Bullish für Bitcoin  Tether will zum größten Bitcoin-Miner werden

Wenn das mal kein starkes Signal ist: Tether, der größte Stablecoin-Anbieter der Welt, will nun zum größten Bitcoin-Miner der Welt werden. Das sind die Hintergründe.

Sven Wagenknecht
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Bitcoin Mining

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoin-Mining-Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen

Wie Bloomberg in einem Interview mit dem Tether-CTO, Paolo Ardoino, erfahren hat, plant der Stablecoin-Anbieter ins Bitcoin-Mining-Geschäft einzusteigen. Dazu möchte das Unternehmen rund eine halbe Milliarde US-Dollar investieren. Die Mittel sollen sowohl in den Bau eigener Mining-Einrichtungen als auch in Beteiligungen an anderen Unternehmen der Branche fließen.

Tether: das profitabelste Unternehmen der Welt

Gemessen an der Mitarbeiterzahl dürfte es kein profitableres Unternehmen auf der Welt geben. Zumindest, wenn man auf die vergangenen Monate blickt. Durch die stark gestiegenen Leitzinsen verdient Tether viele Milliarden an US-Dollar.

Schließlich müssen die ausgegebenen US-Dollar-Stablecoins (USDT) mit US-Dollar-Geldwerten, insbesondere US-Staatsanleihen, hinterlegt werden. Die Zinseinnahmen behält das Unternehmen ein, was laut Bloomberg zu einem Überschuss von rund 3,2 Milliarden US-Dollar geführt hat.

Rund ein Sechstel davon in Bitcoin-Mining-Infrastruktur zu investieren, ist entsprechend realistisch. Während also Bitcoin-Miner ihre Bestände verkaufen müssen, um laufende Rechnungen zu bedienen, kann Tether aus dem Vollen schöpfen. Tether scheint das antizyklische Momentum nutzen zu wollen.

Die Bitcoin-Mining-Anlagen

Ardoino gab gegenüber Bloomberg bekannt, dass Tether in Uruguay, Paraguay und El Salvador Bitcoin-Minen errichten will, wobei die Kapazität jedes Standorts zwischen 40 und 70 Megawatt liegen soll. Das erklärte Ziel besteht darin, den Anteil an der Gesamtrechenleistung, die für den Betrieb des Bitcoin-Netzwerks erforderlich ist, auf 1 Prozent zu steigern.

Ardoino nannte jedoch keinen konkreten Zeitrahmen für die Umsetzung dieses Ziels. Im Vergleich dazu trägt das größte börsengehandelte Bitcoin-Mining-Unternehmen, Marathon Digital Holdings, etwa 4 Prozent bei. Durch den massiven Ausbau will man allerdings auch Marathon Digital Holdings überholen. So sind bis Ende 2023 120 Megawatt geplant und im Jahr 2025 sollen es bereits 450 Megawatt sein.

Bullishes Signal für Bitcoin

Der Vorstoß von Tether, in den Bitcoin-Mining-Sektor einzusteigen, ist als ein absolut bullishes Signal für den Bitcoin-Kurs zu werten. Kaum ein anderes Unternehmen hat mehr Krypto-Erfahrung als Tether, kennt den Sektor besser. Dass man nun eine halbe Milliarde US-Dollar in Bitcoin-Mining-Anlagen investiert, zeigt, wie überzeugt Tether von Bitcoin ist.  

Aber auch aus strategischer Sicht kann sich das Bitcoin-Mining-Geschäft als cleverer Schachzug erweisen. Schließlich kontrolliert Tether damit immer größere Teile des Krypto-Ökosystems und kann von Synergieeffekten – zwischen der Börse Bitfinex, dem Stablecoin- sowie dem Mining-Business – profitieren. Auch können so Risiken auf mehrere Geschäftsfelder verteilt werden.

Das Unternehmen macht sich damit noch unabhängiger von Hypes sowie der Makrosituation. Sollten beispielsweise die Zinsen wieder fallen oder gar gen Null tendieren, könnte Tether verstärkt vom Bitcoin-Handel profitieren, während die USDT-Rendite zurückgehen.

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