"Solana-Killer" in Erklärungsnot Hat die Sui-Foundation heimlich Token verkauft?

Verdächtige Bewegungen von eigentlich verschlossenen SUI-Token machen die Community stutzig. Das Projekt weist die Vorwürfe jedoch von sich.

Johannes Macswayed
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Sui Token

Beitragsbild: Shutterstock

| Eigentlich sind die besagten Token verschlossen. Doch die Sui-Foundation könnte möglicherweise getrickst haben

Die neue Layer-1-Plattform Sui gilt für einige als nächste Generation der Blockchain. Andere kritisieren hingegen den großen Einfluss des Venture-Kapitals und undurchsichtige Tokenomics. Wie viele moderne Layer-1-Projekte hat auch Sui demnach seinen gesamten Token-Bestand vor Launch generiert und nur einen kleinen Anteil in Umlauf gebracht. Der Rest ist eigentlich verschlossen und sollte nach einem vorgegebenen Plan an frühe Anleger, Team-Mitglieder und Nutzer ausgeschüttet werden.

Eigentlich. Denn wie ein On-Chain-Analyst nun herausgefunden haben will, sind angeblich verschlossene Token von Wallets der Sui-Foundation zur Krypto-Börse Binance geflossen.

Sui-Foundation in Erklärungsnot

Kein guter Look für das Projekt, das ohnehin wegen seiner absurd hohen Bewertung zum Launch als umstritten gilt. Die Tatsache, dass ein offizieller Token-Emissionsplan bis heute nicht veröffentlicht wurde, heizt die Kontroverse weiter an. Es gibt scheinbar Ungereimtheiten, bezüglich der Zahlen zu Token im Umlauf, Marktkapitalisierung laut Block-Explorer und einen Emissionsplan von Binance, der nicht zu stimmen scheint. Der vermeintliche “Solana-Killer” gerät in Erklärungsnot.

Auf eine Anfrage von BTC-ECHO reagiert das Projekt bis zum Zeitpunkt des Schreibens nicht. Suis Discord-Server läuft indes heiß. Dort hagelt es Fragen und Vorwürfe von allen Seiten. Wenig später folgt ein Statement der Sui-Foundation auf Twitter.

Das Team weist die Vorwürfe demnach entschieden von sich. Sui habe keine verschlossenen Token verkauft. Die Emission dieser gehe derweil ihren geplanten Weg und auch würden die Daten zur Marktkapitalisierung stimmen, so das Team. Bei der besagten Transaktion habe es sich um eine “Zahlung bezüglich eines vertraglichen Lock-ups” gehandelt. Was genau das bedeutet, lässt die Foundation jedoch offen. Auch auf Discord weicht man der Frage aus.

Token-Trickserei?

Der Mangel an Transparenz lässt die Gerüchteküche brodeln. So vermuten einige Beobachter, dass nicht die verschlossenen Token selbst, sondern damit verdiente Staking-Rewards abgeflossen sind. Diese könnten Teil einer vertraglichen Vereinbarung sein, die Sui mit Dritten geschlossen, der Community aber vorenthalten hat. Doch auch das dementiert Sui vehement, wenngleich eine genaue Erklärung zu der “vertraglichen Zahlung” ausbleibt. Wie ein Discord-Moderator Suis erklärt, gebe es demnach “Einschränkungen zu dem, was wir veröffentlichen können”. Das würde, wie er gesteht, “immer zu Zweifeln führen, weil es nicht genug ist”.

Indes versprach die Sui-Foundation, in Kürze einen detaillierten Token-Emissionsplan zu veröffentlichen. Alle Token seien bis dahin weiter, ihren vertraglichen Bestimmungen entsprechend, verschlossen. Insider-Allokationen seien ebenfalls unter Verschluss und Transfers dieser Token beschränkt, so das Team. Ob Sui einen Image-Schaden damit abwenden kann, bleibt abzuwarten. Der Fall wirft allerdings einmal mehr ein schlechtes Licht auf die gängigen Methoden im Sektor rund um den Launch eines neuen Projekts. Und lässt Fragen über die Transparenz und tatsächliche Dezentralität einiger Blockchains offen.

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