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Kein Geld für Bitcoin  Sparkassen und Volksbanken schlagen Alarm

Alarmierende Aussagen von Sparkassen und Volksbanken legen nah, dass ein Großteil der Mittelschicht kein verfügbares Einkommen mehr zum Investieren übrig hat. Warum Bitcoin besonders betroffen ist und eine Zuspitzung im Winter droht.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Bitcoin Sparschwein

Beitragsbild: Shutterstock

| Immer mehr Menschen müssen ihr Sparschwein plündern. Trifft es bald auch die Bitcoin-Rücklagen?

Alles wird teurer – vom Lebensmitteleinkauf, über Sommerurlaub bis hin zu den hitzig diskutierten Energiepreisen. Nicht mehr nur Geringverdiener trifft die Inflation. Auch breite Teile der Mittelschicht müssen ihr Ausgabeverhalten überdenken und Kürzungen vornehmen.

Klare Worte vom Sparkassen-Präsident

Wie dramatisch die Situation ist, hat nun Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis gegenüber der Welt am Sonntag auf den Punkt gebracht: “Wir rechnen damit, dass wegen der deutlichen Preissteigerung perspektivisch bis zu 60 Prozent der deutschen Haushalte ihre gesamten verfügbaren Einkünfte – oder mehr – monatlich für die reine Lebenshaltung werden einsetzen müssen”.

Geht man von rund 40 Millionen Haushalten in Deutschland aus, würde das bedeuten, dass dann 24 Millionen Haushalte kein Geld mehr für Rücklagen und Investitionen übrighaben. Schleweis resümiert: “Dieser Teil der Bevölkerung ist dann schlicht nicht mehr sparfähig.”

Vor einem Jahr sah die Situation noch vollkommen anders aus. Lediglich 15 Prozent galten laut Sparkassen-Vermögensbarometer als nicht sparfähig. Innerhalb von 12 Monaten hat sich die Anzahl also vervierfacht. Bestätigung dieser Beobachtung findet sich auch vonseiten der Volksbanken. So bestätigt Andreas Martin, Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), dass die aktuell hohe Inflation Kaufkraft und damit Sparfähigkeit entzieht.

Am Ende der Bedürfnispyramide: Bitcoin

Für einen Großteil der deutschen Bevölkerung bedeutet das am Ende, dass sie ihre Ausgaben deutlich strenger priorisieren muss. Lebensmittel, Benzin, Miete und im Zweifel auch der Jahresurlaub haben da gegenüber der Vermögensbildung Vorrang – zumindest für viele. Es stehen also weniger freie Mittel für Investments zur Verfügung, wobei auch hier nicht alle Anlageklassen und Formen gleich betroffen sind.

Wer ein Haus abbezahlt, eine Riesterrente oder Bausparvertrag bespart, wird diese Form der Vermögensbildung auch versuchen weiter zu bedienen. Stattdessen müssen die leicht kündbaren beziehungsweise sehr optionalen Sparformen als Erstes dran glauben. Noch bevor ETF-Sparpläne gekündigt werden, wird das monatliche Investieren in Tech-Aktien und Kryptowährungen eingestellt. Bitcoin und andere Kryptowährungen sind sozusagen das erste Opfer der zurückgehenden Sparfähigkeit.

Bitcoin: Verkaufsdruck könnte im Herbst steigen

Das Ergebnis ist nicht nur eine geringe Nachfrage auf der Käuferseite, sondern auch die gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass immer mehr Angebot auf den Markt drängt. Wenn die Cash-Rücklagen auf dem Bankkonto immer weiter aufgebraucht sind, werden sich einige Krypto-Anleger gezwungen sehen, ihre in den Vorjahren angesparten Kryptowährungen zu verkaufen. Bereits heute zeigt sich, dass die Überziehung des Girokontos inzwischen deutlich zugenommen hat.

Wenn die ersten Gasrechnungen ins Haus flattern und gegebenenfalls Verteilungskonflikte innerhalb der Lebensgemeinschaft mit dem Partner oder der Partnerin aufkommen, müssen einige Wallet-Bestände liquidiert werden. Auch wenn es schwerfällt, dürften sich einige Anleger von ihren Bitcoin oder sonstigen Innovationswerten trennen müssen, um ausreichend Geld für das alltägliche Leben zu haben.

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Kein rein deutsches Phänomen

Nun ist Deutschland nur ein Land von vielen und hat nur begrenzten Einfluss auf die Kurse am Kryptomarkt. Auch wenn Deutschland besonders hart von den hohen Energiekosten betroffen ist, sieht es in anderen europäischen Ländern und auch in den USA nicht viel besser aus. Gestiegene Lebenshaltungskosten sind inzwischen ein weltweites Phänomen. Aufgrund der Angebotsverknappung von Waren und Dienstleistungen wird die ganze Welt respektive Weltbevölkerung im Schnitt ärmer.

Führt man sich diese extreme Makrosituation vor Augen, dann kann man sogar zu dem Entschluss kommen, dass sich Bitcoin recht stabil präsentiert. Auf der anderen Seite dürfte, zumindest aus dem hier skizzierten Blickwinkel, der Verkaufsdruck steigen. Umso wichtiger ist es, dass nun die tiefen Taschen in den Markt eingreifen. Soll bedeuten, dass institutionelle Investoren, Superreiche und Family-Offices gefragt sind, für Mittelzuflüsse zu sorgen, auch wenn die “Normalbevölkerung” auf die Sparbremse tritt. 

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