habe sich Putin zu Bitcoin bekannt und möchte "die Regulierung (auch im Mining) vorantreiben". Laut dem Experten sollte die Regulierung von Kryptowährungen und Mining zeitnah umgesetzt werden, auch weil Putin ein alternatives Zahlungssystem in Russland schaffen müsse. "Falls er das nicht tut, würde er auf zukünftige Sicht den Rückschritt nur noch weiter vorantreiben und das kann nicht in seinem Interesse sein", sagt Marggraff.

Aus diesem Grund blickt der Crypto-Supply-CEO weiterhin "optimistisch" auf Bitcoin Mining in Russland.

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