Breaking Taproot wurde aktiviert: Das steckt in dem Bitcoin-Update
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Bitcoin-Münze

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Seit dem umstrittenen SegWit-Update wurde Bitcoin nicht mehr signifikant erweitert. Mit dem heute implementierten Taproot-Update gibt es nun einige Neuerungen im Software-Protokoll.

Mit Block 709.632 wurde das Bitcoin-Protokoll zum ersten Mal seit 2017 signifikant geupdatet. Das Update, das in Form einer Soft Fork in den Quellcode des Softwareprotokolls implementiert wurde, trägt den Namen Taproot. Eine Weiterentwicklung, das in der Vergangenheit auch auf BTC-ECHO als verheißungsvolle Ergänzung zu den althergebrachten ECDSA-Signaturen besprochen wurde. Doch was steckt in dem Update?

Schnorr-Signaturen

Taproot ist im Kern ein technisches Update des Bitcoin-Quellcodes, das mehrere Änderungen umfasst. Als wichtigste Neuerung gilt die Implementierung von Schnorr-Signaturen, die die bekannten ECDSA-Signaturen ergänzen sollen. ECDSA steht für “Elliptic Curve Digital Signature Algorithm” und bildet das Herz von Bitcoins Kryptografie. Stark verkürzt ausgedrückt stellt diese Form der kryptografischen Signatur sicher, dass nur rechtmäßige Besitzer (im Sinne der Protokollregeln) von Private Keys UTXOs, also BTC, ausgeben können, die mit diesem Keys verknüpft sind. Der Sinn der digitalen Signatur ist es, einen Nachweis zu erbringen, dass man Besitzer der jeweiligen BTC ist, ohne dabei den Private Key offenzulegen.

Dies geschieht mithilfe der ECDSA-Signatur. Mit der Aktivierung von Taproot wird Bitcoin um eine Möglichkeit der Signatur erweitert: Die Rede ist von Schnorr-Signaturen. Diese kryptografischen Signaturen bieten dieselbe Sicherheit, die auch ECDSA-Signaturen bieten, haben darüber hinaus aber einige Features, die Bitcoin verbessern. So lassen Schnorr-Signaturen etwa Key Aggregation zu – ein Feature, das ECDSA nicht bietet. Mithilfe von Key Aggregation können verschiedene Public Keys zusammengefasst werden und müssen dann nur einmal mithilfe eines einzigen Private Keys signiert werden. Wer aktuell etwa ein MultiSig-Schema aufsetzen will, muss für jeden der beteiligen Keys eine Signatur erstellen, die dann jeweils vom Netzwerk auf ihre Authentizität geprüft werden.


Schnorr-Signaturen machen Bitcoin privater

Neben dem Effizienzgewinn bieten Schnorr-Signaturen einen erheblichen Zugewinn an Privacy. Denn anders als mit dem aktuellen ECDSA-Schema sind MultiSig-Transkationen, die mithilfe von Schnorr erstellt wurden, von “normalen” SingleSig-Transaktionen für Blockchain-Beobachter nicht mehr zu unterscheiden. Wie im Schaubild zu sehen ist, wird hier aus einem 3-aus-3-MultiSig ein einzelner Public Key abgeleitet, dessen zugehöriger Private Key ausreicht, die UTXO auszugeben. Vor allem Lightning wird die Einführung der Schnorr-Signaturen erheblichen Rückenwind verleihen. Schließlich ist die Eröffnung von Lightning Channels auf der Blockchain aufgrund des 2-aus-2-MultiSig als solche leicht zu erkennen. Dies ist einer der Hauptgründe, wieso Lightning eben doch nicht so privat ist, wie häufig angenommen.

Auch für Jonas Nick, seines Zeichens Bitcoin Core Developer und einer der Autoren des Bitcoin Improvement Proposals, das Taproot erstmals vorstellte, sieht in dem Update vor allem Zugewinne für Bitcoins Privacy. Gegenüber BTC-ECHO sagte der Entwickler:

Taproot ermöglicht, dass Transaktionen auf der Blockchain aussehen wie gewöhnliche Zahlungen, aber eigentlich kompliziertere Protokolle abbilden. Das ist einerseits der Privatsphäre der Bitcoin-Nutzer dienlich und reduziert andererseits deren Transaktionsgebühren. Gerade MultiSig-Wallet- und Lightning-Benutzer dürften einigermaßen zeitnah davon profitieren.

Jonas Nick

Da Taproot und die damit verbundenen Schnorr-Signaturen als Softfork ins Protokoll gelangen, ist ein Update der Bitcoin Core Software nicht zwingend nötig. Schließlich sind Softforks auch rückwärtskompatibel. Im Aktivierungsprozess, auch Speedy Trial genannt, hat sich aber ein klarer Support vonseiten der Miner abgezeichnet. Es ist also davon auszugehen, dass das Softwareupdate breitflächige Akzeptanz genießt. Auch BTC-ECHO hat seine Full Node entsprechend auf die aktuellste Bitcoin-Core-Version upgedatet.



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